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Volltext : Jahresbericht 1926

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1926.

Interesse  und  Verständnis  der  von  der  Witterung  abhängigen  Kreise;  das  gleiche
gilt  vom  Auskunftsdienst,  namentlich  für  landwirtschaftliche  Unternehmungen.
Geklagt  wurde  öfter  über  das  durch  ungenügende  Zugverbindungen  bedingte
verspätete  Eintreffen  der  Wetterkarte  an  verkehrsfernen  Plätzen.
Auf  Anregung  von  Schulrat  Rohlfs  in  Swinemünde  wurden  Anfang  September ­
  für  die  etwa  50  Volksschullehrer  der  Inseln  Usedom  und  Wollin  Vorträge ­
  zur  Einführung  in  die  Wetterkunde  abgehalten.
k.  Flugwetterwarte  Hannover.
1.  Flugberatung.
Ein  wesentlicher  Fortschritt  war  der  Ende  Oktober  erfolgte  Umzug  der
Flugwetterwarte  von  der  außerhalb  des  Flugplatzes  gelegenen  Kraftfahrkaserne
in  die  von  der  Stadt  Hannover  für  den  Luftverkehr  übernommene  Halle  der
Fliegerschule.
An  der  Flugexpedition  nach  Ostasien,  die  die  Deutsche  Luft-Hansa  im
Juni  bis  Oktober  durchführte,  nahm  der  Leiter  der  Flugwetterwarte,  Dr.  Seilkopf,
als  beratender  Meteorologe  teil.
Infolge  Einstellung  des  Luftverkehrs  im  Winter  1925/26  waren  zunächst
nur  Sonder-  und  Überführungsflüge  wetterkundlich  zu  beraten  sowie  die  Schulund
  Übungsflüge  der  Sportflug  G.m.b.H,  die  im  Oktober  nach  München-Schleißheim
verlegt  wurde.  Der  planmäßige  Luftverkehr  wurde  im  Frühjahr  auf  den  Strecken
Bremen—Hannover—Leipzig,  Hamburg—Hannover—Frankfurt  a.  M.,  Berlin—
Hannover—Amsterdam  eröffnet;  hinzu  kamen  Ende  Juni  Hannover—Osnabrück—
Emden—Norderney—Borkum  und  Mitte  Juli  die  bis  Erfurt  zu  beratende  Strecke
Hannover—Erfurt—Fürth—München.  Im  Winterluftverkehr  1926/27  ist  erstmalig ­
  ein  größeres  Streckennetz  über  Hannover  beibehalten  worden  mit  Starten
nach  Berlin,  Amsterdam,  Hamburg,  Frankfurt  a.  M.,  Bremen  und  Essen.
Oft  landeten  Maschinen  der  Flugstrecken  Berlin—Dortmund  und  Berlin—
Köln  in  Hannover,  um  sich  über  die  Einflugsmöglichkeiten  in  die  Mittelgebirgslandschaften ­
  im  Süden  beraten  zu  lassen.  Die  Inanspruchnahme  der  Flugwetterwarte ­
  war  deshalb  erheblich  größer,  als  aus  den  Flugplänen  hervorgeht.  Aber
gerade  bei  Schlechtwetterlagen  hat  sich  eine  Einrichtung  bewährt,  die  vom
Reichsverkehrsministerium  im  Laufe  des  Sommers  geschaffen  wurde:  Die  Flugkabel. ­
  Alt  erstes  wurde  das  Fernsprechkabel  Berlin—Hannover  eröffnet,  dem
sich  die  Kabel  nach  Bremen—Hamburg  und  nach  Essen—Dortmund,  Essen—
Köln  anschlossen.  In  erster  Linie  dienen  diese  Kabel  zur  Entlastung  des  Funkverkehrs ­
  bei  der  Übermittlung  von  planmäßigen  Wetter-,  Start-  und  Landemeldungen. ­
  Daneben  ist  auf  diesen  Kabeln  unmittelbare  fernmündliche  Verständigung ­
  mit  den  angeschlossenen  Flugwetterwarten  möglich,  wobei  die  zentrale
Lage  Hannovers  im  westdeutschen  Kabelnetz  besonders  günstig  ist.  Die  Kabel
ermöglichen  es  auch,  stündliche  Sammelmeldungen  des  Wetters  aus  diesem  großen
Netz  durch  die  Flughafenfunkstelle  Hannover  drahtlos  zu  verbreiten.  Ende  des
Jahres  stellte  die  Flughafenfunkstelle  Dortmund  ihren  Betrieb  ein.  Hannover
übernahm  die  Sammlung  und  drahtlose  Verbreitung  der  Wettermeldungen  von
Essen,  Dortmund,  Köln  usw.
Eine  wesentliche  Aufgabe  der  Flugwetterwarte  wird  darin  gesehen,  die  durch
die  tägliche  Beratung  gewonnenen  Erfahrungen  aus  bestimmten  Gegenden  und
über  bestimmte  Verhältnisse  (Sicht  usw.)  wieder  praktisch  für  den  Flugverkehr
zu  verwerten.
2.  Zeitungs-  und  Wirtschaftswetterdienst.
Wie  in  den  Vorjahren  wurden  die  Morgen-  und  Abendwetterkarte  als  Klischeekarten ­
  (Pappmater)  herausgegeben.  Mit  diesen  Karten,  zu  denen  Wetterübersichten ­
  und  Wettervorhersagen  kamen,  wurden  50  bis  60  Zeitungen  versorgt.
Neu  eingerichtet  wurde  ein  Gewitterwarnungsdienst  für  das  Stromnetz  des  Großkraftwerkes ­
  Hannover,  das  vom  Westharz  bis  zur  unteren  Aller  reicht.  Die  Zahl
der  sonstigen  Wetterauskünfte  hat  sich  gehoben.
            
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