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Full text: 71, 1943

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1943, 
als ein weiteres Ergebnis gewertet werden kann. Dies Beispiel möge hier 
genügen. — Zum Schluß gebe ich noch die 
11. Extremwerte der Jahresamplituden. Dies sind, für den ganzen Zeitraum 
bei jeder Station, außer bei Leipzig, wo die Beobachtungen erst 1831 einsetzen, 
in das Jahr 1788 gefallen, wo einem ziemlich warmen Juli (Berlin 21,0°, Prag 
23.3°, Wien 22.8°) ein extrem kalter Dezember gegenüberstand (Berlin — 11.2°, 
Prag — 9.7°, Wien — 8.4°), In Leipzig war 1929, das Jahr mit dem „arktisch“ 
temperierten Februar, das extremste: jener Monat hatte dort das Mittel — 10.3°, 
dem ein Juli von 19.1° gegenüberstand, Auch in Prag und Wien war dieser 
Februar der kälteste der (im Vergleich zu Leipzig) viel längeren Reihe: — 11.0° 
bzw. — 9.9°). 
Der „kernlose‘“ Winter der Polar-Region. 
Von Kurt Wegener (Konstanz, Bodensee), 
Im letzten Teil (VII) der wissenschaftlichen Ergebnisse der Deutschen Grönland- 
Expedition. meines Bruders Alfred habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß der 
merkwürdige Wiederanstieg der Lufttemperatur über Grönland im Anfang des 
Winters offenbar eine Gesetzmäßigkeit ist, Dieselbe Gesetzmäßigkeit ist für das 
Südpolargebiet schon früher von Meinardus, Simpson und anderen wahr- 
scheinlich gemacht und der antarktische Winter daraufhin als „kernlos“ bezeichnet 
worden. Ich will versuchen, den physikalischen Prozeß, um den es sich handelt, 
hier soweit als möglich darzulegen; a. a. O. habe ich mich darauf beschränkt, zu 
sagen, daß der erneute Anstieg der Temperatur von verstärktem Abstieg der- 
jenigen Luftmassen herrühre, die den Schwerewind, die abfließende bodennahe 
Luftschicht, ersetzen müssen. Daß es sich also um eine Art Föhnerscheinung handelt, 
Zunächst seien nebeneinander gestellt die absoluten Maxima und Minima der 
Monate, und die Monatsmittel selber der Temperatur von einigen Stationen, um 
die Erscheinung deutlich zu zeigen, Die meisten Stationen im Südpolargebiet 
sind örtlich stark beeinflußt. „Port Denison“ („the home of the Blizzard“), wo 
praktisch das ganze Jahr hindurch Südsturm bläst, während in dieser Breite 
sonst Ostwinde wehen, kann sicherlich kein allgemeines Bild liefern. Allgemeiner 
werden alle Stationen auf der Luv- oder Ostseite von Gebirgen entwertet. Denn 
die kalte, dichte bodennahe Luftschicht der Polar-Region kann ein Gebirge nicht 
übersteigen; Aufwinde sind dort ebenso selten, als sie bei uns häufig sind; 
infolgedessen entwickelt sich diese Schicht beim Umfließen der Berge leicht zum 
reißenden Strom, der auch über den in Lee gelegenen Stationen dann Lee- 
wirbel bildet. 
Infolgedessen werden die Stationen bei Grahamland („Snow hill“ „Belgica“ 
usw.) wohl erst für spezielle Untersuchungen in Frage kommen. Ebenso die 
Stationen an der Westküste der Roß-See. Wird der Ostwind im Südpolargebiet 
durch Berge nach Norden abgelenkt, so verstärkt er sich infolge Strombett- 
verengung, nimmt das Packeis mit und erleichtert so das Vordringen der Schiffe 
gerade in diesen gestörten Gegenden, Vor „Port Denison“ ist das ganze Jahr 
hindurch die See offen. Gerade die gestörten Gebiete weisen infolgedessen die 
meisten meteorologischen Beobachtungen auf, weil hier am leichtesten hohe süd- 
liche Breiten zu erreichen waren. 
Von allgemeinerer Bedeutung und einwandfrei sind nur die Stationen „Fram- 
heim“ (1911/12) Amundsens auf der Roß-Barriere, wo Amundsen die Zugäng- 
lichkeit der westlichen Roß-See benutzte, dann aber nach Osten ging, um von 
den schweren Stürmen der westlichen Roß-See frei zu kommen, die für. Scott 
zum Verhängnis wurden; die dicht dabei gelegene Station „Little Amerika“ 
(1929/30 und 1934/35) Byrds und die freilich schon etwas nördlich gelegene 
Station „Gauß“ (1902/03) v, Drygalskis. Die Beobachtungen in „Little Amerika“ 
decken sich praktisch mit denen von „Framheim“, was zugleich die allgemeinere 
klimatische Bedeutung der dortigen Beobachtungen beweist, und können folglich 
fortgelassen werden.
	        
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