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Volltext : 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

Die  Versorgung  der  unteren  Schichten  mit  Sauerstoff  (mix_o2o  ~  const)  wird  somit
unterbrochen.  Jetzt  müssen  die  lichtarme  Zwischenschicht  und  vor  allem  die
Bodenschicht  fünf  Monate  mit  dem  Sauerstoff,  der  im  Frühjahr  bei  der  letzten
Volldurchmischung  aufgenommen  wurde,  auskommen.  Obwohl  der  Sauerstoffbestand
auch  durch  Transportprozesse  (adv_o2o  bzw.  adh_o2o)  verändert  werden  kann,  zeigt
die  Abb.  5.5  (a,  b,  c),  dass  Advektion  für  die  betrachtete  Wassersäule  nur  für
geringfügige  Veränderungen  der  Sauerstoffmenge  sorgt.
Da  es  keine  zusätzlichen  Quellen  für  den  Sauerstoff  im  Bodenwasser  gibt,  sinkt  der
Sauerstoffgehalt  bereits  kurz  nach  dem  Einsetzen  der  thermischen  Schichtung.  Danach
nimmt  er  kontinuierlich  bis  Mitte  November  weiter  ab,  was  auf  das  Überwiegen  der
Zehrung  beim  Abbau  des  in  der  Deckschicht  erzeugten  organischen  Materials
zurückzuführen  ist.
Im  Herbst  wird  die  Sprungschicht  langsam  abgebaut.  Nach  dem  Einsetzen  der
herbstlichen  Durchmischung  steigen  die  Nährstoffkonzentrationen  in  der
Oberflächenschicht  an  (Abb.  5.2  g,  h).  Ihre  Zunahme  sowie  die  in  dieser  Jahreszeit  noch
ausreichende  Lichtversorgung  der  Phytoplankter  sorgen  für  die  herbstliche  Blüte.  Das
Ausgasen  an  der  Oberfläche  nimmt  wieder  zu,  da  die  in  der  Deckschicht  erzeugte
Sauerstoffmenge  ausreichend  ist,  um  den  kontinuierlich  steigenden  02-Verbrauch  zu
kompensieren.  Anfang  November  wird  die  thermische  Schichtung  vollständig  abgebaut.
Die  Lichtintensität  ist  in  dieser  Jahreszeit  für  das  Phytoplankton  zu  gering,  um
Photosynthese  in  der  Deckschicht  betreiben  zu  können.  Daher  wird  die
Sauerstoffproduktion  unterbrochen.  Der  Abbau  der  im  Jahreslauf  produzierten
organischen  Substanz  setzt  sich  in  der  gesamten  Wassersäule  kontinuerlich  fort.
Gut  zu  erkennen  ist  die  Zunahme  des  diffusiven  Eintrags  ab  Mitte  November,  die  die
Abnahme  des  Sättigungsgradienten  zwischen  Deckschicht  und  darunter  liegenden
Wassermassen  zur  Folge  hat.  Der  Konzentrationsausgleich  sowie  die  abnehmende
Wassertemperatur  führen  dazu,  dass  der  Sättigungsgrad  der  Oberflächenschicht  unter
100  %  bleibt.  Jetzt  kann  wieder  Sauerstoff  aus  der  Atmosphäre  aufgenommen  werden.

Sauerstoffbilanz  an  der  Positionen  C  und  D

Abb.  5.6  stellt  die  Beiträge  der  am  lokalen  Sauerstoffumsatz  an  den  Positionen  C  und  D
für  das  Jahr  2000  beteiligten  Prozesse  dar.  Ein  typischer  Sauerstoffjahresgang  im
Oberflächenwasser  ist  in  Abb.  5.6  a  dargestellt.  Er  wird  durch  die  Temperatur  und  die
Primärproduktion  des  Phytoplanktons  geprägt.  Die  niedrigen  Temperaturen  im  Winter
(s.  Abb.  5.3  a)  ermöglichen  eine  hohe  Sauerstofflöslichkeit,  die  Produktivität  ist
dagegen  gering.  Im  Frühjahr  verharren  die  Temperaturen  noch  auf  niedrigem  Niveau,
die  Frühjahrsblüte  führt  jedoch  zu  einem  zusätzlichen  Sauerstoffeintrag.  Das  spiegelt
sich  in  deutlichen  Übersättigungen  ab  Ende  März  wieder.
            
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