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Full text: Positionspapier zum stoffbezogenen Umweltmonitoring (Teil 2 von 2)

Originalbeiträge 
73 13.Jahrg. 2007/Nr. 3 
Mitt Umweltchem Ökotox 
geeignet zur Erfassung der Exposition von Organismen 
gegenüber persistenten Stoffen sowie zur Messung der 
kontinuierlichen Exposition mit nicht-persistenten Stoffen, 
aber weniger zur Erfassung einer diskontinuierlichen 
Exposition gegenüber nicht-persistenten Stoffen. Beispiels 
weise kann es bei der Analytik unpolarer persistenter und 
bioakkumulierender oder sorbierender Stoffe sinnvoller sein, 
diese in biologischen Proben oder in Schwebstoffen zu 
quantifizieren als in den Umweltmedien Wasser oder Luft, da 
die Konzentrationen dort häufig nur sehr gering sind. 
Wenn ein Abbau- oder Transformationsprodukt eines 
Stoffes persistenter als die Ausgangssubstanz ist, dann ist 
dieses Produkt die eigentliche Zielsubstanz des Monitorings. 
Abb.1 Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Aspekten 
Pfadbetrachtungen 
Wichtige Planungsgrundlagen für ein stoffbezogenes 
Monitoring sind Pfadbetrachtungen. Hierzu ist im Anhang ein 
Beispiel für eine Stoffklasse dargestellt. Bei der Pfad 
betrachtung sind Informationen zu Quellen, Produktions 
mengen, Anwendungsmustern, Abfallpfaden, Transformation 
und Metabolisierung und zum Umweltverhalten der Zielsub- 
stanz(en) zu recherchieren. Hieraus lassen sich dann 
Schlüsse ziehen, welches die für ein Monitoring relevantesten 
Matrices sind, wie empfindlich die einzusetzenden Methoden 
sein müssen und welche Transformations- oder Metabolisie- 
rungsprodukte in das Monitoring einzubeziehen sind. Insbe 
sondere bei Stoffen, die neu in die Diskussion geraten, ist als 
erster Schritt eine Betrachtung der Produktionsmengen und 
Anwendungsmuster sinnvoll. 
Durchführung - Grundlegende Aspekte 
Probenahmeplanuna 
Die Beobachtung stofflicher Umweltbelastungen und -Wirkun 
gen erfordert eine sorgfältige Auswahl einer hinreichend 
großen Stichprobe geeigneter Probenahmeorte, sofern nicht 
nur lokale Phänomene untersucht werden. 
Für terrestrische Ökosysteme muss beispielsweise die Aus 
wahl der Stichprobe 
• nachvollziehbar und statistisch fundiert sein; 
• vorhandene Flächendaten zur Landschaftsökologie (u. a. 
Klima, Bodenarten, aktuelle und potenzielle Vegetation, 
Orografie) einschließen; 
• statistisch repräsentativ sein für 
-die landschaftsökologische Struktur, 
- das Spektrum der räumlichen Dichte der Stoffexposition, 
- die Nutzungsstruktur und Anbaupraktiken, 
-die räumliche Differenzierung derz.B. gemäß Risiko 
analyse für die Stoffverteilung bedeutsamen Faktoren; 
• örtliche naturschutzfachliche Aspekte berücksichtigen; 
• unter optimaler Anbindung an relevante Umweltbeobach 
tungsnetze und Naturschutzprogramme erfolgen. 
Zur Feststellung ökologischer Wirkungen von Stoffen sind 
neben Flächen mit Stoffexposition auch vergleichbare 
Referenzflächen entsprechend dem oben genannten 
Kriterienkatalog auszuwählen und zu untersuchen. Die 
Verfügbarkeit einer hinreichenden Anzahl an Beobach 
tungsflächen muss gegeben sein und für den Zeitraum der 
Beobachtung sichergestellt werden. Das Beobachtungsnetz 
muss an die jeweiligen Stoffe und an geografische Verän 
derungen der Exposition angepasst werden, wobei die oben 
genannten Kriterien der Flächenauswahl zu berücksichtigen 
sind. Die ausgewählten Flächen sowie die Beobachtungs 
daten sollten in einem idealerweise zentralen Informations 
system dokumentiert werden. 
Weitere Empfehlungen zur Erstellung von Probenahmeplänen 
finden sich in: 
• VDI-Richtlinien der Serie 3957 (Biologische Messver 
fahren zur Ermittlung und Beurteilung der Wirkung von 
Luftverunreinigungen auf Pflanzen) 
• DIN/ISO-Reihe 5667 (Wasserqualität: Probenahme), 
• DIN-Reihe 38402 (Deutsche Einheitsverfahren zur 
Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung), 
• Handbuch Bodenuntersuchung (Loseblattsammlung, 
Beuth Verlag Berlin).
	        
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