accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Tsunami - Untersuchungen für die deutsche Nordseeküste

Die Küste, 72 (2007), 65-103 
86 
und erlaubt eine optische Separation der Einflüsse von Küstenverlauf und Bodentopogra 
phie. 
Ebenfalls in eine ,ruhende‘ Nordsee läuft eine mit einem Gezeitensignal überlagerte 
solitäre Welle in Lehfeldt et al. (2008, in diesem Heft) ein. In Abschnitt 5.5 wird der Rand 
bedingung einer extremen Sturmflut (Jensen et ah, 2007) die Oberflächenauslenkung des 
oben beschriebenen Signals (drei aufeinanderfolgende Einzelsignale, 17 = H sin 2 (2772ti t)) 
überlagert. Beide treffen auf eine von Gezeit und meteorologischem Antrieb bereits modifi 
zierte Nordsee. Es wurde nur ein Beispiel gerechnet. 
5.3 Signal aus Norden 
Die folgenden Abbildungen zeigen im linken Teil die Ausbreitung des im Abschnitt 5.2 
beschriebenen Randsignals (drei positive Signale, T 1800 s und H 5 m). Küstenverlauf und 
Bodentopographie beeinflussen Ausbreitung und Modifikation von Wellen mit Perioden im 
Tsunamibereich in vielfältiger Weise. Prinzipiell sind Wellenerscheinungen wie Diffraktion, 
Reflexion und Refraktion verstanden (z.B. Masselink, 2005) und für Tsunami zusammen 
gestellt worden (Camfield, 1990; Mofjeld et ah, 2000). Zur Separation des Einflusses von 
Küstenverlauf und Bodentopographie wurden zusätzlich Rechnungen mit konstanter Was 
sertiefe von 500 m in der gesamten Nordsee und mit gleichartigen Randsignalen, aber für eine 
Periode von 600 s durchgeführt. 
5.3.1 Ausbreitung 
Deutlich erkennbar ist der Einfluss einer realen Bodentopographie auf die schnellere 
Ausbreitung in tieferen Bereichen der Nordsee wie der Norwegischen Rinne. Im Norden 
werden markante lokale Wasserstandsmaxima simuliert (Abb. 13 und 14, links). Sie entstehen 
durch Richtungsänderung und nachfolgende Überlagerung innerhalb der Einzelsignale bei 
inhomogenem Tiefengradienten (Refraktion). Diese Maxima treten in den Vergleichs 
rechnungen mit flachem Boden (rechte Abbildungen) nicht auf. 
Beugung und Reflexion erzeugen in Buchten, Flussmündungen und an Inseln zum Teil 
sehr hohe Wasserstände (z. B. Lerwick, Abb. 12). Solche Prozesse werden durch den Küsten 
verlauf und die Lage der Inseln bestimmt. Eine variable Bodentopographie kann sie jedoch 
durch ihren Einfluss auf Ausbreitungsrichtung und Geschwindigkeit stark modifizieren 
(z.B. Abb. 15). 
Die deutsche Küste liegt im Wellenschatten Norwegens. Sie wird zuerst von Ausläufern 
des auf dem Schelf geschwächten Eingangssignals getroffen (Abb. 16 und 9). Später erreicht 
ein durch Überlagerung von Beugungserscheinungen entstandenes sekundäres Signal eben 
falls die Küste (Abb. 18). Es wird vorwiegend durch Beugung und Reflexion an der britischen 
Küste erzeugt. In den Simulationen mit flachem Boden ist es deutlicher zu erkennen, findet 
sich aber auch als signifikantes Signal in Modellzeitreihen bei realistischer Topographie.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.