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Volltext: Positionspapier zum stoffbezogenen Umweltmonitoring (Teil 2 von 2)

Originalbeiträge 
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13. Jahrg. 2007/ Nr. 3 
Mitt Umweltchem Ökotox 
im beprobten Umweltmedium und von der Expositionszeit des 
Sammlers ab. Daneben beeinflussen Umgebungstemperatur 
und Strömungsverhältnisse die Anreicherung im Sammler. 
Der Einsatz von Passivsammlern wird zumeist auf ihre lineare 
Aufnahmephase begrenzt, um eine zeitgemittelte Umwelt 
konzentrationen (typischerweise über einige Tage bis 
Wochen) zu erhalten. Für eine Reihe von Sammlertypen 
stehen aus Laborkalibrierungen bereits Aufnahmeraten für ein 
breites Spektrum prioritärer Schadstoffe in Luft und Wasser 
zur Verfügung. Indem man die Sammelphase vor dem 
Einsatz mit 2 H- oder 13 C-markierte Referenzsubstanzen 
dotiert und anschließend deren Eliminierung über den 
Expositionszeitraum des Sammlers verfolgt, ist man in der 
Lage Aufnahmeraten aus Laborversuchen an die konkreten 
Feldbedingungen anzupassen bzw. eine in-situ Kalibrierung 
vorzunehmen. Zu Theorie und Praxis des Passivsammler- 
Einsatzes im Umweltmonitoring gibt neben einer wachsenden 
Zahl von Originalarbeiten bereits ein Reihe aktueller Reviews. 
Der weltweit erste diesbezügliche Sammelband erscheint 
demnächst (Greenwood et al. 2007). 
Beispiel: Einsatz von Passivsammmlern zum zeitintegrier 
ten Gewässermonitoring (Anhang 2) 
Lagerung und Transport von Proben 
Die Lagerung und der Transport der Proben vom Probe 
nahmeort ins Labor muss so durchgeführt werden, dass die 
Probe in Hinblick auf die Untersuchungsziele unverändert 
erhalten bleibt. Es gibt keine einheitliche Methode zur 
Konservierung bzw. Lagerung von Proben. Diese sind von 
den Zielen des Monitorings und den gewählten Analysen 
methoden abhängig. So sind z.B. tiefgefrorene Proben nicht 
oder nur bedingt für Biotests oder bodenphysikalische 
Untersuchungen (Veränderung des Gefüges) geeignet. 
Zugegebene Konservierungsmittel oder Stoffe, die aus den 
Lagergefäßen stammen (z.B. Weichmacher aus Polyethylen 
beuteln), können nachfolgende Analysen stören oder verhin 
dern. Besonders bei nicht gefrorenen Proben ist darauf zu 
achten, ob die Proben sich durch Transport und Lagerung 
entmischen. 
Bestimmte Analysen müssen ggf. vor Ort ausgeführt 
werden, soweit die Untersuchungsparameter empfindlich auf 
Änderung der Probenbeschaffenheit (z.B. durch Ansäuern) 
reagieren. Einen Überblick über Lager- und Konservierungs 
methoden gibt ISO 5667-15 (Wasserbeschaffenheit - 
Probenahme - Teil 15: Richtlinie zur Konservierung und 
Handhabung von Schlamm- und Sedimentproben; 1999-08). 
Außerdem sind in DIN-Vorschriften zur Analytik teilweise 
Hinweise auf Konservierungsmethoden zu finden (z.B. für 
Quecksilber in Wasserproben: EN 1483, Wasserbeschaf 
fenheit- Bestimmung von Quecksilber; 1997-08). 
Wichtig ist vor allem die Dokumentation der Behandlung 
und Aufbewahrung der Proben nach der Probenahme, damit 
diese bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse 
berücksichtigt werden können. 
Untersuchunasverfahren 
Vor dem Einsatz eines Untersuchungsverfahrens hat eine 
Validierung zu erfolgen, so dass sichergestellt ist, dass das 
ausgewählte Verfahren für die Fragestellung geeignet ist und 
die erforderliche Sensitivität und Selektivität/Spezifität besitzt 
und Ergebnisse mit ausreichender statistischer Sicherheit 
liefert. Es muss gewährleistet sein, dass das Verfahren auch 
langfristig (bei einem Trendmonitoring über Jahre) oder bei 
bestimmten Fragestellungen auch zwischen unterschiedlichen 
Laboren vergleichbare Ergebnisse liefert (Wiederholbarkeit 
und Vergleichbarkeit von Verfahren). Falls keine normierte 
Methode verwendet wird, ist eine umfassende Dokumentation 
der eingesetzten Verfahren, z.B. als Standardarbeitsan 
weisung, erforderlich. 
Screening-Untersuchungen 
Im „targef-Screening werden Umweltproben auf bestimmte 
Stoffe, wie z.B. „emerging pollutants“ untersucht, weil für 
diese häufig nicht bekannt ist, ob und in welchen Komparti 
menten sie in welchen Konzentrationen Vorkommen. Ein 
Auswahlkriterium für die Berücksichtigung solcher Stoffe in 
einem Monitoring können Produktionsmenge und Anwen 
dungsmuster sein. 
Im „non targef-Screening werden einzelne Fraktionen der 
Probenextrakte mit gas- und flüssigchromatographischen 
Verfahren auf das Vorkommen unbekannter Substanzen 
(Peaks in den Chromatogrammen) untersucht. Mittels 
massenspektrometrischer Verfahren ist dann eventuell eine 
Charakterisierung und letztlich Identifizierung von Zielsub 
stanzen durch Analyse entsprechender Standards möglich. 
Entsprechend kann die Fraktionierung auch durch biologische 
Effektuntersuchungen erfolgen, oder bestimmte Effekte an 
beprobten Organismen weisen auf das Vorhandensein von 
Schadstoffen hin, die daraufhin chemisch-analytisch 
identifiziert werden (toxicity Identification evaluation, TIE). 
Weitere Anwendungen des „non targef-Screenings sind 
das Aufspüren von zeitlichen Konzentrationszunahmen für 
bislang nicht beachtete Stoffe beim Vergleich „alter“ versus 
„neuer“ Proben oder die Untersuchung räumlich stark 
differierender Stoffkonzentrationen im Vergleich „belasteter“ 
zu „unbelasteten“ Proben. Wenn Stoffe beim „non targef- 
Screening identifiziert werden, zu denen bislang keine 
Informationen zu möglichen Wirkungen auf Organismen 
vorliegen („emerging pollutants“), sind zur weiteren Bewer 
tung der Ergebnisse gegebenenfalls solche Daten mit quan 
titativen Struktur-Aktivitätsuntersuchungen (QSAR) abzu 
schätzen oder entsprechende Untersuchungen zu initiieren. 
„Non-target“- Screening hat den Vorteil, dass eine umfas 
sende Beschreibung der Schadstoffbelastung erfolgen kann, 
jedoch den Nachteil des großen Aufwands und der hohen 
Kosten. Daher ist eine besonders sorgfältige Wahl der 
Probenahmeorte, -Zeitpunkte und Probenarten erforderlich. 
Qualitätssicherung 
Die Qualitätssicherung beginnt bei der Zielformulierung und 
setzt sich über die Auswahl der Untersuchungsflächen, die
	        
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