Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1925.
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wurde der sachverständige Rat der Deutschen Seewarte wiederholt in Anspruch
genommen.
Eine Anzahl für die Schiffahrt wichtiger Fragen wurde im Einvernehmen
mit der Seeberufsgenossenschaft bearbeitet und geklärt.
c. Erdmagnetische Arbeiten.
Die im vorjährigen Bericht erwähnte Weltkarte der Linien gleicher Hori
zontalintensität für 1920 ist von der Marineleitung als D. A.-Karte unter Tit. XIV
Nr. 2 b herausgegeben worden. Nach Beendigung der Vorarbeiten für eine neue
Weltkarte der Linien gleicher Mißweisung für 1920 ist auch diese Karte als
D. A.-Karte unter Tit. XIV Nr. 2 erschienen, so daß nunmehr für die drei erd
magnetischen Elemente Mißweisung, Inklination und Horizontalintensität neue
Weltkarten für 1920 mit den neuesten Angaben über die Werte ihrer jährlichen
Änderung vorliegen. (Tit. XIV Nr. 2, 2a, und 2b).
Für die Neuauflagen bzw. Nachträge der folgenden Seehandbücher sind Miß
weisungskärtchen für 1925 entworfen worden: Westindien, I. und III. Teil; Nord
atlantische Inseln; Ostküste Südamerikas, I. und II. Teil; Ostindischer Archipel,
I. Teil; Nordsee, westlicher Teil (1930); Mittelmeer, II. Teil; Ostküste Afrikas.
Die D. A.-Karten Nr. 44 „Die Nordsee“ und Nr. 379 „Nordatlantischer Ozean,
Dampferwege“ sind gleichfalls mit den Linien gleicher Mißweisung für 1925 bzw.
1926 versehen worden.
Für die neue Dienstanweisung der Junkers Werke A. G. Berlin ist eine
Mißweisungskarte für Mitteleuropa für 1925 bearbeitet worden, die die Ergeb
nisse der neuesten Landesvermessungen berücksichtigt und den ausgeglichenen
Verlauf der Isogonen auch über Land wiedergibt.
Ferner ist damit begonnen worden, für die unter den D. A.-Karten vorhan
denen größeren Übersichtskarten der verschiedenen Ozeane neue Linien gleicher
Mißweisung für 1925 oder 1926 zu entwerfen.
Die Sammlung des für die genannten Arbeiten wesentlichen, neuen Beob
achtungsmaterials der verschiedenen Nationen ist neben der umfangreichen Aus
kunfterteilung über erdmagnetische Verhältnisse fortgesetzt worden.
d. Chronometerprüfungen.
Im Jahre 1925 wurden im ganzen 173 Chronometer geprüft. 85 Instrumente
wurden bei verschiedenen Temperaturen (7 bis 32° C) untersucht. In zahlreichen
Fällen wurden auch einzelne Standbestimmungen durchgeführt.
In der 48. Chronometer-Wettbewerbprüfung (abgeschlossen am 21. März 1925)
wurden 35 Chronometer, die von 4 deutschen Firmen eingeliefert waren, unter
sucht. Bis auf ein Instrument genügten alle den vorgeschriebenen Bedingungen.
— Die 49. Wettbewerbprüfung begann am 13. November mit 31 Chronometern,
eingeliefert von 5 deutschen Firmen.
e. Prüfungen von Taschenuhren.
11 Präzisions-Taschenuhren wurden zur „großen Prüfung“ eingeliefert und
untersucht.
f. Zeitdienst und Zeitsignalbetrieb.
Die Auslösung der funktelegraphischen Nauener Zeitsignale erfolgte in der
bisherigen Weise um 0 b und 12 h M. Z. Greenwich unter Benutzung der vom
Reichspostministerium zur Verfügung gestellten Kabelleitung Seewarte—Nauen.
Die Signale wurden gleichzeitig auf den Wellen 3100 m (tönend) und 18 050 m
(ungedämpft) abgegeben. Die Korrektionen der Zeitsignale wurden in den
„Annalen der Hydrographie usw.“, im Beobachtungszirkular der Astronomischen
Nachrichten“ (Kiel) und in 4 deutschen Uhrmacherzeitungen veröffentlicht. In
zahlreichen Fällen haben auch Institute, Firmen und Privatpersonen sich die
Signalkorrektionen geben lassen.
Die Koinzidenzsignale von Nauen wurden im Anschluß an die „Onogo“-
Signale mit den gleichen Wellenlängen wie diese von 0 b (12 h ) 0 m 59 s bis 0 b
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