accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Tsunami - Untersuchungen für die deutsche Nordseeküste

Die  Küste,  72  (2007),  65-103
84

In  Küstennähe  verlieren  die  Modelle  des  BSH  (und  ähnliche  Modelle)  ihre  Gültigkeit,
wenn  die  Wellenlängen  so  kurz  werden,  dass  Dispersionseffekte  wieder  eine  Rolle  spielen.
Diese  Einschränkung  betrifft  Aussagen  zum  Wasserstand  relativ  wenig.  Vergleichsrechungen
(Pedersen,  2004)  zeigen,  dass  hydrostatische  Modelle  den  Wasserstand  angemessen  simulieren, ­
  die  Geschwindigkeit  der  Wasserteilchen  aber  unterschätzen.  Stärker  wird  der  Gültigkeitsbereich ­
  der  Modellannahmen  dadurch  eingeschränkt,  dass  sie  für  brechende  Wellen
nicht  mehr  gerechtfertigt  sind.  Angegebene  Wasserstandsverläufe  sind  daher  mit  Vorbehalt
zu  interpretieren.

5.2  Randbedingungen
Wenn  für  die  Nordsee  davon  ausgegangen  wird,  dass  die  Quelle  des  Tsunami  außerhalb
des  Modellgebiets  liegt,  ist  es  notwendig,  den  Tsunami  als  in  das  Modellgebiet  einlaufendes
Signal  vorzugeben.  Dadurch  ergeben  sich  zwei  Arten  von  Problemen:  das  Signal  muss  physikalisch ­
  sinnvoll  sein,  d.  h.  es  muss  das  aus  einer  potentiellen  Quellregion  ankommende
Signal  angemessen  darstellen,  und  das  Geschehen  am  Rand  muss  numerisch  korrekt  modelliert ­
  werden.
Für  die  Simulation  hypothetischer  Tsunami  sind  verschiedenartige  Randbedingungen
gewählt  worden.  Lehfeldt  et  al.  (2008,  in  diesem  Heft)  geben  eine  einzelne  solitäre  Welle
am  Rand  vor  (Modell  MARTIN,  finite  Elemente).  Bei  den  Simulationen  im  DMI-Bericht
(Buch  et  ah,  2005;  Modell  MOG2D,  finite  Elemente)  ist  das  Problem  für  die  Nordsee  durch
Gitternetzverfeinerung  gelöst.  WINTER  (2005)  nutzte  eine  Simulation  des  Tsunami,  ausgelöst
von  der  Storegga-Hangrutschung  (Bondevik  et  ah,  2005),  um  Randwerte  für  Ausbreitungsrechnungen ­
  (Modell  Delft3D,  horizontaler  Gitterabstand  etwa  5  km)  in  die  Nordsee  hinein
zu  erhalten.  Ähnlich  wird  im  DEFRA-Bericht  (Kerridge,  2005)  die  Simulation  eines  Tsunami ­
  durch  eine  potentielle  Hangrutschung  (Run  H)  im  feineren  Modell  (N10,2D,  horizontale ­
  Auflösung  3,5  km)  mit  Randwerten  aus  einem  gröberen  Modell  (NEA,  2D,  horizontale
Auflösung  35  km)  fortgesetzt.  In  weiteren  Simulationen  wird  für  NEA  eine  aus  Süden  kommende ­
  Welle  vorgegeben,  und  wieder  werden  die  in  NEA  berechneten  Größen  an  N10  als
Randwerte  übergeben.  Es  wurde  sowohl  ein  positives  als  auch  ein  Signal  mit  führender  negativer ­
  Auslenkung,  jeweils  mit  einer  Periode  von  einer  Stunde,  genutzt.  In  einer  Ergänzung
zum  DEFRA-Bericht  (Smallman,  2006)  wird  das  Modell  NEA  durch  eine  Erweiterung  des
britischen  operationeilen  Windstaumodells  (Flather,  2000;  2-D,  horizontale  Auflösung
12  km)  ersetzt  und  von  einer  bekannten  Anfangsverteilung  gestartet.  Es  übergibt  Randwerte
an  ein  Modell  mit  variablem  Gitterabstand  (TELEMAC-2D,  finite  Elemente,  horizontaler
Gitterabstand  12  km  bis  1  km).
Im  operationeilen  Betrieb  besteht  das  Modellsystem  des  BSH  auch  aus  ,genesteten'  Modellen. ­
  Auf  eine  Übergabe  der  Ergebnisse  des  Nordostatlantikmodells  (Abschnitt  4)  als
Randwerte  an  das  Nordseemodell  wurde  verzichtet,  da  die  Randbedingungen  des  Nordostatlantikmodells ­
  willkürlich  gewählt  wurden  und  das  Modell  nicht  alle  Aspekte  der  Modifikation ­
  eines  Tsunami  im  tiefen  Wasser  und  am  Kontinentalrand  reproduziert.  Im  Nordseemodell ­
  (Modell  „Nordsee  2  km“,  2-D,  horizontale  Auflösung  1,8  km)  wurden  daher  auch
analytische  Signale  als  Randbedingung  vorgegeben.  Der  in  die  Modellgebiete  einlaufende
Wellenzug  besteht  jeweils  aus  drei  aufeinander  folgenden  positiven  Einzelwellen.  In  den
Berechnungen  der  Abschnitte  5.3  und  5.4  wurden  sie  am  entsprechenden  Rand  über  die
Geschwindigkeit  der  Wasserteilchen  u  =  H  \jgh/h  sin 2  (2T/2n  t)  vorgegeben.  Das  entspricht
einem  von  der  Tiefe  unabhängigen  positiven  Eingangssignal  für  die  Oberflächenauslenkung
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.