Die Küste, 72 (2007), 65-103
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einem schmalen, steilen Schelf. Zweitens ist der asymptotische Wert für die Wellenhöhe un
abhängig von der Eingangswellenhöhe.
In den verwendeten barotropen zweidimensionalen Modellen der Nordsee wird die
Energiedissipation durch innere und durch Bodenreibung in komplexer Form berücksichtigt
(Dick et ah, 2001). Abb. 22 zeigt in Cuxhaven kein asymptotisches Verhalten der Wellen
höhe, aber eine Begrenzung. Eine sukzessive Erhöhung der Eingangswellenhöhen um 1 m
führt in Küstennahe (Cuxhaven) nur zu einer Erhöhung von etwa 0,05 m für die dort einlau
fenden Wellen (erstes Signal in Abb. 22). Cuxhaven ist jedoch kein gut gewähltes Beispiel, da
dort auch das primäre Signal nur eine Beugungserscheinung ist (siehe Abschnitt 5.3.1). In
Abb. 19 sind Scheitelwasserstände für Orte entlang der Nordseeküste gegeben. Die Linien
zwischen Wiek und Borkum (H 5 m und H 8 m) sind repräsentativ für einen Vergleich mit
dem analytischen Ergebnis. Die hohen Werte in North Shields spiegeln neben der Dissipa
tion den Einfluss anderer Modifikationen. Die zusätzlichen Werte im Bereich zwischen
Ijmuiden und Hirtshals repräsentieren die sekundären Maxima im zeitlichen Wasserstands
verlauf (siehe Abb. 20 und 22).
Abb. 19: Scheitelwasserstände an ausgewählten Orten (Eingangssignal: 3 positive Signale, T 1800 s,
H 5 m [dunkelblau] und H 8 m [hellblau], von N; Modell: „Nordsee 2 km“)
5.3.3 Lokaler Wasserstandsverlauf
In Abb. 20 sind Wasserstandsverläufe für zwei Stationen an der englischen Ostküste
(Immingham, Lowestoft) und zwei in der südlichen Nordsee (Borkum, Ijmuiden) darge
stellt. Neben dem Ausgangssignal ist an allen Orten ein sekundäres, auf Beugungs- und In
terferenzmuster und Reflexion zurückzuführendes Signal zu erkennen. Die Stationen wur-