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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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.Bemerkungen über die Ostküste von Afrika. 
den meisten das tiefe Wasser bis dicht an dieselben herangeht. Aufser den 
Riffen aber sind genügend Landmarken zum Peilen vorhanden, und wo beide 
fehlen, wie in einem Theile der nördlichen Hälfte — von der Insel Koma bis 
zum Sefao Sand —, dient das Loth als guter Anhalt. Die Passage kann mit 
gröfster Fahrt gemacht werden. Sie bietet vor der Passage aufserhalb Mafia 
den Yortheil, dafs man in ruhigem Wasser fährt und den Strom, welcher an 
der Ostküste von Mafia stark nach Norden setzt, weniger empfindet. 
In gleicher Weise kann die Passage von Dar Es Salaam nach Bagamoyo') 
innerhalb der Bongoyo- und Mbudya - Inseln benutzt werden. Denn auch hier 
sind zahlreiche Peilobjekte vorhanden, die sich gleichfalls günstig zu Deck 
peilungen verwenden lassen. Auch hier fährt man in geschütztem Wasser. 
Die Passage innerhalb des Kipumbwe-UiEes s ) bietet ebenfalls geschütztes 
Wasser. Die Riffe markiren sich genügend, um nach Augenmafs die Passage 
benutzen zu können. An Landobjekten fehlt es jedoch. 
Die südliche Einfahrt in den Kokotoni-linian s ) soll nach dem Segelhand 
buch nur für Schiffe unter 3,4 m (11') Tiefgang geeignet sein. Dieser Weg ist, 
nachdem das Vorhandensein einer im Minimum 5 m tiefen Rinne festgestellt 
war, vielfach — meist unter Yorauslothen von Booten — genommen worden, 
da er, von Zanzibar nach Kokotoni oder umgekehrt gehend, ca 15 Sm kürzer ist. 
Es sind zahlreiche Objekte vorhanden, an deren Hand man mit Hülfo 
von Deckpeilungen, Peilungen und Winkelmessungen das tiefe Fahrwasser halten 
kann. Auch das Loth ist ein guter Führer. Auf der Barre zwischen Ras 
Oswawembe und Mmawalli Sand wurde bei Niedrigwasser 5 m als geringste 
Wassertiefe gefunden. Auch waren bereits bei Mittelwasser die Riffe genügend 
gut, bei Niedrigwasser sehr gut erkennbar. 
Auf der Br. Adm.-Karte 665 (Tit. IX: 73) ist nördlich vom English Pass 
das Schlofs des Sultans, bei Chueni i * * * * ) auf der linken Seite des Flüfschens 
liegend, angegeben und mit „white square house castellated, with chimney 
behind“ bezeichnet. Dieses Gebäude ist gänzlich verfallen und sieht schmutzig 
braun aus. Ihm gegenüber liegt auf der rechten Seite des Flüfschens das neue 
Schlofs des Sultans, ein mächtiges weifses Gebäude mit hohen Säulen und 
Blechdach. Neben demselben befindet sich noch ein kleineres Gebäude mit 
hohem Schornstein, welches Maschinenanlagen zum Betrieb von Wasserwerken 
enthält. 
Die Tonne des Mtwana-Sandes im Southern Pass von Zanzibar ist nicht 
schwarz, sondern roth. 6 ) 
Auf einigen Exemplaren der Br. Adm.-Karte 640 (Tit. IX: 70) ist östlich 
von Bagamoyo eine Stelle mit „conspicuous red cliff“ bezeichnet, welche eine 
sehr gute Landmarke bildet; auf anderen Exemplaren derselben Karte von 
demselben Jahre ist diese Stelle nicht angegeben. 
Am südlichen Ende von Bagamoyo befindet sich ein grofses weifses 
steinernes Haus, welches in dieser, an guten Landmarken armen Gegend ein 
ausgezeichnetes, weithin sichtbares Peilobjekt, das besonders zum Ansteuern 
der Rhede sehr günstig ist, bietet. Dieses Haus ist gleichfalls auf einigen 
Exemplaren derselben Karte angegeben, auf anderen nicht. 
Zur Einsegelung nach der Dar Es SaZaam-Buckt 6 ) dient ein weifses Haus 
nördlich von Ras Chokir, welches, in mw. SW gehalten, zwischen dem Daphne- 
Riffe und Hammond Rock hindurchführt. Dieses Haus ist vermuthlich das in 
der Br. Adm.-Karte 674 (Tit. IX: 69) und der D. Adm.-Karte 110 (Tit. IX: 69a) 
mit ruin bezw. Ruine bezeichnete. Neuerdings ist von der Schutztruppe auf 
der Spitze East Ferry ein weifses Wachthaus gebaut, welches mehrfach eher 
in Sicht kam, als das vorgenannte, und deshalb leicht zur Verwechselung 
führen kann. 
1) „Africa Pilot“ Part III, 1884, Seite 312—315. 
*) a. a. 0. Seite 325— 327. 
3 ) a. a. O. Seite 351. 
4 ) a. a. O. Seite 346 und „Naehr. f. Seef.“ 1890, No. 360. 
6 ) a. a. O. Seite 341 und „Nachr. f. Seef.“ 1890, No. 359. 
a. a. O. Seite 308.
	        
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