Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1926.
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mann Unger von der Besatzung des „Panther“. Das Schreibgerät war im Zeichensaal
untergebracht. Zur Festlegung der Schiffsrichtung während der Verankerung
ist von der Firma Anschütz & Co. in Kiel leihweise ein Kursschreiber zur Verfügung
gestellt worden, der am Kreiselkompaß angeschlossen war. Die Beobachtungsstreifen
des Strommesser-Schreibgeräts sind abgelesen, die des Kursschreibers noch nicht.
Auf Veranlassung der Hamburgischen Wasserbauabteilung in Cuxhaven sind
dann noch im September vom Bagger „Kranich“ aus im Amerika-Hafen und vor
seinem Eingang an 19 Punkten von Dr. Rauschelbach Strombeobachtungen von
der Oberfläche bis zum Boden angestellt worden. Der „Kranich“ lag meist vor
vier Ankern vermurt. Die Schiffsrichtung wurde an einem auf der Brücke aufgestellten
Fluidkoinpaß bestimmt. Die Registrierstreifen des Schreibgeräts, das
sich im Ruderhaus befand, sind abgelesen.
4. Sonstige Arbeiten. Ausführliche Gezeitenangaben, auch von nicht in
den Gezeitentafeln enthaltenen Häfen, sowie andere Kalenderangaben, wie Sonnenund
Mond-Auf- und Untergänge, sind im Berichtsjahre von zahlreichen Herstellern
von Kalendern angefordert und ihnen geliefert worden.
Die Erteilung von Auskünften und Gutachten über Gezeiten und Gezeitenströme
der Elbe war auch im verflossenen Jahre wieder stärker als in den
früheren Jahren. Während die Auskunfterteilung über Gezeiten in den meisten
Fällen auf Grund gesicherter Beobachtungen erfolgen kann, ist die über Gezeitenströme
fast nur auf Annahmen angewiesen, da es bisher noch an genügend
sicheren Gezeitenstrombeobachtungen fehlt, um die vor allem im Hamburger
Hafengebiet verwickelten Gezeitenerscheinungen mit einiger Sicherheit zu
übersehen.
Für den im Gezeitendienstzimmer in Betrieb befindlichen Tisch der elektrischen
Pegelfernübertragung ist mit der Gezeitenrechenmaschine eine vollständige
Gezeitenkurve von Hamburg als Unterlage für die Windstaumeldungen gezeichnet
worden.
Die Eintrittszeiten und Höhen der beiden letzten vorhergehenden Hochund
Niedrigwasser nach den Beobachtungen am Pegeltisch sind fast während
des ganzen Berichtsjahres der Nordischen Rundfunk-Aktiengesellschaft, Hamburg,
regelmäßig täglich vormittags zur Verbreitung durch den Rundfunk übermittelt
worden.
c. Sturmflutwarnungsdienst.
1. Warnungen durch Fernsprecher. Warnungen vor dem Eintreten
höherer Wasserstände in Hamburg infolge der Einwirkung des Windes auf die
Wasseroberfläche der Nordsee und der Elbe sind im Berichtsjahre durch Fernsprecher
an die Hafenwache 5 auf Entenwerder zur Benachrichtigung der Flußschiffer,
an die Hamburgische Wasserbaudirektion und das Wasserstraßenamt
Hamburg und an deren Baustellen, an das Deich- und Sielamt beim Landratsamt
in Harburg, sowie an etwa 10 Baustellen oder Privatfirmen erlassen worden.
2. Warnungen durch Wobs-Telegramme. Der Sturmflutwarnungsdienst,
dessen Ausdehnung auf das gesamte deutsche Küstengebiet der Nordsee einschließlich
der zugehörigen Flußgebiete Ende des vorigen Berichtsjahres vorgenommen
wurde, ist im Berichtsjahre noch wesentlich erweitert worden. Am
Ende des Berichtsjahres waren die folgenden 45 Wasserbaubehörden oder deren
Baustellen, Deiehverbände usw. als Empfänger von Wobs-Telegrammen angemeldet
(die Zahlen in Klammern geben an, von welcher Erhöhung über dem
mittleren Hochwasser in Metern an gewarnt werden soll; S = Sommer, W =
Winter):
Emsgebiet: Wasserbauoberinspektor Baron auf Borkum (0.4), Preußisches
Wasserbauamt in Emden (1.0), Wasserbauamt in Leer (S; 0.9; W: 2.0), Wasserbauverwaltung,
Baubüro in Norderney (1.0), Baubüro in Norddeich (1.0),
Preußisches Wasserbauamt Norden (1.0).
Jadegebiet: Weg- und Wasserbauamt Jever in Jever (1.0).
Wesergebiet: Deichgeschworener Mangels in Spieka (S: 1.5), Preußisches
Wasserbauamt in Wesermünde (1.0), Schiffdorfer Schleuse in Schiffdorf (1.0),
Genossenschafts-Deichvorsteher Brünje in Schiffdorf (S: 1.5), Genossenschaftsvor-