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Full text: Jahresbericht 1926

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für ] 926. 
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und verschiedenen Reedereien telephonisch zugesprochen. Im letzten Winter ist 
der Eisnachrichtendienst dadurch wesentlich verbessert, daß auf Veranlassung 
der Deutschen Seewarte verschiedene Großfunksender diese Meldungen verbreiten. 
Auch der Königsberger Rundfunk, der einen 10 Kilowattsender erhalten hat, 
gibt um 11 Uhr vormittags auf Welle 329.7 im Anschluß an den Wetterbericht 
die von der Wetterwarte gesammelten Eisfunksprüche von Deutschland, Dänemark, 
Lettland und Estland für die Schiffe der östlichen Ostsee weiter. Sie werden 
um 3 Uhr 35 nachmittags wiederholt, wobei die inzwischen aufgenommenen 
Meldungen von Rußland, Finnland, Schweden und die eingegangenen Schiffsbe 
richte angehängt werden. 
Der öffentliche Wetterdienst hat sich stetig weiterentwickelt. Die Auf 
lage der Wetterkarte schwankte zwischen 600 und 650 Exemplaren. Die Ost 
preußische Wetterzeitung, eine Beilage der Wetterkarte, in der volkstümliche 
Fragen über Wetterkunde behandelt werden, hat dem Wetterdienst viele Freunde, 
besonders bei Schulen und Gemeinden gewonnen. Die Ostpreußenwetterkarte, 
in der täglich fernmündlich aufgenommene Provinzbeobachtungen wiedergegeben 
werden, erfreut sich allgemeinen Interesses. Sie gibt außerdem dem Meteoro 
logen wertvolle Anhaltspunkte für Flugberatung, Wettervorhersage und klima 
tische Verhältnisse. Allerdings betragen die Unkosten hierfür auch 4—5000 Mark 
jährlich. Die Witterungsübersichten und Vorhersagen werden durch den Ost 
markenrundfunk viermal am Tage verbreitet. Die Einführung von Wetterkarten 
matern hat sich infolge der geringen Anzahl zahlungsfähiger Zeitungen in Ost 
preußen nicht verwirklichen lassen. 
i. Wetterwarte Swinemünde — Wetterwarte Stettin. 
Eine erhebliche Erweiterung hat der Wetterdienstbezirk der bisherigen 
Wetterwarte Swinemünde erfahren. Er umfaßte bisher nur das pommersche 
Küstengebiet; das Binnenland gehörte zum Öffentlichen Wetterdienst Berlin, 
Nebenstelle Stettin, während die wetterkundliche Flugberatung in Stettin vom 
Personal der Wetterwarte Swinemünde ausgeübt wurde. Diese zersplitterte 
Organisation des pommerschen Wetterdienstes, der also teils dem Preußischen 
Meteorologischen Institut angegliedert, teils der Deutschen Seewarte unterstellt 
war, wurde auf die Dauer als unhaltbar empfunden. Im Interesse aller Beteiligten 
machte daher auf einer gemeinsamen Besprechung am 29. November 1926 der 
zuständige Dezernent im Preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen 
und Forsten, Ministerialrat Mussehl, im Einvernehmen mit dem Direktor des 
Preußischen Meteorologischen Instituts, Professor von Ficker, der die Gesamt 
interessen des deutschen Wetterdienstes den Einzelinteressen voranstellte, einen 
Vorschlag, der von allen zuständigen Dienststellen angenommen und dann durch 
geführt wurde; Mit dem 1. Januar 1927 ist die Wetterwarte Swinemünde 
nach Stettin verlegt nnd aus der Provinz Pommern ein selbständiger Wetter 
dienstbezirk des Öffentlichen Wetterdienstes gemacht, welcher der Deutschen 
Seewarte durch die Wetterwarte Stettin in gleicher Weise angegliedert ist, wie 
der Wetterdienst der Provinz Ostpreußen durch die Wetterwarte Königsberg. 
Hierdurch ist für Pommern der gesamte Wetterdienst, Sturmwarnungsdienst, 
öffentliche Wetterdienst und die wetterkundliche Luftverkehrsberatung an einer 
Dienststelle zusammengefaßt. Diese ist vorläufig auf dem Landflugplatz Krekow 
untergebracht und wird im neuen Jahr endgültig nach dem See- und Landflug 
hafen am Damm’scher-See übersiedeln. 
Der Angestellte Menslin wurde in Swinemünde zurückgelassen und zunächst 
bis 31. März 1927 mit der Wahrnehmung der Aufgaben der Normalbeobachtungs 
station beauftragt, dessen Instrumentarium um einen Sonnenschein-Autographen 
vermehrt wurde. 
Am Seeflug Wettbewerb im Juli beteiligte sich die Wetterwarte durch 
Flugberatung und durch Wettermeldungen ihrer Sturmwarnungsstellen. 
Die bisherigen Einrichtungen im Sturm- und Windwarnungsdienst, der 
schon im Vorjahre auf Hochwasser- und Gewitterwarnungen ausgedehnt 
wurde, blieben unverändert. Der Wetter karten versand zeigte das wachsende
	        
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