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Volltext : 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

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4  Untersuchungen  zum  Gasaustausch

Auffällig  ist  auch  die  im  Vergleich  zur  Station  A  deutlich  größere  Schwankungsbreite
der  simulierten  Sättigungsgrade,  da  der  Austausch  mit  der  Atmosphäre  je  nach  der
verwendeten  Parametrisierung  mit  unterschiedlich  großen  Transfergeschwindigkeiten
erfolgt.  Die  Sättigungswerte  lagen  im  Mitte  Mai  zwischen  108  %  und  113  %  und  im
Juni  zwischen  107  %  und  116  %.  Die  Maximalwerte  wurden  dabei  im  Mai  und  Juni
nach  der  Methode  von  WM99  mit  jeweils  120  %  und  116  %  erreicht.  Die
Parametrisierung  nach  W05  erlaubt  bei  schwachem  Wind  bis  6  m-s' 1  einen  schnelleren
Austausch  von  Sauerstoff  (im  Vergleich  zu  den  anderen  Methoden)  und  liefert  somit  die
niedrigsten  Ergebnisse  mit  Spitzenwerten  am  17.  Mai  und  11.  Juni  von  110  %  bzw.  108
%.  Beim  Vergleich  der  berechneten  Sättigungsgrade  mit  den  Beobachtungen  stellt  sich
heraus,  dass  in  diesem  Zeitraum  die  modellierten  Werte  schneller  ansteigen  als  die
gemessenen  Sauerstoffsättigungsgrade.  Die  Parametrisierung  nach  W05  führt  jedoch
zur  geringsten  Zunahme  und  ergibt  somit  eine  etwas  bessere  Übereinstimmung  mit  den
Messungen.  Auch  hier  sind  die  Unterschiede  zwischen  den  Sättigungsgraden,  die  mit
den  Parametrisierungen  nach  W92  und  N2000  berechnet  wurden,  relativ  gering.  Die
Darstellung  der  Ergebnisse  zeigt  außerdem,  dass  die  größten  Abweichungen  bei  den
Modellrechnungen  nach  WM99  auftreten.
Während  die  Simulationen  die  größten  Übersättigungen  im  Mai  und  Juni  ergaben,
zeigen  die  Beobachtungen  einen  nochmaligen  Anstieg  des  Sättigungsgrades  in  der
Oberflächenschicht  bis  auf  111  %  am  9.  August.  In  Bodennähe  dagegen  wurden  nur
93  %  gemessen.  Das  deutet  darauf  hin,  dass  sich  im  Spätsommer  eine  kurzfristige
thermische  Schichtung  ausgebildet  hat,  die  vom  hydrodynamischen  Modell  nicht
reproduziert  wurde.
Einen  Einblick  in  die  jahreszeitliche  Entwicklung  der  Temperatur  Schichtung  in  der
Deutschen  Bucht  bieten  die  Messdaten  der  Marnet-Stationen  (s.  Abb.  11.1  im  Anhang).
Die  an  der  Position  B  (Mamet-Station  Deutsche  Bucht)  gemessenen  Zeitreihen  der
Wassertemperatur  in  3  m  und  30  m  Tiefe  sind  in  Abb.  4.8  dargestellt.  Diesen  sind  die
mit  HAMSOM  berechneten  Wassertemperaturen  für  die  Oberflächenschicht  (0-5  m)
und  für  die  Bodenschicht  (30-35  m)  gegenüber  gestellt.  Die  gemessene  Wassertemperatur ­
  steigt  in  der  Oberflächenschicht  bis  Ende  August  auf  rund  17.4  °C  an.
Danach  sinkt  sie  zum  Ende  des  Jahres  kontinuierlich  ab.  Der  Aufbau  einer  vertikalen
Schichtung  setzt  etwa  Mitte  Juli  ein  (Abb.  4.8  c).  Obwohl  die  gesamte  Wassersäule  von
der  sommerlichen  Erwärmung  erfasst  wurde,  bleib  die  Schichtung,  die  insgesamt  relativ
schwach  war,  bis  Anfang  September  erhalten.  Ab  Ende  August  vertieft  sich  die
Deckschicht  und  die  Sättigungswerte  an  der  Oberfläche  sinken  durch  die  Vermischung
mit  dem  Bodenwasser.  Hingegen  weisen  die  simulierten  Temperaturen  keine
Unterschiede  zwischen  Oberflächen-  und  Bodentemperatur  auf,  die  Wassersäule  war
das  ganze  Jahr  über  gut  durchmischt.  Als  Folge  dessen  sind  die  vom  Modell
berechneten  O2-Konzentrationen  vertikal  homogen.
            
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