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Full text: 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

Bei Normaldruck (1013.25 hPa oder 1 atm), der einem Partialdruck des Sauerstoffes in 
der Atmosphäre von 0.2 atm entspricht, und 0 °C Wassertemperatur liegt seine 
Gleichgewichtskonzentration im Meer (S=35 psu) bei 358 mmol-m' 3 oder 8.0 ml-l' 1 . 
Erhöht sich die Temperatur auf 30 °C, so beträgt sie nur 195 mmol-m' 3 oder 4.4 ml-l' 1 , 
d.h. die Sättigungskonzentration reduziert sich um 45 %. Eine Zunahme des 
Salzgehaltes von 0 auf 35 psu bei konstanter Temperatur dagegen bewirkt eine 
Abnahme der Gleichgewichtskonzentration um maximal 22 %. 
Je nach Wahl der Konstanten A n und B n ist die Gleichgewichtskonzentration auf das 
Volumen [pmol-l 1 ] bzw. [mmol-m 3 ] oder auf das Gewicht des Wassers [pmol-kg 1 ] 
bezogen. Sehr häufig wird sie auch in [ml-l 1 ] oder in [mg-l 1 ] angegeben. 
Tabelle 11.6 im Anhang gibt die Sättigungskonzentrationen von O2 für Meerwasser mit 
einem Salzgehalt von 35 psu in Abhängigkeit von der Wassertemperatur nach Benson 
und Krause (1984) wieder. 
2.2.4 Transfergeschwindigkeit 
Der Gasaustausch zwischen Atmosphäre und Wasser wird durch ein Zusammenspiel 
von diffusivem und turbulentem Transport kontrolliert. Direkt an der Wasseroberfläche 
verschwindet der turbulente Transport und der Gasaustausch erfolgt durch den 
molekular-diffusiven Transport. Der Fluss hier ist direkt proportional zum 
Diffusionskoeffizienten des Gases. Eine wichtige Größe zum Vergleich der 
Diffusionskonstanten verschiedener Gase ist die dimensionslose Schmidtzahl: 
gas 
(2.14) 
Sie verknüpft die kinematische Zähigkeit v (die Diffusionskonstante für den Impuls) 
[m 2 -s' 1 ] des Wassers mit der gas spezifischen molekularen Diffusionskonstanten D gas 
[m 2 -s' 1 ] und bestimmt den diffusiven Anteil der Transfergeschwindigkeit k. Mit der 
Schmidtzahl ist somit eine Größe gegeben, die das relative Verhältnis der 
Grenzschichtdicken (zl und zw, Abb. 2.3) widerspiegelt. 
Messungen zur Bestimmung der Schmidtzahl für O2 (Stigebrandt, 1991; Wanninkhof, 
1992; Keeling et al., 1998; Garcia und Keeling, 2001) zeigten eine Abhängigkeit der 
Schmidtzahl von Temperatur und Salzgehalt des Wassers. Ihre Temperaturabhängigkeit 
wird z. B. nach Wanninkhof (1992) durch ein Polynom drittes Grades beschrieben:
	        
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