accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 71, 1943

LOW 
A 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943. 
I. Einleitung.. Notwendigkeit statistischer Betrachtungen in der Geophysik. — Beschreibung 
des Weltgeschehens in einem vieldimensionalen Koordinatensystem {(Raumkoordinaten xy, Xg, Ks. 
Zeit t, Zustandskoordinaten X4, Xs, ...). Weltgeschehen dargestellt durch eine Kurve in dıesem 
Raum, mit Zeiten beziffert; Beobachtungen in gleichen Zeitabständen geben eine Punktwolke. Be- 
schränkung auf einzelne Veränderliche (z. B. Luftdruck und Temperatur an einem Ort) entspricht 
Projektionen des Weitgeschehens auf einzelne Gerade, Ebenen oder Räume, — Unterschied zwischen 
funktionalem Zusammenhang (physikalischer Versuch: Länge eines Stabes als Funktion seiner 
Temperatur) und stochastischem Zusammenhang (geophysikalische Zusammenhänge wie zwischen 
Sonnentleckenzahlen und erdmagnetischer Unruhe). — Das Wesen statistischer Modelle, Wahrschein- 
lichkeitsrechnung, Begründung durch Häufigkeitstheorie,. Grundlagenfragen. 
II. Häufigkeitsverteilungen eindimensionaler Größen, statistische Parameter, 
Arithmetische (unstetige) Verteilungen einer Größe x. Alternative (Tage mit oder ohne Nieder- 
schlag; Würfelversuche; Wetterzustandsmeldungen nach dem Wetterschlüssel; erdmagnetische Kenn- 
ziffern: Bewölkungsgrad; Erdbebenstärke: Verteilung der chemischen Elemente im Weltall; Seegang). 
— Stetige Verteilungen (Wasserstand eines Flusses; tägliche Niederschlagsmengen; meteorologische 
Elemente wie Luftdruck, Temperatur, Dampfdruck, relative Feuchtigkeit: Salzgehalt und Temperatur 
des Meerwassers; Gesteinsdichten). -— Mathemmaticche Charakterisierung von Hänfigkeitsverteilungen 
durch statistische Parameter, — Mittelwerte: Arithmetisches Mittel M; für positives x geometrisches 
Mittel G (logarichmische Mittelbildung); Harmonıisches Mittel H_(barometrische Mitteltemperatur 
einer vertikalen Luftsäule); Beweis, daß H<G<M; quadratische Mittel; gewichtetes Mittel; Scheitel- 
wert 8, Zentralwert Z; für geringe Abweichungen vom Gauß schen Gesetz ist M—S == 3(M—Z). — 
Streuungsmaße: Mittlere Abweichung (oder Streuung) m; praktische Berechnung von m durch Ein- 
führung eines angenommenen runden Wertes A an Stelle von M (m® == (mittleres Quadrat der Ab- 
weichungen von A aus) minus (M—A)%; durehschnittliche Abweichung; Quartil (wahrscheinlicher 
Fehler); Dezile, Perzentile usw.; Einzel- und Totalwahrscheinlichkeit, Darstellung von Häufigkeits- 
rerteilungen durch lineare Skalen (mittels der Perzentite usw.). — Klasseneinteilungen: Wahl der 
Klassengröße im allgemeinen so, daß 15 bis 35 Klassen besetzt sind; graphische Darstellung durch 
Staffelbild oder Polygon. — Typische Häufigkeitsverteilungen (Lufidruck; Temperatur; Bewölkungs- 
grad), — Auffassung von Beobachtungsmengen B als Stichproben aus Großmengen M. Optimale 
Schätzung, Beständige (consistent) und erschöpfende (efficient) Parameter (wesentliche Züge der 
Verteilung sind vollständiger gekennzeichnet durch M als durch S, durch m als durch die 
Schwankungsweite), — Definition der statistischen Unabhängigkeit, Wahrscheinlichkeit für das Ein- 
treten von einem Ereignis unter einander ausschließenden Ereignissen (Summen der Einzelwahrschein- 
lichkeiten) und für zusammengesetzte unabhängige Ereignisse (Produkt der Wahrscheinlichkeiten), — 
Mathematische Erwartung einer Funktion einer zufälligen Veränderlichen (random variable) für 
arithmetische und für stetige Verteilungen. Beispiele: Verschiedene Maßzahlen für die erdmagnetische 
Aktivität: u-Maß; Charakterzahlen; Kennziffern. — Momente einer Verteilung. — Dynamische 
Klimatologie, Luftkörperstatistik, — Sheppardsche Korrektur (ohne Beweis: der Beweis in der 
3. Auflage des Buches Czuber-Burkhardt, Die statistischen Forschungsmethoden, 8. 139, ist 
falsch). — Parameter für Schiefe und Exzeß (nach Köppen, Charlier, Pearson). — Lochkarten- 
verfahren, — Zufallszahlen (random numbers), — Größte und kleinste Werte, Beweis „unter N- 
Werten mit der mittleren Abweichung m ist m  N—1I die größtmögliche Abweichung eines Wertes 
vom gemeinsamen Durchschnitt M“. 
[IL Die binomische Häufigkeitsverteilung (Bernoulli), Galton-Bretit. Newtonsche 
Formel, Versuch, mit Hilfe des binomischen Gesetzes von der Niederschlagswahrscheinlichkeit an 
einzelnen Tagen auf Häufigkeitsverteilung der Niederschlagstage in Dekaden zu schließen, führt auf 
Widerspruch zur Erfahrung; Diskussion dieses Fehlschlags als Folge der Erhaltungsneigung der 
Witterung, Dagegen genähertes Zutreffen der Newtonschen Formel bei folgender Verteilung: 
Zahl der Niederschlagstage in Gruppen von je 10 zufällig gewählten Tagen aus langjähriger Beob- 
achtungsreihe, . 
IV. Die normale Häufigkeitsverteilung (Gaußsches Fehlergesetz). Beweis durch 
Grenzübergang aus der binomischen Verteilung, Diskussion der Fehlerfunktion @ (x). Eindimensionale 
Irrfahrt, Fehlertheorie, Wahrscheinlichkeitsintegral. — Differentialquotienten von @ (x), Hermite- 
sche Polynome, Brunssche Reihe, Bruns Kollektivmaßlehre. Pearsons Typen. — Kritik an bis- 
herigen Anwendungen, Warnung vor Überschätzung der mathematischen Darstellung von Häufig 
keitsverteilungen, 
V. Häufigkeitsverteilung für seltene Ereignisse (Poisson}). Grenzübergang aus der 
binomischen Verteilung. Beispiele: Tägliche Zahl der Todesfälle durch Selbstmorde, Krebs usw. 
Verallgemeinerung von E. Wanner (18) auf linear mit der Zeit veränuderlichen Mittelwert; Anwendung 
auf Zahl der täglichen Erdbeben auf der Erde. 
VI. Mehrdimensionale Verteilungen, Korrelation, Korrelationstafel. Zweidimensionale 
Punktwolken, Definition des Korrelationskosffizienten r als durchschnittliches Produkt der normierten 
(Streuung 1) und zentrierten (Mittelwert 0) Abweichungen. Beste Geraden in ebenen Panktwolken, 
Methode der kleinsten Quadrate, Ausgleichsrechnung, Transformationsformeln für Drehung des 
Koordinatensystems, Analogie zwischen den Quadraten der mittleren Abweichungen und mechanischen 
Trägheitsmomenten. — Praktische Berechnung von r. Beispiele: Sonnenfleckenzahlen R und erd- 
magnetische Unruhe u; R und Niederschlag oder Temperatur, Arbeiten von F. M. Exner und 
Sir Gilbert Walker über Witterungskorcrelationen, — Zufallskorrelation, Korrelationskoeffizienten 
aus Stichproben, — Mehrdimensionale Korrelation. Beispiel von Karl Fischer (16): Abfluß der 
Weser im Winterhalbjahr in Abhängigkeit vom Niederschlag im gleichzeitigen Winter und im voran- 
gegangenen Sommer, — Normale Korrelation: Allgemeine zweidimensionale Gaußsche Verteilung,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.