2.
£-»— (z.B. für HCL, S0 2 , S0 3 , NH 3 )
ki kw
Für Gase mit geringer Löslichkeit und geringer chemischer Reaktivität im Wasser (Fall
1) wird der Austausch durch die Wassergrenzschicht bestimmt. Hingegen wird bei
Gasen mit hoher Löslichkeit und Reaktivität im Wasser der Gasaustausch durch die
Luftgrenzschicht bestimmt.
Der Austausch von Sauerstoff ist also durch die Transfergeschwindigkeit kw im Wasser
bestimmt und kl kann in Gleichung (2.10) vernachlässigt werden (Liss, 1983a). Mit kl
>> kw folgt aus Gleichung (2.10) für die Transfergeschwindigkeit k tot =kw=k und der
Ausdruck für den Gasfluss lässt sich für Sauerstoff wie folgt vereinfachen:
F = k-(ß-C h -C w )
(2.12)
2.2.3 Sauerstoffsättigung
Der Gasfluss hängt also von der Transfergeschwindigkeit k [m-d 1 ], der dimensionslosen
Löslichkeit ß und dem Konzentrationsunterschied zwischen Luft und Wasser, Cl - Cw
\mmol 02-m 3 ] ab. Ein Produkt zwischen der Löslichkeitß und der Gaskonzentration Cl
in der Atmosphäre {C S ai=ß-Ci) drückt die Sauerstoffsättigungskonzentration 17 im
Wasser aus. Bevor im nächsten Abschnitt die Transfergeschwindigkeit ausführlich
behandelt wird, wird in diesem Abschnitt vorerst die Parametrisierung der
Sauerstoffsättigungskonzentration vorgesteht.
Die Sauerstoffkonzentration im Wasser ist von der Löslichkeit abhängig, die eine
Funktion des atmosphärischen Druckes, der Wassertemperatur und des Salzgehaltes ist.
Sind die Konzentrationen von Sauerstoff im Wasser und in der Luft im Gleichgewicht,
so ist das Meerwasser zu 100 % mit Sauerstoff gesättigt und seine maximale
Aufnahmefähigkeit ist erreicht. Den bei einer bestimmten Temperatur und einem
bestimmten Salzgehalt des Wassers maximal möglichen Sauerstoffgehalt des Wassers
bezeichnet man als Sättigungswert. Zunehmende Wassertemperatur sowie die Zunahme
des Salzgehalts bewirken eine Abnahme der Löslichkeit des Gases.
Die Sauerstoffsättigungskonzentration C sa t im Wasser wurde zuerst von Weiss (1970)
für Süßwasser und Meerwasser in einem Temperaturbereich von 0 bis 40 °C bei einem
Luftdruck von 1013.25 hPa (1 atm) untersucht. Aus diesen Messungen ist eine
17 Ist die maximale Lösungskonzentration, die sich aus der Löslichkeit ß und der Gaskonzentration Cl in
der Atmosphäre (siehe auch Gl. (2.12) C sat =ß-C L ) ergibt.