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Volltext : 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

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3  Das  Okosystemmodell  ECOHAM2

3.1  Modellbeschreibung

ECOHAM2  beschreibt  die  biologisch-chemischen  Stoffumsätze  von  Kohlenstoff,
Stickstoff  und  Sauerstoff  in  einem  drei-dimensionalen  physikalischen  Feld.  Es  handelt
sich  dabei  um  ein  ökologisches  Modell,  das  am  Institut  für  Meereskunde  (IfM)  der  Uni
Hamburg  entwickelt  wurde.  Es  entstand  aus  dem  CN3-Modell  (Patsch  et  al.,  2002),  das
für  den  Nordatlantik  entwickelt  wurde,  und  basiert  auf  dem  N-Modell  von  Kühn  und
Radach  (1997),  erweitert  um  den  Kohlenstoff-Kreislauf.  Durch  Hinzufügen  eines
Sediment-Moduls  in  Anlehnung  an  ECOHAM1  (Moll,  1998;  Wei  et  al,  2004)  wurde
das  Modell  unter  der  Bezeichnung  ECOHAM2  anwendbar  auf  die  Nordsee  (bzw.  den
Nordwesteuropäischen  Schelf).  Pätsch  et  al.  (2002)  und  Moll  et  al.  (2003b)  geben  eine
detaillierte  Beschreibung  des  Modells,  die  im  Folgenden  zusammengefasst  wird.

Der  Kohlenstoffkreislauf

Abb.  3.9  zeigt  das  Interaktionsdiagramm  für  den  Kohlenstoffkreislauf,  das  die
schematische  Darstellung  der  Verknüpfung  der  Zustandvariablen  über  die  beteiligten
Prozesse  abbildet.  Die  Zustandsvariablen  werden  im  Diagramm  durch  Kreise
repräsentiert.  Die  beteiligten  Prozesse  sind  durch  nummerierte  Pfeile  gekennzeichnet.
Die  Kohlenstoffverbindungen  CO2,  CO3",  HCO3'  sind  in  einer  Zustandsvariable  für
gelösten  anorganischen  Kohlenstoff  (DIC)  zusammengefasst.  Dies  ist  berechtigt,  weil
die  relativen  Verhältnisse  der  Kohlenstoffverbindungen  zueinander  einer
Gleichgewichtsrelation  entsprechen.  D.  h.  bei  Kenntnis  der  Gesamtmenge  des  gelösten
anorganischen  Kohlenstoffs  und  der  Alkalinität  ist  der  Anteil  jeder  einzelnen
Kohlenstoffspezies  bekannt  (Zeebe  und  Gladrow,  2001).
Kohlenstoff  wird  in  gelöster  anorganischer  Form  (DIC)  über  den  Austausch  mit  der
Atmosphäre  sowie  den  Eintrag  über  die  Zuflüsse  [19,  20]  und  angrenzenden  Seegebiete
eingetragen.  Die  anorganischen  Kohlenstoffverbindungen  werden  durch  die
Photosyntheseaktivität  der  Primärproduzenten  aufgenommen  und  assimiliert  [3].  Auf
diesem  Weg  erfolgt  der  Übergang  des  anorganischen  Kohlenstoffs  in  den  organischen
Pool  (partikulärer  organischer  Kohlenstoff  POC),  der  durch  alle  im  Wasser  lebenden
Organismen  sowie  durch  tote  organische  Substanz  (Detritus)  repräsentiert  wird.  Zum
größten  Teil  wird  DIC  im  Zellgewebe  der  Phytoplankter  in  Form  von  Kohlenhydraten,
Fetten  und  Proteinen  eingelagert,  ein  kleiner  Teil  wird  jedoch  gleich  wieder  durch
Exsudation  als  gelöster  organischer  Kohlenstoff  (DOC)  an  das  Wasser  abgegeben  [6].
Das  Phytoplankton  wird  vom  Zooplankton  konsumiert  [7]  oder  stirbt  ab  und  sinkt  als
Detritus  zu  Boden  [5,  8,  23].  Das  abgestorbene  Zooplankton  zusammen  mit  dem  von
            
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