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Full text: 71, 1943

Böhnecke, G.: Auftriebwassergebiete im Atlantischen Ozean. 
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Temperaturdifferenz sehr groß, Die Unvollkommenheit des Materials gestattet 
ebenfalls noch nicht die Ableitung einer Gesetzmäßigkeit, 
Bei Bahia schließlich entwickeln sich, wenngleich auch in zeitlich und 
örtlich beschränktem Umfange, ähnliche Verhältnisse. Jedenfalls zeigen die 
Oberflächentemperaturen in den Monaten Januar, Februar, April, Oktober und 
November, in denen der Strom klar aus der Bucht heraussetzt, dicht unter der 
Küste um rund 1° niedrigere Werte als im südöstlich davon gelegenen, also ent- 
fernteren Eingradfeld an. In anderen Monaten, z. B. März, Mai, Juni, Juli, mit 
auflandigem Strom (ebenfalls aus den niederländischen Atlanten entnommen), ist 
entweder kein Temperaturabfall oder sogar ein Anstieg von etwa 0,5° C zum 
Lande hin festzustellen. Auch dieses Gebiet tritt auf der Karte der Anomalien 
wegen seiner Kleinheit und jahreszeitlichen Beschränkung nicht hervor. 
Neben diesen vorwiegend an die Küsten gebundenen Zonen mit Aufquellen 
kälteren Tiefenwassers gibt es einige weitere auf Offener See, in denen ähnliche 
Vorgänge, verquickt mit Strömungsfaktoren, zum mindesten wahrscheinlich sind. 
Hierher gehören zunächst die seewärtigen, nordwestlich bzw. südwestlich gerich- 
teten Ausläufer der Kaltwassergebiete an der Südwest- und Nordwestafrikanischen 
Küste, deren Verknüpfung mit Divergenzen im Benguela- und in den südlichen 
Ausläufern des Kanaren-Stromes (Kap Verden-Divergenz) vom Verfasser, wie 
schon erwähnt, im Jahre 1935 gefunden wurde. Ohne auf Einzelheiten einzu- 
gehen, kann man aus dem Verlauf der Isanomalen jedenfalls schließen, daß die 
großen Gebiete, die sich in rd. 15° N- und S-Breite bis über die Mitte des Ozeans 
erstrecken, ihre negative Anomalie nicht allein auf die Zufuhr kalten Wassers aus 
den Auftriebsgebieten an den Küsten oder aus höheren Breiten zurückführen 
können. Dieses niedrig temperierte Wasser kommt augenscheinlich größtenteils 
auch aus tieferen Schichten entlang der Divergenz. Die Ursprungstiefe scheint 
jedoch nicht so groß zu sein wie an der Küste, 
Abschließend sei noch auf die schmale Zone negativer Anomalie hinge- 
wiesen, die mit Werten von —1° C bis etwa 27° W unter dem Äquator 
liegt. Sie findet ihre Erklärung durch Defants Untersuchung (7), der oberen 
ozeanischen Troposphäre im Äquatorialgebiet, der hier aus dynamischen Gründen 
eine Vertikalzirkulation forderte. Durch sie wird in etwa 50 m Tiefe je 
einer am Äquator und in 10° N gelegenen schmalen Zone von Norden und 
Süden her Wasser zugeführt, das aufsteigt und an der Oberfläche mit pol- 
wärts gerichteter Komponente abfließt, In der Tat enthalten die Strömungs- 
karten von Schumacher auch vor allem in dem von der —32°-Isanomale um- 
schlossenen Gebiet (Abb. 1) zwischen 5° und 15° W unter dem Äquator, an der 
Grenze zwischen Südäquatorial- und Gegenstrom, in neun Monaten des Jahres 
eine ausgesprochene Divergenz der Oberflächenströmung. Nördlich des Gegen- 
stromes, also in 10° N, kommt es dagegen wegen der bekannten Asymmetrie des 
Zirkulationssystems und der stark ausgeprägten jahreszeitlichen Verschiebungen 
nicht zu einer merkbaren Ausbildung des entsprechenden Divergenzgebietes an 
der Oberfläche im Jahresdurchschnitt, Dieses müßte ebenso Ost-West gerichtet 
sein wie das Äquatoriale, wird jedoch während mehrerer Monate überlagert 
von dem vorwiegend meridional gelagerten Divergenz-System bei den Kap- 
verdischen Inseln, 
Schrifttum, 
1. G. Böhnecke, Temperatur, Salzgehalt und Dichte an der Oberfläche des Atlantischen Ozeans. 
Wiss, Ergeb. d. Deutsch. Atlant. Expedition, Bd, V, Berlin 1936, 
2. A. De fant, Da Sail wasserAnitrin bat vor der Küste Südwestafrikas, Länderkundl, Forschung. 
tu . 
3. HM. U. Drerürup. On the Process of Upwelling. Journal of Marine Res. Vol. X. No. 2. New 
Haven U.S. A. 1938, 
4. Die ältere Literatur kann aus Raumgründen hier nicht ausführl. angegeben werden. Die Arbeiten 
sind meist in den unter 1—3 u. 5 gegebenen Quellen zu finden. 
5, G. Schott, Geograpbie des Atlantischen Ozeans, Hamburg 1942, 
6. A. Schumacher, Monatskarten der Oberflächenströmungen im Nord-Atlantischen Ozean. Annalen 
der Hydrographie, Berlin 1940, 
7. A. Defant, Der Aquatoriale Gegenstrom. Preuß. Akad. d. Wies. Berlin 1935.
	        
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