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Full text: Jahresbericht 1926

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Jahresbericht der Deutschen Beewarte für 1926. 
angeregte dringend erforderliche Neuordnung der Prüfungsmethoden; diese sollen 
in Zukunft nicht nur für die Seewarte, sondern auch für andere Institute maß 
geblich werden. Die Gesellschaft für Zeitmeßkunde und Uhrentechnik in Berlin 
entsprach diesem Erfordernis, indem sie Dr. Repsold in den Ausschuß für wissen 
schaftliche Fragen als Sachverständigen wählte. 
k. Zeitdienst. 
1. Nauener Zeitzeichen. Die funkentelegraphischen Nauener Zeitsignale 
(Onogo- und Koinzidenzsignale), die von der Seewarte aus über eine vom Reichs 
postministerium zur Verfügung gestellte Kabelleitung ausgelöst werden, wurden 
in der gleichen Form wie im Vorjahre auf den Wellen 3100 m (tönend) und 
18 000 m (ungedämpft) gegeben. Der Vorausberechnung der Zeit und der Ab 
gabe des Stromstoßes liegen 54 Zeitbestimmungen zugrunde, die, soweit es die 
Witterung erlaubt, jeden vierten Tag am Bambergschen Durchgangsinstrument 
mit Hilfe eines Registriermikrometers ausgeführt wurden. Die Vorausberechnung 
der Zeit wurde durch 33 Telegramme unterstützt, die das Geodätische Institut 
in Potsdam laut Vereinbarung auf Grund dort angestellter Zeitbestimmungen 
dann übersendet, wenn die Abweichung des Nauener Zeitzeichens von der rich 
tigen Zeit einen bestimmten Betrag übersteigt. Die auf Grund nur eigener Zeit 
bestimmungen ermittelten endgültigen Korrektionen der Signale wurden im Be 
obachtungszirkular der Astronomischen Nachrichten, in den Ann. d. Hydr. usw. 
und in fünf deutschen Uhrmacherfachzeitschriften veröffentlicht. Seit dem 
16. Dezember werden nach einer entsprechenden Erweiterung der instrumentellen 
Einrichtungen auch die Anfangs- und Endzeiten des Koinzidenzsignals für jede 
einzelne Signalabgabe im Beobaehtungszirkular der Astronomischen Nachrichten 
veröffentlicht. Der durchschnittliche Betrag der endgültigen Korrektionen des 
Onogosignals für die 3100 m-Welle betrug im verflossenen Jahre 0.058 s . 
Von den 730 zu erwartenden Signalen des Jahres 1926 fielen 10 aus, meist 
infolge von Kabelstörungen oder wegen Gewitters in Nauen. Die kleine Welle 
allein fiel dreimal, die große Welle allein einmal aus. Vier Signale wurden für 
ungültig erklärt. 
2. Zeitdienstanlage. Instrumentarium. Gegen Ende des Jahres konnte 
die Zeitdienstanlage unter der Mitwirkung des Telegrapheninspektors Herrn Grendel 
einer umfassenden Überholung unterzogen werden. Bei dieser Gelegenheit konnte 
eine Reihe von wichtigen Verbesserungen und Erweiterungen zur Durchführung 
gelangen. Noch aus der Zeit des Materialmangels und der Inflation stammende 
Zinkleitungen wurden durch Kupferleitungen ersetzt, die Akkumulatorenaufstellung 
erneuert und für den Zeitzeichenempfänger eine Anodenakkumulatorenbatterie 
(Varta Accomet) beschafft. Die alten und nicht immer zuverlässigen, teilweise 
auch unbrauchbaren Chronographenrelais wurden durch neue polarisierte (Baudot- 
Relais) ersetzt, die an Zuverlässigkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Der Uhr 
vergleichungsautomat wurde so umgebaut, daß er des Nachts nunmehr auch das 
Nauener Zeitzeichen selbsttätig auf den Chronographen schreibt. Ein hier auf 
gestellter neukonstruierter Rücksignalgeber dient zur leichteren und sichereren 
Kontrolle der richtig erfolgten Kabelverbindung Seewarte—Nauen von Nauen aus, 
wodurch eine dringend wünschenswerte Sicherung in der Abgabe der Nauener 
Zeitzeichen erreicht ist. Im Uhrenkeller konnte eine zweite luftdichte Riefleruhr 
(Nr. 261) mit elektrischem Aufzuge zur Aufstellung gelangen. Im einzelnen wurden 
an der Schaltung wesentliche Änderungen vorgenommen, wodurch der Betrieb 
nicht nur erleichtert, sondern auch dessen Sicherheit bedeutend erhöht ist. Für 
alle Teile der gesamten Zeitdienstanlage wurden dann noch bis in die letzte 
Einzelheit gehende Schaltungspläne angefertigt. Hierdurch ist es für jedermann 
möglich geworden, sich ohne irgendwelche Schwierigkeiten in der recht umfang 
reichen und komplizierten Anlage zurechtzufinden. 
Eine neue Glashütten Halbsekundenuhr mit Rieflerpendel zur Verwendung 
als Arbeitsuhr bei allen Uhrvergleichungen war bereits im Sommer in Betrieb 
genommen worden.
	        
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