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Full text: 71, 1943

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1943, 
einigen anderen Beobachtern vollauf bestätigt wird. Man wird wohl — vielleicht 
völlig unbewußt — gerne dann zu solchen Werten greifen, wenn die Schätzung 
durch eine erheblich abweichende Farbzusammensetzung der Himmelsfarbe etwas 
erschwert wird, wie etwa verstärkte Beimengungen roter, schwarzer, grüner 
oder gelber Töne, Ob der höhere Prozentsatz an ungeraden oder halbierten 
Stufen in Hoch-Serfaus (1800 m hoch) im Vergleich zu Potsdam hierdurch zu 
deuten ist, mag dahin gestellt bleiben. 
Auf jeden Fall ist eine längere Einübungszeit erforderlich. Die dazu be- 
nötigte Zeit wird natürlich für jeden Menschen ganz verschieden ausfallen, in 
den meisten Fällen werden aber wohl 8 bis 12 Wochen ausreichen. Erst danach 
. können die geschätzten Blaustufenwerte 
SE Anspruch auf hinreichende Zuverlässig- 
—— keit erheben, 
Müller | Grimm I Ditterenz Zwischen gut eingearbeiteten Beob- 
achtern pflegt dann auch eine recht 
befriedigende Übereinstimmung der 
Resultate zu herrschen. Ein Beispiel 
mag das zeigen. Aus zwei gleichzeitig 
erhaltenen Reihen in Tabarz (Thür.) von F, W. Müller und H, Grimm (18) ergibt 
sich das in Tab. 2 gezeigte Bild, 
Auch H. Berg (1s) weist ausdrücklich darauf hin, daß zwischen ihm und 
zwei anderen Beobachtern in allen Höhenlagen keine. wesentlichen Abweichungen 
hinsichtlich der Farbauffassung und der Bewertung der Bläue nach der Linkeschen 
Skala bestanden haben (Anmerkung 6!). 
7. Der Punkt maximaler Himmelsbläue. Für eine klimatologische Beob- 
achtungsreihe ist es von größter Wichtigkeit, bei jeder Schätzung sorgfältig 
darauf zu achten, daß auch wirklich die Farbe der dunkelsten Stelle des Himmels 
geschätzt wird. Im allgemeinen befindet sich dieser Punkt im Sonnenvertikal 
in etwa 90° Sonnenabstand. Einige Autoren geben auch schon Werte von 70° 
an.. Es können unter bestimmten Um- 
Himmelsbläue im Sonnegvertikal (nach wenigen ständen schon um wenige Grade zu große 
TE oder zu kleine Sonnenabstände genügen, 
ausgewählten Beobachtungen von 1937 und 1942). um abweichende Blaugrade zu geben, 
was sich z. B. für die Feststellung eines 
eventuellen Tagesganges der Blaufärbung 
verhängnisvoll auswirken kann. Die 
nebenstehende Tab. 3 gibt einige Bei- 
spiele dazu an. 
Der Blaugrad der dunkelsten Stelle 
des Himmels in 90° Sonnenabstand wurde 
hier als 1.00 bezeichnet, auf ihn wurden 
die anderen Werte bezogen. Die Werte 
von 12, 1243 und 1245 Uhr wurden getrennt dargestellt, weil nämlich 
der Punkt maximaler Bläue bei geringen Sonnenhöhen mehr gegen den Zenit 
hinauf gehoben wird, so daß sich auch die übrigen festen Sonnenabstands- 
punkte mehr ’aus dem Bereich des horizontnahen Dunstes entfernen und etwas 
stärker blau erscheinen können, Dies zeigt sich aus den wenigen Versuchs- 
beobachtungen der Tab, 3 angedeutet. Man kann also morgens und nachmittags 
unter Umständen in gleich großen Sonnenabständen andere Blauwerte erhalten 
als mittags. Beschränkt man sich daher bei seinen Beobachtungen auf einen 
Anmerkung 6: Weniger gut ist aber die Übereinstimmung zwischen den Messungen von 
Tabarz [nach (18)] und von Friedrichsroda (nach den-,,Tabellen der Intensität der Sonnenstrahlung 
in Nord- und Mitteleuropa“). Die Tabarzer Werte liegen erheblich viel tiefer als die von Fr. Der 
Unterschied bleibt auch dann ziemlich groß, wenn man berücksichtigt, daß die Schätzungen in ver- 
schiedenen Jahren und möglicherweise auch mit verschiedenen Skalen (12- und 1l4teilig) gemacht 
sind. Nach J., Bleibaum („Balneologe‘‘ 1937, $. 497, zit. nach Bioklim. Beibl. 5, 40) herrschen in 
Fr. im Sommer relativ ungünstige Sırahlungsverhältnisse, an sehr heißen Tagen tritt stärkerer Dunst 
8 den, A größere Himmelsbläue an sich verhindern müßte, Die Blaugrade von Fr. sind 
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