Wegener, K.: Der „kernlose“ Winter der Polar-Region,
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Diese Stationen sind die bisher einzigen im Südpolargebiet, die genügend
ungestört gelegen sind, um allgemeinere Gesetze erkennen zu lassen. In Grönland
liegen die Eismitte- und Weststation 1930/31 auf dem Inlandeis ideal frei. Auf
die Weststation können wir verzichten, weil sie in bezug auf den kernlosen
Winter nichts anderes zeigt als Eismitte. Bei allen drei Stationen, die wir
schließlich als typisch ver- : Eismitt
wenden, „Framheim“, „Eis- ramheim ismifte Gauss
mitte“ und „Gauß‘“% zeigt sich 190 DS wen 902/08
der Wiederanstieg der Maxi-
malwerte, aber ebenso der
Monatsmittelwerte der Tem-
peratur zu einer Zeit, zu der
die Ausstrahlung der Schnee-
oberfläche in der Abküh-
lung der Luft sich gerade
am stärksten geltend machen
sollte. Ich denke, daß die
Kurven dies genügend deut-
lich zeigen.
Man kann, sobald das
allgemeine Ergebnis klarge-
stellt ist, dieses auch an den
Daten der gestörten Statio-
nen mehr oder weniger deut-
lich wiedererkennen, aber
zur Beweisführung sind die
gestörten Stationen weniger
geeignet. „Kap Adare“ (1899
bis 1900) zeigt die Er-
scheinung gut, „Mac-Murdo“
(1911/12), die Station Scotts, zeigt in den Maximalwerten Konstanz im Winter
und bei den Mittelwerten Verlangsamung des Abstiegs, Am sonderbarsten sind
wohl die Beobachtungen von „Snow hill“ am Graham-Land, wo die höchste Tempe-
ratur des Jahres, -}-8° bis 10°C, am Ende des Winters, im August—September
beobachtet wurde. Die Kurve der Mittel- und Minimaltemperaturen dagegen ähnelt
der des „Gauß“. Wenn hier von Ausstrahlung die Reede ist, so ist damit der
Strahlungsunterschied zwischen der von der Firnoberfläche an die Luft und den
interplanetaren Raum durch Strahlung abgegebenen, der 4. Potenz der absoluten
Temperatur der Firnoberfläche proportionalen Wärmemenge/Flächeneinheit und
der entsprechenden auf diese Fläche von außen durch Strahlung einfallenden
Wärmemenge gemeint,
Nun könnte man vielleicht glauben, daß der Temperaturanstieg von einer
VYerdämmung der Ausstrahlung des Inlandeises durch Wolken herrühre, Für
Grönland sei dies in Tab, 1 nachgeprüft, die für Eismitte (3000 m) und West-
station (950 m Höhe auf dem Rand des Inlandeises gelegen) die Beobachtungen
wolkenlosen und ganz bewölkten Wetters in Prozenten der Gesamtzahl der Beob-
achtungen angibt.
Tabelle 1. Bewölkung 0 und 10 in Prozenten der Gesamtzahl der Beobachtungen in Eismitte
‚und an der Weststation,
aA *
vr) IX | x xx! a | ar adv | vo va var ven) ax
10 19 23/26 | 18 |22 20 .161.3| 412 5 % Eismitte
16 20 |14 14 10 19 [10114 31 Ss) 19 2141| 4 3% Weststation
23 26 20 21.30 |38 2535 3120 23/4 | _% Eismitte
21 118127123! 36 11713114124 27119 | 19 | 43 133% Weststation
Wenn in Eismitte und Weststation 10 bis 20% der Beobachtungen im Winter
wolkenloses Wetter aufweisen, so ist doch wohl zur Ausstrahlung genügend