Damit war die bodennahe 02-Versorgung im Jahr 2000 deutlich besser, was auf eine
effektive vertikale Durchmischung des Wasserkörpers im Jahr 2000 zurückzuführen ist.
Die niedrigsten berechneten Konzentrationen traten im Gegensatz zum Jahr 1995 in der
zentralen Nordsee auf (Abb. 6.12 a, b). Hier erkennt man die Ausbildung einer
sauerstoffarmen Zone im August und ihre Verlagerung weiter nach Westen in die
zentrale Nordsee im September.
In der nördlichen, westlichen und südlichen Nordsee sind die berechneten
Konzentrationen relativ hoch (vergleichbar mit 1995). Die Simulationen zeigen O2-
Konzentrationen, die in diesen Gebieten für August 2000 zwischen 7.8 und 9 mg-l' 1
lagen und im September durchschnittlich um 0.4 mg-l' 1 abgenommen haben. Auch in
den flachen Gewässern vor der deutschen und dänischen Küste kommt es in der Zeit der
Schichtung im Bodenbereich zu keinen nennenswerten Sauerstoffdefiziten.
Abbauprozesse im Bodenwasser werden nicht nur durch Sauerstoffdefizite, sondern
auch durch erhöhte Ammoniumkonzentrationen angezeigt. Wie die Abb. 6.13 zeigt,
steigen die Nährstoffkonzentrationen in Bodennähe im Spätsommer bzw. Anfang
Herbst im Bereich des kontinentalen Küstenwassers, vor der englischen Ostküste und in
der zentralen Nordsee als Folge des Abbaus sedimentierter Biomasse an.
Der während der Monitoringfahrt Nr. 353 (9.8.-23.8.2000) mit FS Gauss beobachtete
Sauerstoffmangel in Bodennähe ist in Abb. 6.10 dargestellt. Die niedrigsten
Konzentrationen wurden in der zentralen östlichen Nordsee in Tiefen über 60 m mit
unter 6.5 mg-l' 1 (ca. 70 % der Sättigung bei einer Bodentemperatur von 10 °C)
gemessen. Es wurden somit keine kritischen Sättigungswerte beobachtet. Selbst 50 %
der Sauerstoffsättigung zu dieser Zeit liegen noch im natürlichen Bereich.
Aus dem Vergleich der Modellsimulation mit den Daten für das Jahr 2000 ist zu
entnehmen, dass die Lage sowie die Ausdehnung der sauerstoffarmen Zone gut vom
Modell erfasst wird. In den Modelldaten sind ebenfalls niedrigere
Bodenkonzentrationen zu erkennen, jedoch sind sie etwa um 0.5 mg-l' 1 erhöht
gegenüber der Beobachtungen.
6.4 Analyse der biologischen und physikalischen Prozesse, die zum
Sauerstoffmangel am Boden führen
Wie in Kapitel 6.3 dargestellt wurde, sind Sauerstoffmangelgebiete hauptsächlich in der
östlichen Nordsee im Spätsommer festzustellen sind. Die Lage dieser Gebiete und die
Größe der niedrigsten Sauerstoffkonzentrationen sind jedoch variabel. Nach wie vor
bleibt die Frage offen: warum kommt es nur in bestimmten Regionen der Nordsee zu
Sauerstoffmangel in Bodennähe und warum bleiben andere, oft benachbarte, Gebiete
davon verschont?