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Full text: Jahresbericht 1926

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1926. 
Wert der mittleren Höhe erklärt sich durch die vielen Aufstiege bei niederer 
Wolkendecke. Die größte Höhe von 17 000 m wurde zweimal, am 30. und 31. Sep 
tember erreicht. 
Anzahl. 
Mittlere Höhe. 
Anzahl. 
Mittlere Höhe. 
Januar 
7 
2150 
Juli 
58 
2317 
Februar 
2 
1850 
August 
50 
2720 
März 
13 
3460 
September 
48 
3227 
April 
31 
2790 
Oktober 
40 
1757 
Mai 
101 
2633 
November 
■ 32 
1325 
Juni 
43 
2623 
Dezem ber 
13 
1631 
Die Ballone hatten 45 und 7 gr. Gewicht, ihre Steiggeschwindigkeit betrug 200 
und 100 m/min. 
Zum ersten Male nach dem Kriege wurde wieder eine beträchtliche Zahl 
von Registrierballon-Aufstiegen ausgeführt, zunächst an den internationalen 
Tagen vom 11. bis 16. Januar um 8 Uhr vorm. — Einige Stunden später wurde 
täglich ein Flugzeugaufstieg gemacht, um die Änderungen der atmosphärischen 
Struktur möglichst genau zu erfassen. — Von 6 hochgesandten Apparaten sind 
5 wieder zurückgekommen. Die erreichten Höhen waren 15 800, 11 560, 11 940, 
8 000, 17 000 m. Die niedrigste Temperatur mit —62.2° wurde am 13. Januar in 
11 940 m erreicht. Weitere Aufstiege erfolgten an den internationalen Aufstiegs 
tagen am 11. Februar (11 900 m, —67.5°) und 11. März (15 200 m, —64.4°). 
Durch Beschluß des Internationalen Meteorologischen Komitees sollten im 
Mai an jedem Tag ein Aufstieg, am 7. und 8. Mai je 3 Aufstiege in Abständen 
von 6 Stunden ausgeführt werden. Trotz größter Schwierigkeiten gelang es, bis 
zum 17. Mai das umfangreiche Programm mit 21 Aufstiegen restlos, und von 
den weiter vorgesehenen 13 Aufstiegen noch 10 durchzuführen. 18 Apparate 
wurden für die 31 Aufstiege verwendet, vier gingen verloren. 
In dankenswerter Weise hat die Nordische Rundfunk-A.-G. (Norag) ihre 
Rundfunksender zur Benachrichtigung des Publikums über die Aufstiege und 
für einen Vortrag über Technik und Bedeutung dieser Messungen zur Verfügung 
gestellt. Auch die Tagespresse hat zum Wiederauffinden der Apparate beige 
tragen. Zum ersten Male kam hier das Verfahren zur Anwendung, dem Ballon, 
der sich nach Erreichen der Maximalhöhe automatisch vom Apparat löst und ohne 
Fallschirm herabfällt, eine Karte beizufügen, auf welcher der Finder den Fundort 
und besondere Tatsachen zu vermerken gebeten wird. Diese Angaben ergänzen 
in wertvoller Weise die Ergebnisse der Registrierballonaufstiege. In einzelnen 
Fällen ließ der Fundort des Ballons Schlüsse auf die Lage des Apparates zu 
und erlaubte Maßnahmen zu dessen Aufsuchen. In andern Fällen ging der 
Apparat verloren, aber die „Trift“ wurde durch den aufgefundenen Ballon bekannt. 
Für die aerologischen Flugzeugaufstiege stand nur der Fokker D VII- 
Einsitzer zur Verfügung. Die Deutsche Seewarte erfreute sich hierbei wieder 
der wertvollen Unterstützung der Herren von Heimburg und Goroncy sowie der 
Flugzeugführer C. Krause, Bohne und Bäumer, sämtlich vom Hamburger Verein 
für Luftfahrt. Es wurden 31 Aufstiege ausgeführt, darunter 2 zu besonderen 
Zwecken mit einer für Höhenaufstiege wertlosen Ru. C. I-Maschine. Bei dem 
Flug am 14. Januar mußte, als in großer Höhe die Bezinzufuhr versagte, der 
Führer, durch starken Wind vertrieben, bei Elmshorn auf von Gräben durch 
schnittenem Gelände eine Notlandung vornehmen. Dank der Bemühungen des 
Kommandeurs der Luftaufsicht, Herrn Polizeimajors von Heimburg und eines 
Zuschusses seitens der Abteilung Luftfahrt des Reichsverkehrsministeriums gelang 
es, die Reparatur der beschädigten Maschine bis Anfang April durchzuführen. 
Vom 1. bis 24. Mai fanden im Anschluß an die Ballonaufstiege an 21 Nach 
mittagen wieder Flugzeugaufstiege statt. Am 24. Mai erfolgte eine Notlandung 
bei Bendingbostel-Bremen, wobei die Maschine durch Überschlag infolge Ver- 
sackens der Laufräder im aufgeweichten Boden sehr schwer beschädigt wurde. 
Ursache war das Vereisen der navigatorischen Instrumente bei Eindringen des 
in großer Höhe stark abgekühlten Flugzeuges in eine ungewöhnlich dichte 
Wolkenschicht. Der Unfall beendigte leider eine Reihe von Flügen, bei denen 
systematisch die Aufgaben des Fluges durch geschlossene Wolkenschichten studiert
	        
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