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Full text: 71, 1943

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Jnni 1943, 
Die Angabe der geraden Aufsteigung der mittleren Sonne im Nautischen 
Jahrbuch ist im Hinblick auf die einheitliche Ausrichtung auf den Zeitwinkel 
der in den astronomischen Jahrbüchern üblichen Angabe der Sternzeit für 0 Uhr 
Weltzeit vorzuziehen. Denn seitdem 1925 die Astronomie die bis dahin übliche 
Zählung des Tages von Mittag ab aufgegeben hat, wäre es logisch, nunmehr 
auch die Sternzeit vom unteren Meridian aus zu zählen. Dies geschieht nicht; 
als 0 Uhr Sternzeit gilt vielmehr der Zeitpunkt, zu dem der Widderpunkt durch 
den oberen Meridian geht. Die Angabe der Stern- 
zeit für 0 Uhr Weltzeit bedeutet also eine Angabe 
des Stundenwinkels des Widderpunktes für diesen 
Zeitpunkt, Die Angabe der geraden Aufsteigung 
der mittleren Sonne um Mitternacht ist der An- 
gabe der Sternzeit gleichwertig, sie bedeutet — 
vgl. Abbildung — den Zeitwinkel des Widder- 
punktes für 0b Weltzeit, Neben dem Nautischen 
Jahrbuch haben nur Brown’s Almanac und die 
Ephemerides Nautiques diese Art der Angabe. Da- 
gegen weisen eine Reihe von Ephemeridensamm- 
lungen des Auslandes, vor allem nautische, im 
Kopf der betreffenden Spalte darauf hin, daß die 
Angabe der Sternzeit für 0h gleich der geraden 
Aufsteigung der mittleren Sonne -+ 12» ist. 
Die Sternzeit wird nun für die Nautik gar nicht gebraucht. Deshalb ist 
es sehr zweckmäßig, daß dieser Begriff durch die Art der Angabe im 
Nautischen Jahrbuch für die deutsche Nautik überhaupt umgangen wird. In 
der Astronomie spielt die Sternzeıt dagegen eine bedeutende Rolle. Bei der 
Rechnung mit dem Stundenwinkel statt mit dem Zeitwinkel, wie sie in der 
Astronomie üblich ist, ist die Angabe des Stundenwinkels für 0 Uhr Weltzeit 
immerhin nicht von der Hand zu weisen, Folgerichtig wäre es aber gewesen, 
1925 auch die Sternzeit vom unteren Meridian aus zu definieren, allgemein den 
Zeitwinkel einzuführen und dem Stundenwinkel nur noch die Bedeutung zuzu- 
billigen, die analog die Zählung des Azimuts vom oberen Meridian aus hat. Für 
Zwecke der praktischen Rechnung wird bekanntlich das Azimut gelegentlich 
Östlich oder westlich vom oberen Meridian aus gezählt, weil man dadurch mit 
den Werten von 0—90° auskommt, während grundsätzlich die Azimutzählung 
vom unteren Meridian beginnt und, über Osten laufend, von 0—360° geht, Ent- 
sprechend gilt in der deutschen Nautik der von 0—24h (0—360°) gezählte Zeit- 
winkel als der Grundbegriff, Bei der praktischen Rechnung tritt der Östliche 
oder westliche Stundenwinkel auf, weil man dadurch nur die Winkel von 0—12%b 
braucht. Man könnte aber auch das gleiche erreichen, wenn man neben dem 
rechtsherum gezählten Zeitwinkel von 0—24b einen linksherum gezählten von 
0-—12b zulassen würde. Die Formeln der nautischen Astronomie würden damit 
allerdings Vorzeichenänderungen erleiden. Deshalb ist diese Anregung E. Kohl- 
schütters wohl grundsätzlich richtig, ihre praktische Einführung bedürfte aber 
aus didaktischen Gründen eingehender Erwägung. 
Über die unmittelbare Gewinnung von Dygogrammen 
aus magnetischen Feldmessungen. 
Von 0, Th. Hahn. H. Heß und W, Trittelvitz, Deutsche Seewarte. 
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen: 
FF = Horizontalkomponente des Erdfeldes, 
* == Längsschiffskomponente „ 
Y = Querschiffskomponente » 
Z = Vertikalkomponente » 
H’ = Horizontalkomponente 
X’ = Längsschiffskomponente 
vesamten Feldes am Meßort.
	        
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