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Full text: Tsunami - Untersuchungen für die deutsche Nordseeküste

Die Küste, 72 (2007), 65-103 
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et ah, 2005) kann der Unterschied zwischen hydrostatischen und nichthydrostatischen 
Berechnungen weniger problematisch sein als bei langen Verwerfungen oder impulsartiger 
Bodenänderung. 
3.4 Ausbreitung im tiefen Ozean 
Bei der weiteren Ausbreitung im tiefen Ozean spielt Dispersion nur dann eine wesent 
liche Rolle, wenn sich im Nahfeld ein Gleichgewichtsignal (z.B. ein Soliton) aus kurzen und 
langen Wellen eingestellt hatte. Andernfalls sind die kurzen Wellen dissipiert, und die Aus 
breitung des verbleibenden langperiodischen Signals wird gut mit der hydrostatischen An 
nahme simuliert. In MOST (TlTOV et ah, 1997) wird sowohl für die Simulation der Ausbrei 
tung im Nahfeld als auch im tiefen Ozean ein hydrostatisches Modell benutzt. Dort wird 
jedoch Dispersion bewusst über das gewählte numerische Verfahren wieder eingeführt. 
Gjevik et al. (1997) haben den Einfluss numerischer Dispersion für finite Differenzen auf 
einem Arakawa-C-Gitter bei einer Tsunami-Simulation untersucht. Sie fanden, dass sich 
numerische Dispersion nicht immer in physikalisch sinnvoller Weise verhält. Trotzdem sind 
die Ergebnisse hydrostatischer Modelle brauchbar (HORRILLO et ah, 2006). 
Entscheidend für die Ausbreitung langer Wellen ist eine gute Kenntnis der Bodentopo 
graphie. Unterseeische Rücken und Berge werden einen Tsunami modifizieren und ablenken. 
Mofjeld et ah (2000) definieren z.B., basierend auf der linearen Theorie, einen Parameter, 
der die Bedeutung von Streuung und Reflexion an verschiedenen unterseeischen Strukturen 
für Tsunami charakterisiert. 
Insbesondere Laufzeiten lassen sich bei Kenntnis der Tiefenverteilung mit guter Näh 
rung aus der Integration des mit der lokalen Geschwindigkeit \fgh zurückgelegten Wegs 
ermitteln (ANNUNZIATO et ah, 2005). Solche Berechnungen sind sehr schnell und geben bei 
entsprechender Auflösung der Topographie bis in den Küstenbereich sinnvolle Ergebnisse, 
besonders bei Berücksichtigung von Diffraktion (Beugung) an Inseln und Küstenvorsprün 
gen. Die Autoren (ANNUNZIATO et ah, 2005) haben eine Erweiterung ihres Modells auf eine 
ebenso schnelle Energieabschätzung angekündigt. Im Bericht (Buch et ah, 2005) des Danish 
Meteorological Institute (DMI) zum Tsunami-Risiko finden sich derartige Laufzeitberech 
nungen für die Startpunkte Kap Farvel (Grönland), Färöer Inseln und Hanstholm (Däne 
mark). NlRUPAMA et ah (2006) haben mit einer Auflösung der Bodentopographie von 2 Bo 
genminuten, das sind etwa 3,7 km am Äquator und etwa 2,1 km im Bereich der Nordsee, 
Laufzeiten für 118 Startorte im gesamten Atlantik berechnet. 
3.5 Modifikation am K o n t i n e n t a 1 h a n g 
Eine entscheidende Modifikation erfährt ein Tsunami am Kontinentalhang. Vor Sumatra 
liegt der Kontinentalhang dicht vor der Küste. Für die deutsche Nordseeküste ist er ein weit 
entferntes, dynamisch gesondert zu betrachtendes Gebiet. Am Kontinentalhang nimmt \[gh 
stark ab, während die Phasengeschwindigkeit gT kifrz /2n kurzer Wellen von der Tiefe unab 
hängig ist. Für gTfc /27t > \Jgh könnten die kurzen Wellen jetzt die langen wieder einholen 
(MlRCHlNA et ah, 2001) und das führende Signal stärken. Im realen Ozean werden jedoch die 
sehr kurzen Wellen gedämpft, und die vormals mittellangen Wellen werden bei abnehmender 
Tiefe wegen des kleiner werdenden Quotienten h/L zu langen Wellen. Daher wird im Allge
	        
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