Meißner, O.: Vergleichende Betrachtungen der Mitteltemperaturen von Berlin usw, 87
Es kann aber zu einer mehr als oberflächlichen Vergleichung nur eine
Tabelle benutzt werden, die für die verglichenen Stationen dieselben Zeiträume
benutzt, wie dies ja schon in $ 5 näher erläutert wurde,
8, Strenge Vergleichung von Berlin, Wien und Prag. Bei diesen drei Stationen
konnten die gleichzeitigen Beobachtungen von 1781 bis 1900 benutzt werden, siehe
Tab. 7. — Betrachten wir zunächst das obere Drittel. Auch hier sehen wir, daß
die Amplituden außer den Maximis von Berlin über Prag nach Wien zunehmen.
Dagegen sind die Streuungen für Berlin merklich größer als für die beiden
anderen Stationen, Die Amplituden und ihre Maximalwerte nehmen bei allen
Stationen merklich ab im Laufe der Zeit: die zeitlichen Kff. sind alle negativ,
hier aber mit Ausschluß der Maxima. Das rührt natürlich daher, daß der Ver-
gleichszeitraum mit 1900 endet; die Abnahme setzt sich sogar (nach Tab. 1) noch
bis in die ersten Jahrzehnte des XX. Jahrhunderts fort, um aber in der allerletzten
Zeit, besonders deutlich bei Prag, weil dies bis 1940 geht, wieder zuzunehmen,
Was die Differenzen betrifft, so nehmen diese, insbesondere bei den A, und As,
mit der Zeit stark zu, wie die „zeitlichen“ Kff. lehren, Es ist sehr merkwürdig,
daß auch die Differenzen der Temperaturen selbst einen systematischen Gang
zeigen?!); beides hängt nicht unmittelbar zusammen, zeigt aber in gleichem Sinne
auf eine stärkere Zunahme der „Maritimität“ in Berlin hin, gegenüber den beiden
anderen Stationen; was wohl leicht darauf zurückgeführt werden kann, daß
Berlin dem Ozean am nächsten liegt. Der Einfluß ist ja auch bei Wien und
Prag vorhanden: sowohl in der Abnahme der Amplituden wie in der Zunahme
der Temperatur!) erkennbar, aber eben in schwächerem Maße als in Berlin.
Weiterhin sehen wir, daß die Korrelation der Jahrzehntemittel zwischen den
drei Stationen recht hoch ist. Die Werte überstiegen sämtlich ihre mittleren
Fehler und betragen im Durchschnitt ?/„, ein Wert, der mir bei Korrelations-
rechnungen ähnlicher Art oft vorgekommen ist und bedeutet, daß es einen
Haupteinfluß gibt, der ihn verursacht, während noch andere „störende“ Einflüsse
(im astronomischen Sinne) vorhanden sind, die aber nicht entscheidend wirken.
Auch die Korrelation der Differenzen ist noch hoch, außer bei dem Paar
Wien - Prag/Prag - Berlin; hier sind die Kff. viel kleiner, ohne daß ich einen
plausiblen Grund dafür anzugeben wüßte.
9. Vergleichung der Stationen für die Zeit von 1831 bis 1900. Nur für diese
sieben Jahrzehnte liegen Simultanbeobachtungen aller vier Stationen vor. In
Tab. 8 sind die Daten in der üblichen Weise zusammengestellt. Wie man sieht,
sind die Amplituden bei den drei auch in Tab. 7 vorkommenden Stationen
durchweg geringer als in Tab. 7, weil eben die früheren Jahrgänge mit den
für die Zeit von 1781 bis 1900 nach Jahrzehntemitteln.
Mi | Str. 00x Min | Str. 00x01 Mittel
Tabelle 7.
1781—1900
Str.
100 X ff}
15.10°) + 1.51°) —80
17.08 41.10} + 2
16.37 121.16 - 5
16.18 [4159 | -11
1.10 120.47 1 +17
17.18
19.27
18.52
„1.429
41.24
+1.12
4126 | — 7 |
013! 418
—
+1.83° +0.62°
41.07 40.49 |
+1.20 20.45
— 44 +26
— 33 +32
90 +92
Berlin. ....
Wien ..... ;
Prag...... e |
Mittel.... | &
Str... ......
18.37
0.99
I
4137 4052 |
+0.39 %0.09
36 +27
+ 7. RK
1.98 |+1.42 | +34
0.71 1+1.02 | +15 }
127 20.98 | +96
2.14 +1.44 | +11
0.74 140.83 | —24
140 1.196 | — 24
Y7—B.....) ;
W—P..... f*
DR... E
+43 +25
+90 +13
+65 +92
468 +91
|
+39 +26
+51 427
+68 +22
„58 ÜdR
+55
+45
70
„ar
1°
+17
+10
„12
)
B—-W....°
B—P.....
W-—P.....
Mititel....
+71 +20
+65 +22
+ 6 +28
247 4 37
. +49 4:7
| +69 +21
— 8+28
4. 275 2 AD
-B +28
+76 +12
- 7 +21
don AA
W-B, W-P\_
W-B. P-B | e
W-P; P-B)S
Mittel. _ F
7. die erste Mitteilung, Ann. d. Kydr. 1943. &. 27