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Volltext : 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

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6  Vergleich  der  Modellergebnisse  mit  Messungen

Wie  schon  erwähnt,  wird  die  aktuelle  Sauerstoffkonzentration  im  Wasser  durch  das
Zusammenspiel  zahlreicher  physikalischer,  biochemischer  und  biologischer  Prozesse
gesteuert,  wobei  die  Beiträge  einzelner  Prozesse  zur  Produktion  bzw.  zum  Verbrauch
von  Sauerstoff  zeitlich  und  räumlich  variabel  sind.  Im  Kapitel  4  wurden  bereits  am
Beispiel  von  drei  ausgewählten  Positionen  Unterschiede  in  der  Entwicklung  der
bodennahen  O2-Konzentration  dargestellt  und  diskutiert.  Die  Dominanz  einzelner
Prozesse,  die  für  die  CE-Produktion  bzw.  den  CE-Verbrauch  sorgen,  sowie  die  Rolle  der
Sprungschicht  und  der  Wassertiefe  wurden  ausführlich  diskutiert.  In  diesem  Abschnitt
werden  noch  einmal  exemplarisch  an  zwei  Stationen  die  Unterschiede  in  der
bodennahen  Sauerstoffdynamik  beschrieben.  Allerdings  handelt  es  sich  dabei  um  zwei
Positionen,  die  relativ  nahe  zu  einander  liegen  und  fast  die  gleichen  Wassertiefen
besitzen.  Durch  die  gezielte  Auswahl  dieser  Wassersäulen  wird  die  Wirkung  der
Wassertiefe  auf  die  vertikale  Sauerstoffverteilung  eliminiert.  Mit  Hilfe  des  Ökosystem-Modells
  wird  die  Sauerstoffbilanz  der  Bodenschicht  erstellt  und  anhand  der
Prozessanalyse  die  Dominanz  einzelner  Prozesse,  die  den  Sauerstoff  am  Boden  steuern,
genauer  untersucht  und  diskutiert.  Es  handelt  sich  dabei  um  die  Position  I  (55  °N;  4°0)
und  die  Position  II  (56  °N;  6°0).  Die  Position  I  liegt  in  der  zentralen  Nordsee  und  hat
eine  Wassertiefe  von  44  m.  Die  Position  II  liegt  1°  nördlicher  und  2°  östlicher  als
Position  I  und  hat  eine  ähnliche  Wassertiefe  (40  m).
In  Abb.  6.14  a,  b  erfolgt  die  Gegenüberstellung  der  mit  ECOHAM2  berechneten  O2-Konzentrationen
  für  die  Bodenschicht  beider  Wassersäulen.  In  den  ersten  vier  Monaten
des  Jahres  nimmt  der  bodennahe  Sauerstoff  an  beiden  Positionen  beinah  identisch  zu.
Dies  ist  auf  die  gute  Belüftung  der  tieferen  Wasserbereiche  zurückzuführen.  Die
tiefreichende  Konvektion  führt  in  diesem  Zeitraum  zu  einem  weitgehend  homogenen
Wasserkörper,  was  durch  die  Vertikalverteilung  der  Wassertemperatur  belegt  werden
kann  (Abb.  6.15  a,  b).  Hierbei  kommt  es  zu  einer  intensiven  Sauerstoffversorgung  in
Sedimentnähe,  so  dass  die  Konzentrationen  identische  Werte  von  etwa  7  ml-l' 1
annehmen.  Mit  Beginn  der  sommerlichen  Erwärmung  kommt  es  zur  Ausbildung  der
Temperatur  Schichtung  an  beiden  Stationen.  Diese  Schichtung  verhindert  einerseits  den
vertikalen  Austausch  und  somit  die  Sauerstoffzufuhr  zum  Boden,  anderseits  führen
mikrobielle  Abbauprozesse  in  Bodennähe  zu  02-Verbrauch.  Als  Folge  tritt  eine
kontinuierliche  Abnahme  der  Sauerstoffgehalte  ab  Mitte/Ende  April  ein.  Insgesamt  sind
im  ersten  Halbjahr  keine  signifikanten  Unterschiede  in  der  zeitlichen  Entwicklung  der
bodennahen  Sauerstoffkonzentrationen  an  den  ausgewählten  Positionen  feststellbar.
Trotzdem  zeigen  die  Simulationen  relativ  große  Differenzen  (bis  zu  11  %)  zwischen
den  berechneten  Konzentrationen  in  der  Zeit  von  Anfang  Juli  bis  Ende  August,  wobei
die  größten  Differenzen  Mitte  August  auftreten.  Während  die  bodennahe  O2-Konzentration
  an  der  Position  I  am  13.  August  2000  bis  auf  5.27  ml-f 1  abgesunken  ist,
fällt  sie  im  abgeschlossenen  Bodenwasser  der  Position  II  auf  4.72  ml-l' 1  (s.  Abb.  6.4  b,
d).  Die  O2-Abnahme  in  Bodennähe  an  der  östlichen  Position  II  ist  also  im  Spätsommer
deutlich  stärker  ausgeprägt.  Kenntnisse  über  ihre  Ursachen  führen  zum  besseren
            
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