accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1926

18 
Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1926. 
bildungen der Wasserstandsanzeiger an der deutschen Küste, die im Anhang zum 
Leuchtfeuerverzeichnis Teil IIIA ausführlich beschrieben sind und dort auch 
besser als in den Gezeitentafeln auf dem laufenden gehalten werden können. 
Die Vermeidung der früheren Doppelveröffentlichung macht gleichzeitig Platz 
frei für in den nächsten Jahren vorzunehmende Erweiterungen bei den Tide 
konstanten. 
2. Bearbeitung der Grundlagen für die Gezeitenvorausberech 
nung. Die zweite Hauptaufgabe des Gezeitendienstes, die Ende 1925 endlich 
wiederaufgenommene Neubearbeitung der Unterlagen für die Berechnung der 
ausführlichen Gezeitenangaben, vor allem der deutschen Häfen, mittels empirischer 
Verfahren hat im Berichtsjahre zeitweise durch eine Hilfskraft gefördert werden 
können. 
Die neunzehnjährige Beobachtungsreihe der Hoch- und Niedrigwasserstände 
nach Eintrittszeit und Höhe von Hamburg ist soweit bearbeitet, daß mit der 
Ableitung der Mondflut- und Mondebbeintervalle hätte begonnen werden können, 
wenn nicht der Ersatz von Bremen (Große Weserbrücke) durch Bremen-Oslebs 
hausen in den Gezeitentafeln eine Vorwegnahme der Bearbeitung dieses Hafens 
gefordert hätte. So sind auch die beobachteten Hoch- und Niedrigwasserzeiten 
und -höhen von Bremen-Oslebshausen und von Bremerhaven der Jahre 1920 
bis 1925 in Karteikarten eingetragen und die der Jahre 1924 und 1925 zunächst 
vorläufig bearbeitet worden. Ferner hat eine neue Ableitung der Gezeitenunter 
schiede von Norderney und Norddeich gegen Helgoland aus den Beobachtungen 
der Jahre 1924 und 1925 vorgenommen werden müssen, die für Norderney 
z. B. einen Unterschied in den Zeiten von über einer halben Stunde gegen die 
bisher bekannten Werte ergaben, 
Die Ermittlung von harmonischen Konstanten deutscher Häfen hat auch im 
Berichtsjahre wieder weiter zurückgestellt werden müssen, da die Handschrift 
zum Teil II der „Harmonischen Analyse der Gezeiten des Meeres“ von Dr. Rauschel 
bach nur verhältnismäßig wenig gefördert werden konnte. 
3. Gezeitenstrombeobachtungen. Zur Erprobung des umgearbeiteten 
selbstschreibenden Strommessers nach Dr. Rauschelbach wurde der Strommesser 
Anfang Juni vom Ponton des Zollgrenzpostens Niederhafenspitze oberhalb der 
St. Pauli-Landungsbrücken in 3 m unter der Wasseroberfläche etwa 25 Stunden 
lang ausgebracht, während das Schreibgerät in einem Raum des dortigen Wach 
hauses Platz fand. Als Beobachter waren tätig: Dr. Rauschelbach, Dr. Michaelis, 
Thiel. Der Registrierstreifen ist noch nicht ausgewertet. 
Ende Juni wurde der Strommesser von der Wohnschute „S. 20“ des Wasser 
straßenamts Hamburg aus an zwei Stellen der Unterelbe: in der Nähe der 
Grundschwelle unterhalb Pagensand vor Kollmar und in der mittleren Rinne 
im Schwarztonnensand querab von Kollmar während je einer ganzen Tide aus 
gebracht; das Schreibgerät fand in einem Raume der Wohnschute Aufstellung. 
Die Beobachtungen wurden von m zu m Wassertiefe von Dr. Rauschelbach an 
gestellt. Die Streifen sind abgelesen und fertig ausgewertet. 
Um einen Einblick in die Geschwindigkeitsverhältnisse des Elbestromes bei 
der großen Hochwasserwelle Ende Juni zu erhalten, zugleich aber auch das Ver 
halten des Strommessers im starken Strom zu prüfen, wurden ebenfalls von der 
Wohnschute „S. 20“ aus an je einem Tage Strommessungen an mehreren Punkten 
des Flußquerschnittes querab von Geesthacht und Zollenspieker von Dr. Rauschel 
bach vorgenommen. Die Streifen sind abgelesen. 
Dank dem Entgegenkommen der Marineleitung konnte der Strommesser auch 
bei Gelegenheit der Reise des Vermessungsschiffes „Panther“ nach Norwegen im 
Juli/August auf hoher See an drei Punkten zwischen den Shetlands-Inseln und 
der norwegischen Küste in Höhe Aalesund je 50 bis 60 Stunden lang erprobt 
werden. An der Fahrt nahmen von der Deutschen Seewarte teil: Dr. Rauschel 
bach, Dr. Michaelis und der Feinmechaniker H. Riemann. Auf den ersten beiden 
Stationen nahmen an den Beobachtungen teil; Professor Dr. Defant, Dr. Hessen, 
Dr. Fischer und Dr. Michaelis, auf der dritten Station: Kapitänleutnant Fein, 
Oberleutnant Schulze-Hinrichs, Oberleutnant Schulthes und Vermessungsober Steuer
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.