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Full text: Jahresbericht 1926

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1926. 
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I. Flugberatung Warnemünde. 
Die Deutsche Luft-Hansa hielt vom 10. November bis 23. Dezember 1926 in 
Warnemünde Seeflugkurse ab, zu denen als Meteorologe Dr. Soltau entsandt 
wurde, um diese Flüge wetterkundlich zu beraten und meteorologische Vortrags 
kurse abzuhalten. Für die Beratung der mit einem Dornier-Wal-Flugboot aus 
geführten Ostseeflüge wurde täglich morgens eine Achtuhrwetterkarte gezeichnet. 
An den Flügen nahm der Meteorologe mit einer Ausnahme (erster Flug) teil; 
die zurückgelegte Flugstrecke betrug etwa 5800 km. Während der Flüge wurden 
mit einem Aßmann Temperatur und Feuchtigkeit gemessen, ferner Bewölkung 
und Sicht beobachtet. Außerdem bekam die Flugleitung in Warnemünde stündlich 
durch F. T. kurze Wetterberichte. Nach Beendigung jeden Fluges wurden die 
unterwegs gesammelten meteorologischen Erfahrungen mit den anwesenden 
Flugzeugführern besprochen. 
VIII: Bericht über die Tätigkeit der Ozeanographischen Abteilung (H). 
Die Beobachtungen auf den wichtigsten der deutschen Feuerschiffe gingen 
in unveränderter Weise weiter vor sich. Das bisher gewonnene Material ist in 
Aufarbeitung für die Drucklegung genommen. Es ergibt sich die unabweisbare 
Forderung, daß, wenn in jeder Hinsicht einwandfreie Beobachtungen gewonnen 
werden sollen, ein regelmäßiger Besuch eines jeden Feuerschiffes mindesten 1 mal 
in jedem Jahr möglichst für 1 bis 2 Tage durch Beamte der Seewarte stattfinden 
muß, was bei den Ablösungen der Besatzung nicht zu erreichen ist. 
Was die Fortführung der Echolot-Versuche betrifft, so wurde eine neueste, 
für geringe und große Tiefen berechnete Type der Behmschen Apparatur in Kiel 
beschafft, deren Abnahme aber noch nicht erfolgen konnte, weil Versuche auf 
dem Fischereibewachungsfahrzeuge der Marine „Zieten“ bislang nicht befriedigt 
haben. Die Versuche werden fortgesetzt. 
Von Fahrten auf See, zu denen die Abteilung Personal und Ausrüstung 
stellte, sind hauptsächlich zwei Unternehmungen der Deutschen Kommission für 
Meeresforschung (Mitglied für Hydrographie Prof. Dr. Schott) zu nennen: erstens 
eine Reise des Reichsforschungsdampfers „Poseidon“ in die mittlere Ostsee vom 
1. bis 20. Juli 1926, woran Prof. Dr. Schulz, Dr. Zorell und Kapt. Hatje von der 
Seewarte teilnahmen. Die Fahrt erstreckte sich von Kiel aus bis in die Gegend 
von Gotland. Zweitens ist die Reise des Fischereikreuzers „Zieten“ nach dem 
Barents-Meer und der Murmanküste vom 10. August bis 23. September 1926 zu 
nennen, die Prof. Dr. Schulz von der D. S. leitete. Auf beiden Expeditionen, 
besonders auf der letztgenannten, wurden in umfangreicher Weise ozeanogra- 
phische Daten gewonnen, deren Bearbeitung noch aussteht. Einige kurze Notizen 
des Vorberichtes s. Ann. d. Hydr. 1926, S. 443. Auf der „Zieten“-Fahrt (Murman 
küste) kam eine erste Fühlungnahme der deutschen Meeresforschung mit der 
russischen in Alexandrowsk zustande. 
Nachdem das Deutsche Reich im September 1926 seinen Wiedereintritt zur 
internationalen Meeresforschung (Conseil permanent pour Fexploration de la 
mer) in Kopenhagen vollzogen hat, steht eine starke Inanspruchnahme der ozeano 
graphischen Abteilung der Deutschen Seewarte auch dafür von jetzt ab in sicherer 
Aussicht. 
Der zur Abteilung gehörende wissenschaftliche Angestellte Dr. Schumacher 
befand sich während des ganzen Berichtsjahres, wie schon 1925, an Bord des 
Vermessungs-Forschungsschiffes „Meteor“ der Reichsmarine als Teilnehmer an der 
Tiefsee-Expedition im Südatlantischen Ozean. Neben anderen ozeanographischen 
Aufgaben liegt ihm in selbständiger Tätigkeit die Ausführung photogrammetrischer 
Wellenaufnahmen und der Verdunstungsmessungen auf See ob. Er wurde, dank 
dem Entgegenkommen der Hamburgischen Unterrichtsverwaltung, hauptsächlich 
durch Oberlehrer Dr. Thorade vertreten; dazu kam ab 1. Oktober Dr. Zorell. 
Dr. Thorades Aufgabe bestand im wesentlichen noch in der Bearbeitung des
	        
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