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Full text: Tsunami - Untersuchungen für die deutsche Nordseeküste

Die Küste, 72 (2007), 65-103 
69 
0.5 H/h {U ~ 1) ist Voraussetzung für die Gültigkeit einfacher Boussinesq-Gleichungen (Ur- 
SELL, 1953). Komar (1976) hat gegenüber URSELL den Gültigkeitsbereich linearer Theorie zu 
U ~ 50 (U = 16 tt 2 /3) ausgedehnt. Fröhle et al. (2002) setzen die Grenze bei U = 13. Üblich 
ist auch die Interpretation von U als Beziehung zwischen Wellensteilheit H/L und relativer 
Wassertiefe h/L, U = —j~ j . 
Tab. 1: Parameter h/L mit L = T\Jgh in km für zwei typische Tsunamiperioden 
Wassertiefe 
[m] 
L 
(10 Minuten) 
h/L 
(10 Minuten) 
L 
(30 Minuten) 
h/L 
(30 Minuten) 
5000 
132,9 
0,0376 
398,7 
0,0137 
2000 
84,0 
0,0238 
252,1 
0,0079 
1000 
59,4 
0,0168 
178,3 
0,0046 
500 
42,0 
0,0119 
126,1 
0,0040 
200 
26,6 
0,0075 
79,7 
0,0025 
100 
18,8 
0,0053 
56,4 
0,0018 
50 
13,3 
0,0038 
39,9 
0,0013 
20 
10,3 
0,0024 
25,2 
0,0008 
10 
5,9 
0,0017 
17,8 
0,0006 
0 5 H 
Tab. 2: Urs eil Parameter 
h 
L 1 
h 2 
mit L = T ~\/gh für 
zwei typische Werte für H und T 
Wassertiefe 
U 
U 
U 
U 
[m] 
(10 m, 10 Min.) 
(1 m, 10 Min.) 
(10 m, 30 Min.) 
(1 m, 30 Min.) 
5000 
0,7 
0,1 
6,4 
0,6 
2000 
4,4 
0,4 
39,7 
4,0 
1000 
17,7 
1,8 
158,9 
15,9 
500 
70,6 
7,1 
635,7 
63,6 
200 
441,5 
44,1 
3973,1 
397,3 
100 
1765,8 
176,3 
15892,2 
1589,2 
Tab. 1 und 2 geben eine Abschätzung des Parameters h/L und des Ursell-Parameters für 
Wellenhöhen von 10 m und 1 m bei typischen Perioden von 10 und 30 Minuten für lange 
Wellen. 
Für Tiefen geringer als 5000 m ist der Parameter h/L < 0,05. Wird nur dieser Parameter 
betrachtet, sind Flachwasserwellen (linear, hydrostatisch) im gesamten Tiefenbereich eine ange 
messene Darstellung. Der Ursell-Parameter gibt ein differenzierteres Bild. Danach können Tsu 
nami in rotations- und reibungsfreier Theorie durch cnoidale Wellen (Boussinesq-Gleichungen) 
beschrieben werden. Besonders der Grenzfall solitärer Wellen reproduziert als translative Welle 
eine wichtige Tsunamieigenschaft. Dabei ist jedoch zu beachten, dass h/L in der Theorie wegen 
L —> co gegen Null geht, während für Tsunami h/L mit h gegen Null geht. L nimmt dabei ab. 
Für typische Schelftiefen (< 200 m) ist die hydrostatische Annahme gerechtfertigt. 
Wie auch in Seegangsuntersuchungen verlieren die obigen analytischen Betrachtungen, 
aber auch viele Modellsimulationen im Küstenbereich ihre Gültigkeit, sobald die Welle 
bricht. Aber schon die Betrachtung eines Tsunami als einfache Welle mit gegebener, durch
	        
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