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Full text: 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

Zooplanktern ausgeschiedenen festen Material bilden zusätzliche Stoffflüsse zum 
Detritus [9, 14]. Im Modell wird zwischen zwei Fraktionen von Detritus unterschieden, 
die mit verschiedenen Sinkgeschwindigkeiten absinken, also verschiedene 
Größenklassen repräsentieren ("größer" Detritus: w = 100 m-d' 1 ; "kleiner" Detritus: w = 
4 m-d' 1 ). 
Durch mikrobiellen Abbau wird POC in labile, also schnell abbaubaren DOC (gelöster 
organischer Kohlenstoff) überführt [11, 16]. Produktion von DOC erfolgt außerdem 
durch Exkretion der Organismen [17]. Der Verbrauch des DOC erfolgt in erster Linie 
durch die Aufnahme in Bakterienbiomasse [12]. Zusätzlich zum Phytoplankton bilden 
auch Bakterien und Detritus die Nahrungsgrundlage des Zooplanktons [10, 15]. 
Die Rückführung in den anorganischen Kohlenstoff-Pool DIC erfolgt über die 
Respiration sowie die benthische Regeneration [21]. Bei der Respiration werden die 
organischen Verbindungen abgebaut und die darin gebundene chemische Energie für 
den Bau- und Betriebsstoffwechsel genutzt. Durch die Atmung von Zooplankton [13] 
und Bakterien [4] wird Sauerstoff verbraucht und dem DIC-Pool Kohlendioxid CO2 
zugeführt. 
Ein Teil des Kohlenstoffs wird für den Aufbau von Kalkschalen bestimmter 
Phytoplankter (Coccolithophoriden) genutzt [1]. Sterben diese Phytoplankter [18], so 
werden die Schalen teils unter Freisetzung von Karbonat (CO3 2 ') im Wasser gelöst [2], 
teils sinken sie zu Boden [23] und werden dort abgelagert. Auch am Meeresboden wird 
gelöster anorganischer Kohlenstoff bei der Zersetzung der Schalen freigesetzt [22]. 
Der Stickstoffkreislauf 
Der Stickstoffkreislauf ist sehr eng mit dem Kohlenstoffkreislauf verknüpft. Abb. 3.10 
zeigt das Diagramm für den Stickstoffkreislauf, der dem gleichen Stoffkreislaufschema 
wie für Kohlenstoff folgt. Nitrat (NO3") und Nitrit (NO2 ) werden innerhalb des Modells 
nicht getrennt betrachtet, sondern in einer Zustandsvariable „Nitrat“ zusammengefasst. 
Zusammen mit Ammonium (NEE" 1 ") bildet sie den gelösten anorganischen Stickstoff 
(DIN). Diesen braucht das Phytoplankton zum Aufbau des organischen Materials 
(PON) [1, 2]. Ammonium wird bevorzugt von Phytoplankter aufgenommen. Gelöster 
organischer Stickstoff (DON) wird durch Ausscheidungen von Organismen [17] und 
durch Zerfall von PON [11, 16] gebildet. Ein wesentlicher Unterschied zum 
Kohlenstoffkreislauf besteht in der Rückführung aus dem organischen Pool. Hier wird 
durch die Exkretion des Zooplanktons [13] und der Bakterien [4] Ammonium 
freigesetzt, das durch Nitrifizierung wieder in Nitrat überführt wird [18]. Ammonium 
wird weiterhin durch benthische Remineralisierung freigesetzt [21]. Anaerobe Bakterien 
reduzieren Nitrat zu molekularem Stickstoff (N2) [22], der an die Atmosphäre 
abgegeben wird. Dieser Prozess wird als Denitrifizierung bezeichnet.
	        
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