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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1925.
vornehmen zu lassen. Wegen des Baues dieses Druckwerkes auf der Grundlage
elektro-mechanischer Übertragung hat Dr. Rauschelbach wiederholt mit dem Erbauer
der Gezeitenrechenmaschine, R. Toepfer als Vertreter der Askania-Werke
in Berlin-Friedenau, und mit Vertretern der Firma Neufeldt & Kuhnke in Kiel
verhandelt.
2. Tischpegel. Der Tischpegel hat im vergangenen Jahre durchweg einwandfrei
gearbeitet, soweit keine Störungen in der Stromzufuhr selbst infolge
Überlastung der alten 'im Keller befindlichen Hauptschalttafel vorhanden waren,
die in den Wintermonaten fast täglich eintraten. Der Umbau der elektrischen
Anlage machte an Stelle der alten, schwer zugänglichen und nicht mehr erweiterungsfähigen
Schalttafel im Gezeitendienstzimmer den Einbau einer neuen,
übersichtlichen und erheblich vergrößerten Verteilungsschalttafel notwendig, nach
deren Inbetriebnahme keinerlei Störungen mehr aufgetreten sind.
3. Hochseepegel. Für den Ankauf und die Erprobung von Hochseepegeln
sind im Haushalt für das Jahr 1925 Mittel bewilligt worden, die erlaubten, den
französischen Pegel nach Fave bei Jules Richard in Paris und den holländischen
Tiefenmesser bei Smitt in Bilthoven in Auftrag zu geben. Der französische
Pegel, der in Tiefen bis zu 200 m verwandt werden kann, ist bis zum Ende
des Jahres noch nicht zur Ablieferung gelangt. Der holländische photographisch
aufzeichnende Pegel wurde im April geliefert und war nach einigen Vorversuchen
im Pegelturm der St. Pauli Landungsbrücken noch im Sommer zur Anstellung
von Beobachtungen auslegebereit. Dank dem Entgegenkommen der Marineleitung
konnte Dr. Rauschelbach diesen Pegel bei Gelegenheit einer Reise des Vermessungsschiffes
„Panther" nach Norwegen im Sogne-Fjord erproben, bei Baiholm am
Ese-Fjord und bei Gudvangen am Närö-Fjord.
Die Versuche und das Arbeiten mit diesem Pegel machten die Einrichtung
einer Dunkelkammer erforderlich. Einige kleine Verbesserungen am Instrument
sind inzwischen ausgeführt worden.
4. Selbstzeichnender Strommesser. Für den neuen an Bord selbstzeichnenden,
bifilar aufgehängten Strommesser, der nach den Angaben Dr. Rauschelbachs
von dem Feinmechaniker durchgearbeitet und erbaut worden ist, hat
die Telegraphenfabrik H. Wetzer in Pfronten den Schreibapparat, einen langsam
laufenden Zeitschreiber für 12 gleichzeitige Aufzeichnungen nach Angabe fertig
geliefert. Der Strommesser selbst, der sowohl als Stark- als auch als Schwachstrommesser
zu verwenden ist, dreht sich in einem Rahmen, der durch zwei über
Rollen laufende Kabel, die auf zwei besonderen Winden aufgewickelt sind, parallel
zur Schiffsrichtung gehalten wird. Jede zehnte Umdrehung des Propellers
wird elektrisch auf den Schreibapparat übertragen, ebenso der Unterschied
zwischen der Richtung des Stromes und der des Rahmens innerhalb einer Genauigkeit
von 5° dauernd oder in beliebigen Zwischenräumen.
Im Oktober ist der Strommesser zweimal hinter den St. Pauli Landungsbrücken
probeweise von einer Querbrücke aus ausgebracht worden und hat zufriedenstellend
gearbeitet. Dennoch haben diese Versuche und auch die Eichungsarbeiten
mit dem Strommesser im November in der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt
noch zu einigen durchzuführenden Verbesserungen Anlaß gegeben.
e. Feinmechanikerwerkstatt.
Die dienstliche Tätigkeit des dem Gezeitendienst unterstellten Feinmechanikers
erstreckte sich allgemein am letzten Tage einer jeden Woche auf die Instandhaltung
und Reinigung der Instrumente und Apparate im Hauptgebäude, in
der Abteilung IV und beim Hafendienst der Deutschen Seewarte.
Die Hauptzeit während des Berichtsjahres wurde für den Bau des neuen
selbstzeichnenden Strommessers aufgewandt. Im einzelnen wurde fertiggestellt
der Strommesser selbst mit den Gehäusen für die Zählung der Propellerumdrehungen
und für die Aufnahme der Kontaktscheibe für die Richtungsbestimmung,
der Strommesserrahmen, die Kabelanschlußdosen, die Befestigungen des Kabels
am Rahmen, zwei große Rollen und zwei Winden zum Ausbringen des Strommessers
und die kleineren Zubehörteile.