Das Deutsche Hydrographische Institut im Jahre 1988
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1 Allgemeiner Bericht
Das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) im Jahre 1988
Das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) in Hamburg, eine Bundesoberbehör
de im Geschäftsbereich des Bundesministers für Verkehr, hat umfassende Aufgaben
für die Seeschiffahrt und die Meeresumwelt. Dazu gehören Seevermessung und
Herausgabe von Seekarten und nautischen Veröffentlichungen, die hydrographi
schen Dienste wie der Gezeiten-, Windstau- und Sturmflutwamdienst, die Zulas
sung nautischer Geräte für die Schiffahrt und Forschungstätigkeiten für Seeschiff
fahrt und Fischerei und der Schutz der Meeresumwelt.
Eine Gesamtstrecke von etwa 20 000 km in Nord- und Ostsee wurde neu vermes
sen. 203 bekannte Wracks wurden überprüft, 92 neue Wracks geortet und be
stimmt. Für die Schiffahrt wurden zahlreiche Handbücher, andere nautische Veröf
fentlichungen und Seekarten neu bearbeitet und herausgegeben. Die Umstellung
auf das Internationale Seekartenwerk machte weitere Fortschritte. Ferner arbeite
te das DHI auf internationaler Ebene an der Definition und Standardisierung der
„Elektronischen Seekarte“ mit.
Wegen fehlender Beseitigungsmöglichkeiten an Land mußte das DHI 5 Erlaubnisse
zur Verbrennung von chlorierten Abfallstoffen auf See erteilen. Die Zulassung der
Verbrennungsanlage auf dem Verbrennungsschiff „Vesta“ wurde erneuert.
4 Forschungshandlungen im Bereich des deutschen Festlandsockels wurden geneh
migt.
Es wurden 350 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Anla
gen I und II zu MARPOL 1973/78 durchgeführt und 294 Bußgeldbescheide festge
setzt.
Das DHI war Gastgeber für die alle zwei Jahre tagende Konferenz der Ostseehydro
graphen und nahm an der entsprechenden Tagung der Nordseehydrographen teil.
Ziel dieser Regionalkonferenzen ist die Verbesserung der Zusammenarbeit und der
Informationsaustausch auf nautisch-hydrographischem Gebiet.
Die meereskundlichen Dienste arbeiteten in gewohnter Weise, allerdings zum Teil
unter erschwerten Bedingungen, da sämtliche bemannten Feuerschiffe außer
Dienst gestellt worden sind und die automatischen Meßsysteme noch erheblicher
Installations- und Wartungsarbeiten bedürfen. Auf den unbemannten Feuerschiffen
„Elbe“ und „TW Ems“ wurden die ozeanographischen Meßeinrichtungen eingerich
tet und in Betrieb genommen.
Die Überwachungs- und Forschungtätigkeit in der Nord- und Ostsee wurde im Hin
blick auf die internationalen Anstrengungen zur Reinhaltung der Meere verstärkt.
So fanden in der Nordsee zwei Großaufnahmen (Sommer und Winter) zur Bestim
mung von Schwermetallen im Meerwasser an jeweils 150 Stationen und an Oberflä
chensedimenten statt.
Experten aus den Ostseestaaten tagten im DHI, um den internationalen Austausch
von Eisnachrichten, Eisbeobachtungen und die Nutzung von Femerkundungsdaten
zu intensivieren.
Das Deutsche Ozeanographische Datenzentrum nahm einen weiteren Teil des Ge
samtsystems „Meeresumwelt-Datenbank“ (MUDAB) in Betrieb. MUDAB wird ge
meinsam mit dem Umweltbundesamt in Berlin finanziert. Erstmalig wurden Bei