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2?,/28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73
Diese Meßwerte sind auf rund 223 000 Lochkarten und auf Magnetband gespei
chert. Die Abb. 17 zeigt die Entwicklung des Datenarchivs seit 1966.
Daneben wurde die Übernahme der Feuerschiffs-Beobachtungen vergangener Jah
re auf Datenträger intensiv fortgesetzt. Insgesamt konnten bislang die Meßwerte
von 202 Jahrgängen in Datenbelege übertragen werden. Die Messungen der
Ostsee-Feuerschiffe und die des Nordsee-Feuerschiffs „Borkumriff" liegen voll
ständig auf Lochkarten vor (etwa 600 000 Stück) sie werden demnächst auf Ma
gnetband übertragen und können dann vom DOD abgerufen werden.
Um auch einen Überblick über solche Daten zu erhalten, die bislang nicht in das
DOD aufgenommen werden, erhält das DOD nach der Beendigung einer For-
schungsuntemehmung von dem jeweiligen Fahrtleiter ein Formblatt, in das die
Meßaktivitäten aller an der Forschungsreise beteiligten Disziplinen eingetragen
sind. So besteht die Möglichkeit, auch Meßwerte zu vermitteln, die außerhalb
der Datenzentren lagern. Im Berichtszeitraum erhielt das DOD die Angaben von
186 Fahrten. Ebenso wie die Daten werden auch diese Informationen in dem
ROSCOP-Formular (Report of Observations/Samples Collected by Oceanographie
Programmes) an die Weltdatenzentren und an den ICES abgegeben.
Um die eingegangenen Daten mit weniger Zeitaufwand und größerer Zuverlässig
keit auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, wurde ein Computer-Programm geschrie
ben, das eine Vielzahl von Fehlem In den Datensätzen erkennt und mitteilt. Die
Arbeltszeitersparnis, die mit der Automatisierung der Datenkontrolle erreicht
werden konnte, ist beträchtlich.
Die Anzahl der Auskünfte und Beschaffungsaufträge von Daten hat sich etwas
erhöht (durchschnittlich 2 bis 3 Anfragen pro Monat). Die in den ozeanographi-
scfaen Datenzentren gespeicherten Werte könnten durchaus noch stärker als bis
her genutzt werden. Andererseits erwartet man von den Zentren ein vielseiti
geres Angebot an Daten. Das DOD konnte diesem verständlichen Wunsch wegen
der Personallage nur bedingt nachkommen. Bei der Beschaffung umfangreicher
Datenmengen wurde das Weltdatenzentrum A (Washington) um Unterstützung
gebeten; die Zusammenarbeit mit dieser Institution war wieder sehr erfolgreich.
Die 1971 mit deutschen Instituten begonnenen Gespräche über die Abgabe von
STD-Meßwerten (Salinity, Temperature, Depth) an das DOD führten zu einer
Übereinkunft, in welcher Form diese Daten an das DOD abgeliefert werden
sollten.
Unter Vorsitz des DOD-Leiters unterbreitete eine ad-hoc-Gruppe der IOC Work
ing Group on International Oceanographie Data Exchange einen Vorschlag für
ein geologisches Datenformat, in dem einfache Analysenergehnisse gespeichert
und ausgetauscht werden könnten. Die Anwendbarkeit des Formats soll in den
kommenden 3 Jahren in der Praxis getestet werden.
Auf Einladung der brasilianischen Marine übernahm der Leiter des DOD eine
fünfwöchige Beratertätigkeit am Diretoria de Hidrografia e Navegagäo in Rio de
Janeiro. Er entwarf eine den dort herrschenden Verhältnissen angepaßte Örgani*
sationsform für eine marine Datenbank.
Das DOD veröffentlichte seinen zweiten Tätigkeitsbericht, der den Zeitraum
1970/71 umfaßt. Für die Jahre 1972/73 erscheint ebenfalls ein ausführlicher Bericht,
Auch für die Jahre 1972 und 1973 wurde jeweils ein Heft „Die Fahrten deutscher
Forschungsschiffe (Planung)" herausgegeben.