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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung: an der. deutschen Küste im Mai 1903; 
9, bis 21; vorwiegend kühles Wetter, mit zunächst mehr vereinzelten, vom 16. 
bis 20. aber wieder über das ganze Gebiet ausgedehnten Regenfällen. Die 
dritte Dekade brachte dann meist trockenes, sonniges Wetter mit rascher Zu- 
nahme der Temperatur und besonders warme Tage am Ende des Monats. 
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Die Temperatur zeigte im Osten starkes Steigen zum 3. und 4, und 
darauf ebenso starke Abnahme bis zum. 9. (11. an der preußischen Küste), in 
der zweiten Dekade eine geringe Zunahme bis zum 15. und nachfolgende, etwa 
gleich große Abnahme, in der dritten Dekade aber eine starke, ziemlich stetige 
Temperaturzunahme, die wesentlich nur durch eine vorübergehende Abkühlung um 
den 25. unterbrochen wurde. Nach Westen hin trat die Erwärmung der ersten 
Pentade mehr und mehr zurück und auf den Nordseeinseln fand sie sich nur 
noch schwach vor, während der Temperaturverlauf der zweiten und dritten 
Dekade nahezu mit dem des Ostens übereinstimmte. Die Morgentemperaturen 
Jagen über der Normale an der Nordsee am 1. bis 9., 15., 23. und 25. bis 31., 
an der Ostsee am 2. bis 8., 15., 16. und 22. bis 31., während der übrigen Tage, 
also besonders während der zweiten Dekade, meist unter der Normale. . 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen 2,2° (Wilhelmshaven) 
und 27,6° (Keitum), also um 25,4°. Meist wurden einige Sommertage, an denen 
die höchste Temperatur 25° erreichte, beobachtet, am Ende des Monats und 
teilweise im Osten am 4. oder 5. 
Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rück- 
sicht auf die Vorzeichen der Änderungen als arithmetisches Mittel für die Be- 
obachtungstermine berechnete interdiurne Veränderlichkeit. der Temperatur 
(Il. T. V.) lag mit ihren größten Werten zwischen 2,2° (Borkum) und 
3,4° (Swinemünde) und zeigte die größten Werte durchweg am Nachmittag, die 
kleinsten meist am Morgen. ; 
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten für benachbarte Orte. viel- 
fach große Unterschiede. Durchschnittlich war die Regenmenge an der Nordsee 
erheblich größer als an der Ostsee und am kleinsten ostwärts bis Rügen. 
Läßt man den Niederschlagstag um 8" V Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages 
beginnen und sieht man von geringfügigen und von vereinzelten Regenmengen 
ab, so fielen die Niederschläge über größere Gebiete am 1. an der Nordsee, am 
2, ostwärts bis Pommern, am 3. an der Ostsee ostwärts bis Rügen, am 4. ost- 
wärts bis Rügen, am 5. bis 7. an der ganzen Küste, am 9. westlich der Weser 
und östlich der Oder, am 10. im Elbgebiet und östlich der Oder, am Il. von 
der Weser bis Mecklenburg und an der preußischen Küste, am 12. und 13. von 
der Oder ostwärts, am I5. an der Nordsee, am 16. bis 21. an der ganzen Küste, 
am 25. und 26. von der Oder ostwärts und am 28, an der westlichen Nordsee. 
— Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigende Regenmengen fielen in 
Glückstadt m 2. (32 mm). — Gewitter traten in größerer Verbreitung auf am 
{. und 2. an Teilen der Nordsee, am 4. und 5. ostwärts bis Rügen, am 6. und 7. 
an der Ostsee, am 28, ostwärts bis zur Weser und am 29, an der Nordsee. — 
Nebel herrschte über ausgedehntem Gebiet am 1. und 2. von Rügen ostwärts, 
am 3. westlich der Weser und an der Ostsee, am 4. und 5. an der Nordsee 
und westlichen Ostsee, sowie am 9., 25. und 26. an Teilen der Ostsee, besonders 
an der pommerschen Küste. 
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte 
Bewölkung im Mittel aus den drei Terminbeobachtungen kleiner als 2 war, 
charakterisierten sich ‚über größerem Gebiete der 4. von Rügen ostwärts, der 
8. und 13. vielfach an der Östsee, der 22. bis 24. an der ganzen Küste, der 
25. und 26. an der Nordsee und westlichen Ostsee, der 27. an der Nordsee, der 
An und 30. an der Nordsee und von Rügen ostwärts und der 3l. an der ganzen 
üste. 
Die Wetterlage zeigte in der ersten Woche, bei andauernd ziemlich 
hohem Luftdrucke über Nordeuropa, die allmähliche Ausbreitung einer De- 
pession vom Ozean über Mitteleuropa; der nach Osten an Ausdehnung gewinnende 
Ausläufer niedrigen Druckes nahm dabei eine mehr und mehr nördliche Lage 
an, so daß sich am 7, ein vom Ozean über die Nordsee und die mittlere Ostsee 
nordostwärts reichendes Gebiet niedrigen Druckes einstellte. Diese Wetterlage
	        
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