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Full text: 71, 1943

102 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1943, 
Kleinere Mitteilungen. 
XKlimatographische Witterungsschilderung. Nr. 166: Seeverkehrsweg: 
Marokkanische Region des Atlantischen Ozeans. — Aus der Sammlung des über- 
seeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. — Meteorologische 
und physio-klimatische Beobachtungen zur Hochsommerzeit im See- 
gebiet vor der Rio de Oro-Küste. Beobachtungstag: 20. Juli 1937. 
Schiffsort: &° WOZ.: 24.5° N, 17.1° W, 
120 „ + 22.8° N, 17.7° W, 
200 „ 20.0” N, IP W. 
Mit dem Passieren der Kanarischen Inseln auf südlichem Kurs setzte am 
Vormittage des Vortages schönes Passatwetter ein, das den ganzen Tag über 
anhielt und am Abend. bei sternklarem Himmel zu starkem Taufall (Pfützen- 
bildung an Deck) führte, Beim Morgengrauen des Beobachtungstages bedeckt 
eine niedrige geschlossene Decke von Stratocumulus opacus, Stratus und Fraecto- 
stratus den Himmel vollständig. Um 5%b zerreißt die St-Decke von Zeit zu 
Zeit, so daß an einzelnen Stellen der blaue Himmel sichtbar wird. Indes gewinnt 
man nicht den Eindruck, als ob der beginnende Tag so schön wie der Vortag 
werden wird, vielmehr läßt das allgemeine Wetterbild auf eine unsichere, labile 
Wetterlage schließen. Wenn auch um 5%h bereits größere Teile des nördlichen 
Himmels wolkenfrei werden und das um 6%h beginnende weitere Aufklaren zu 
einer Himmelsbedeckung von 8 führt, so hüllt doch den ganzen Tag über bis 
22% eine gleichmäßige, geschlossene St-Decke den Himmel ein. Nur um 14h vermag 
für kurze Zeit die Sonne die Wolkendecke zu durchbrechen und den belebenden 
Sonnenschein zu spenden, Temperatur, Feuchte und Wind werden den ganzen 
Tag über an Deck als durchaus angenehm empfunden. Nur am frühen Nach- 
mittag beim Durchbruch der Sonne macht sich vorübergehend das Gefühl der 
Schwüle bemerkbar, und man hat das Bedürfnis, eine Kopfbedeckung zu tragen. 
Nach 23h nimmt die Himmelsbedeckung ein wenig ab, und der Vollmond 
sowie einzelne Sterne werden zeitweise sichtbar. Am Morgen des folgenden 
Tages zieht von 6%b bis 715h während dieser Reise des Schiffes der erste Tornado 
auf 18° 7’N, 18° 10’ W mit kräftigem Regen aus SE vorüber. 
Die meteorologischen Verhältnisse an Deck (Kommandobrücke) und in der 
auf dem Bootsdeck des Schiffes gelegenen, während der Beobachtungszeit jeweils 
geschlossenen Fahrgastkammer waren folgende: 
Außenluft 
fe 
Da Temp. | DAMPf-|ReLF} wind 
\ AZ | mm 
520 71.0 
6% 21.0 
8% 21,0 
10% 20.4 
1200 20.3 
14% 19.9 
1600 19,6 
18% 19.6 
20% | 19.3 
9000 | 919 
16.6 
16.9 
16.1 
16.1 
15.8 
15.6 
16.0 
16.2 
16,2 
1Q 4 
89 
91 
86 
90 
89 
89 
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Kammerluft 
Uhrzeit Temp. 
WOZ. sn 
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] 
mm LA 
E45 23,5 
7% 23,0 
820 23,5 
10% 22,6 
12% ° 220 
1430 21.9 
1620 22,5 
1825 21.0 
2020 22.0 
9920 99 1 
17.4 
16.8 
17.2 
16.4 
16.4 £ 
16.1 92 
16.9 S3 
17.0 "21 
82 9 
103 a1 
Temp. des Ober- 
flächen wassers 
Ct 
59 9 
21,2 
21.9 
20.5 
L 21.1 
) 20.1 
Wurden — wie erwähnt — die herrsehenden atmosphärischen Verhältnisse 
an Deck als angenehm empfunden, so war in der geschlossenen Kammer die 
charakteristische Gefühlsempfindung als ausgesprochen „sehr warm und schwül“ 
zu bezeichnen. Diese Feststellungen stehen durchaus im Einklang mit den 
klimatischen Abkühlungsgrößen, die nach der von Hill!) empirisch auf- 
gestellten Formel 
1) D. Hargood-Asch und L. Hill, The katathermometer as a physical instrument. Medie. 
Res. Council. Spee. Report Ser., Nr. 73. London 1923.
	        
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