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Volltext: 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

Im Oktober (Abb. 5.2 a) sinkt die Oberflächentemperatur bis auf 10 °C ab, gleichzeitig 
nimmt die vertikale Diffusion (Abb. 5.2 b) zu. Die Sprungschicht wird nach und nach 
abgebaut und die gesamte Wassersäule vollständig durchgemischt. Nach dem Einsatz 
der herbstlichen Durchmischung steigen die Nährstoffkonzentrationen (Abb. 5.2 g, h) in 
der Oberflächenschicht wieder an. Das führt zu einer Herbstblüte Ende September bis 
Anfang November. 
Parallel mit der Biomasse ändert sich auch die Menge des Detritus (Abb. 5.2 f), der 
absinkt und in der Tiefe durch Organismen unter Verbrauch von Sauerstoff 
remineralisiert wird. Der Prozess der Zersetzung des organischen Materials ist eine 
Quelle für Ammonium (NH4 + ) und Nitrat (NO3'). Ammonium wird außerdem durch 
Exkretion, vor allem durch das Zooplankton, wieder aufgefüllt und hat somit nicht nur 
in Bodennähe, sondern auch zwischen 40-60 m Tiefe ein Maximum von etwa 2 mmol 
N-m' 3 . Wenn die respiratorischen Sauerstoffverluste in der Tiefe nicht durch 
Photosynthese und/oder Austausch mit der Atmosphäre ausgeglichen werden können, 
nimmt der Grad der Sauerstoffsättigung mit der Tiefe ab. Da sich in diesem Fall eine 
stabile sommerliche Schichtung ausgebildet hat und somit die Zufuhr von Sauerstoff 
aus den oberen Schichten unterbrochen wurde, können die Sauerstoff-Zehrungsprozesse 
nicht kompensiert werden. Dadurch erklären sich die leichten Untersättigungen 
zwischen 80-85 %, die sich unterhalb der Sprungschicht ausgebildet haben. 
Die vertikale Sauer Stoffabnahme hängt stark von der Produktion des organischen 
Materials in der euphotischen Zone ab. Wird viel organische Biomasse gebildet, kann 
viel in tiefere Wasserschichten absinken und steht dort für den Stoffwechsel der 
heterotrophen 36 Organismen zur Verfügung. Die Sauerstoffzehrung in der Tiefe wird 
daher stärker sein und der vertikale Konzentrationsgradient steiler. Ein Überwiegen der 
respiratorischen Prozesse bei anhaltendem Vorhandensein einer Schichtung kann im 
Tiefenwasser sogar zum vollständigen Verbrauch von Sauerstoff führen. Die 
vollständige Durchmischung des Wassers im Oktober bringt den Sauerstoffgehalt 
wieder auf 90-95 % der Sättigung. 
Jahresgang an der Position C 
Ein Vergleich mit der nördlichen Position A zeigt, dass der Beginn der Blüte im Bereich 
der Großen Fischerbank (Abb. 5.3 c) etwa 3 Wochen früher erfolgt. Das Maximum der 
36 Heterotrophe Organismen (heteros (griech.) = anders, ungleichartig; trophe (griech.) = Nahrung) sind 
nicht in der Lage, durch Photo- oder Chemosynthese anorganische Verbindungen in körpereigene 
organische Substanzen umzuwandeln. Vielmehr sind sie bei ihrer Ernährung auf die Zufuhr 
organischer Substanzen angewiesen und damit von anderen Lebewesen abhängig.
	        
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