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Full text: 71, 1943

Spangenberg, W. W.: Bemerkungen zur Bestimmung der Himmelsfarbe usw. 99 
festen Punkt gleichen Horizontabstandes, so kann dadurch natürlich sehr wohl 
ein Tagesgang vorgetäuscht werden, der nicht durch eine Änderung des Trübungs- 
zustandes der Atmosphäre an sich bedingt ist, sondern durch eine Bewegung 
des Punktes maximaler Himmelsbläue mit der Sonnenhöhe, Von besonderer 
Bedeutung ist hier sicher der trübende Einfluß der bodennahen Dunst- und 
Staubschicht, aus deren Einflußbereich sich der Punkt maximaler Bläue mit 
abnehmender Sonnenhöhe mehr und mehr zum Zenit hin entfernt. Als Ausdruck 
für die Reinheit der untersten Luftschichten kann man u. a. die Sicht heran- 
ziehen, deren Zusammenhang mit der Bläue schon lange hinreichend bekannt 
ist. Besonders instruktiv sind hier in diesem Zusammenhang die Beobachtungen 
von H, Landsberg und H. Jobbins, die allerdings nicht mit der Linkeschen 
Skala ausgeführt wurden, sondern mit dem von ihnen konstruierten Blauglaskeil- 
Zyanometer, mit dem man nach den Verfassern feinere Unterschiede messen 
können soll (19) (Anmerkung 7!). Es muß hier noch bemerkt werden, daß das 
in Tab. 3 gezeigte Beispiel nur die extremen Verhältnisse nach einigen wenigen, 
ausgesucht günstig liegenden Fällen darstellt; gewöhnlich wird diese Erscheinung 
dadurch wohl unauffälliger, daß durch die mittägliche Annäherung des Punktes 
maximaler Bläue an den Horizont mit steigender Sonne auch in geringen Höhen 
eine gewisse Zunahme der Blautönung eintreten kann, wenn nämlich.der Einfluß 
der bodennahen Dunstschichten etwas mehr zurücktritt (Anmerkung 8!). Auf 
jeden Fall muß sowohl bei der Beobachtung wie auch bei der Bearbeitung der 
Ergebnisse an diese Dinge gedacht werden. 
8. Beobachtungszeiten. Die Beobachtungen werden nach F, Linke (s) 
für eine klimatologische Übersicht am besten an den internationalen meteoro- 
logischen Beobachtungsterminen vorgenommen, im Sommer von 7 bis 8, 14 und 
19 Uhr bzw. im Winter abweichend davon um 10 und 16 Uhr wahrer Zeit. 
G. Schindler führte seine Schätzungen zu folgenden Zeiten aus: im Mai bis Juli 
um 7, 14 und 19 Uhr, sonst 16. Im Oktober bis Februar liegen die Termine um 
10 morgens statt 7 Uhr (16). Dabei betrachtet er — und das auch mit Recht! — 
eine Abweichung von + 30 Minuten als statthaft, falls irgendwelche äußeren 
Umstände die Beobachtung am vorgeschriebenen Zeitpunkte unmöglich machen 
sollte (wie Wolken, Dunst usw.). H. Grimm arbeitete um 7, 14 und 19 Uhr (18), 
H. Voigts um 8, 10, 14, 16 und 19 Uhr (zo). In jedem Falle also liegt der 
Mittagswert bei 14 Uhr. Der Verfasser gab dagegen als Mittagsmeßzeit 12 Uhr 
an (zı); wenn irgend möglich, gelten aber folgende Zeiten: im Sommer um 6, 
8, 10, 12, 14, 16 und 18 bzw. im Winter 10, 12, 14, 15 Uhr. Wichtig erscheint 
aber, daß eine Mittagsmessung um 12 Uhr w. Z. ausgeführt wird, um eine An: 
gleichung an die üblichen Termine der Sonnenstrahlungsmessungen zu erzielen, 
die stets einen Mittelpunkt im wahren Mittag haben oder haben sollten. Es 
wird dadurch eher ein Vergleich mit dem Gang des Trübungsfaktors möglich, 
der doch oft um den Mittag herum ein mehr oder minder deutlich ausgebildetes 
Maximum zeigt. Allerdings muß zur Ermittlung eines etwaigen Tagesganges 
der Himmelsbläue, wie er von Linke vermutet und von Landsberg und 
Jobbins mit ihrem Blauglaskeil beobachtet wurde, häufiger als dreimal am 
Tage gemessen werden, am besten alle zwei Stunden, Als günstigste Beobach- 
tungszeiten für gewöhnliche klimatologische Betrachtungen dürften die folgenden 
Termine anzusehen sein: im Sommer 7 oder 8, 12, 18, eventuell 14 Uhr dazu, im 
Anmerkung 7: Bei dem Landsberg-Jobbinsschen Blauglaskeil-Zyanometer wird die 
Himmelsfarbe mit der Tönung eines blauen Glaskeiles verglichen, der 15 cm lang ist. Die Beleuch- 
tung erfolgt durch einen Spiegel mit Sonnenlicht. Der Blaugrad wird in Millimetern der Glasdicke 
abgelesen. Zwischen der Keildicke W und den Stufen der Linkeschen Skala B besteht die Beziehung 
B=4W-+3. Dieser Apparat soll den Vorzug haben, daß man den Himmel überall erfassen kann, 
was mit anderen Methoden allerdings nicht immer möglich ist. Eine Erprobung von anderer Seite 
ist noch nicht bekanntgeworden. 
Anmerkung 8: Es muß hierbei allerdings daran gedacht werden, daß der Abstand des Punktes 
maximaler Bläue von der Sonne durchaus nicht immer konstant 90° zu betragen braucht. Ein Ein- 
Huß, der diesen Abstand irgendwie ändern könnte, wäre immerhin von seiten des atmosphärischen 
Frübungszustandes oder der Sonnenhöhe denkbar (ähnlich wie bei den neutralen Punkten der atmo- 
sphärischen Polarisation !).
	        
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