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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums —- 59. Band, Nr. 1
Spulenfeld senkrecht zur Nadel stand. Durch Ablenkung der Nadel ergaben sich für jede Stromrichtung die
Winkel a± und a 2 . Das Feld der Spule ist dann
Für das Gerät Nr. 1 wurde ein Pinnendeklinatorium, für das Gerät Nr. 2 ein Fadendeklinatorium verwendet. Die
in Tabelle 4 angegebenen Werte wurden je aus drei Meßreihen gewonnen. Für jede Meßreihe wurde eine Neu
aufstellung der Spule vorgenommen. Der mittlere Fehler der Konstanten f betrug bei Anwendung dieser Methode
± 0,4%. Das Ergebnis ist als befriedigend zu bezeichnen.
Solange man nur eine Methode für die Bestimmung von f verwendet, erreicht man recht hohe und be
friedigende innere Genauigkeiten. Sobald man aber die Ergebnisse der einzelnen Methoden miteinander ver
gleicht, findet man, wie wenig die erreichte Genauigkeit der gewünschten entspricht. Tabelle 4 zeigt die Ergeb
nisse für zwei Skalenwertsgeräte. Bei beiden Geräten ist f mit einem Fehler von zh 1% behaftet, das ist der
zweifache Wert des inneren Fehlers der einzelnen Methoden.
Um eine Übersicht über die Konstanz des Skalenwertes im Gelände zu erhalten, wurden an 10 Tagen nur
Skalenwertsbestimmungen im Gelände gemacht. Die Beobachtungspunkte lagen im gestörten Gebiet mit einem
gegenseitigen Abstand von 3 km. Auf jedem Beobachtungspunkt wurde der Skalenwert in beiden Gebrauchslagen
mindestens je zweimal, meistens aber dreimal bestimmt. Für die Berechnung wurde das Tagesmittel benutzt und
der mittlere Fehler einer Messung aus den Abweichungen berechnet (Tabelle 5).
Die Messungen lassen sich leicht in zwei Gruppen aufteilen und zwar die erste Gruppe vom 27. 1. bis
3.11. 1935 und die zweite Gruppe vom 10. 11. bis 27. 12. 1935. In der ersten Gruppe wurden die Bestimmungen
wie jede übliche Feldbestimmung ohne übermäßigen Aufwand an Sorgfalt gemacht. Die Fehler der Einzelmessung
betragen im Mittel ± 0,40 y/pars. Vom 10. 11. 1935 ab wurde versucht, die Fehler zu verringern. Der magnetische
Meridian wurde mit besonderer Sorgfalt bestimmt. Für die Ablesung von Nadelspitze und Teilkreis wurde eine
Lupe verwendet. Durch Rücklenkungsmagneten wurde das Magnetsystem stets genau auf den Stand 20,0 pars
gebracht. Die Aufstellungsplätze des Stativs wurden sorgfältig ausgesucht. Ferner wurde von diesem Tage ab dei
Transport geändert. Nach Beginn der Schneefälle mußten alle Wege zu Fuß gemacht werden. Es ist wahrschein
lich, daß der weniger harte Transport sich günstig auswirkte. Ferner war bei der ersten Gruppe eine Fehler
quelle vorhanden, die darin bestand, daß die Helmholtz-Spule mit dem Träger nicht immer in derselben azimutalen
Stellung am Stativ befestigt wurde. Eine Untersuchung ergab, daß dabei systematische Fehler im Skalenwert
auftraten. Der Fehler kann dadurch hervorgerufen werden, daß die Spulenebene bei verschiedener Trägerstellung
verschiedene Neigungen zum Magnetsystem annimmt, und deshalb jeweils das Spulenfeld mit einer anderen Größe
der senkrecht zum Magneten stehenden Komponente wirksam wird. In Tabelle 6 sind die Ergebnisse für vier um
90° verschiedene Trägerstellungen zusammengestellt. Dadurch, daß die Spule mit dem Träger stets in derselben
Stellung am Stativ befestigt wurde, wurde bei der 2. Gruppe dieser Fehler vermieden. Als Fehler bleiben in der
2. Gruppe wahrscheinlich nur die Größen übrig, die vom Schneideneinfluß herrühren.
Die Beobachtungen zeigen, daß Skalenwertsbestimmungen im Gelände, also beim Zusammenwirken aller
Fehlerquellen, einen Fehler einer Einzelbestimmung von ± 1,3% haben, solange man nicht besondere Aufwen
dungen macht. Die im Felde ohne besondere Aufwendungen erzielte Genauigkeit liegt nur wenig unter der* der
absoluten Spulenkoristante, deren Fehler zu etwa ± 1% gefunden wurde. Ein ganz geringer Mehraufwand bei der
Skalenwertsbestimmung im Gelände vermag die innere Genauigkeit der Feldmessung der Genauigkeit der Spulen
konstanten anzupassen.
IV. Der Temperaturkoeffizient.
Weitaus die größten Schwierigkeiten bei der Auswertung von Feldwaagenmessungen bereitet die Reduktion
auf die Bezugstemperatur. Einzelne Beobachter begnügen sich damit, den vom Fabrikanten angegebenen Temperatur
koeffizienten zu benutzen, während sich andere darüber beklagen, daß aus verschiedenen Temperierungen sich
schlecht ein einheitlicher Temperaturkoeffizient ableiten lasse. Venske (14) gibt eine ausführliche Darstellung des
Wesens von Temperaturkoeffizienten. An Beispielen zeigt er, daß seine Theorie weitgehend mit der Praxis über
einstimmt.
Venske entwickelt aus einem allgemeinen Ansatz unter der Voraussetzung, daß der Temperaturgang in
Sinuswellen abläuft, die Standkorrektion für die Beobachtungszeit t 0 zu