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Volltext: 43: Sauerstoffdynamik der Nordsee

Die sehr flache Position 3 wies am 13. August keine Schichtung auf (Abb. 6.3 c). 
Möglicherweise wurde die nur 19 m tiefe Wassersäule durch zwischenzeitliche 
stürmische Winde durchmischt. Die simulierten Werte zeigten um 1 °C erhöhte 
Wassertemperaturen gegenüber den Messungen. Die Sprungschicht an der Position 4 
(Abb. 6.3 d) begann in 10 m Wassertiefe. Ihr folgte eine zweite Sprungschicht in etwa 
22 m Tiefe. Darunter nahm die Temperatur von 15 °C auf 11.5 °C in 44 m Tiefe ab. Das 
hydrodynamische Modell zeigte im Gegensatz zur Messung kaum eine Abnahme der 
Temperatur unter 22 m und lieferte somit auch an dieser Position bis zu 4 °C von der 
Realität abweichende Ergebnisse. 
Die gemessenen CE-Konzentrationen an den ausgewählten Positionen im östlichen 
Bereich der Nordsee lagen zwischen 3.85 und 6.3 ml-l' 1 (s. Abb. 6.4). Diese 
temperaturbedingt relativ niedrigen Konzentrationen sind charakteristisch für den 
Spätsommer. Im Bodenwasser der geschichteten Gebiete, infolge der Dominanz 
sauerstoffzehrender Prozesse, ist sogar mit starken Untersättigungen zu rechnen. So 
zeigen die simulierten Kurvenverläufe (Abb. 6.4 b, d) eine generelle Abnahme des 
Sauerstoffgehalts ab 10 m Wassertiefe, die qualitativ auch in den Daten zu sehen ist. 
Am 9. August (Abb. 6.4 a) weichen die simulierten 02-Konzentrationen ab 15 m 
Wassertiefe kaum von den Messungen ab. Dagegen ist die Differenz in der 
Oberflächenschicht beträchtlich, hier wurde die Konzentration durch das Modell 
unterschätzt. Die Abweichung gegenüber dem gemessenen Oberflächenwert ist u.a. auf 
die Durchmischung der gesamten Wassersäule im Modell zurückzuführen. 
Die stärkste Zehrung in Bodennähe wurde an der Position 4 (Abb. 6.4 d) mit einer 
Sauerstoffsättigung von 63 % gemessen. Die simulierte Konzentration wird vom Modell 
im Vergleich zu den Messungen in Bodennähe um 0.86 ml-l' 1 überschätzt, in den 
mittleren Schichten (bei etwa 25 m) dagegen um 0.56 ml-l' 1 unterschätzt. Beim 
Vergleich fällt auf, dass der in den Daten zu erkennende relativ scharfe Übergang in die 
Sauerstoffminimumzone vom Modell nicht entsprechend wiedergegeben wird. 
Vielmehr erkennt man eine fast homogene 02-Verteilung ab ca. 22 m Wassertiefe bis 
zum Boden. Diese Differenzen könnten durch Unzulänglichkeiten bei der Simulation 
der Sprungschicht (die als Barriere für den vertikalen Sauerstofftransport dient) durch 
das hydrodynamische Modell hervorgerufen sein. 
Betrachtet man weiter in Abb. 6.4 c die Simulationen der Sauerstoffkonzentration an 
der Position 3, so stellt man fest, dass die berechneten Werte kaum einen Unterschied 
zu den Messungen aufweisen. Geringfügige Abweichungen entstanden etwa durch die 
Überschätzung der Wassertemperatur (Abb. 6.3 c), was wiederum Auswirkung auf die 
Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser hatte.
	        
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