Die Küste, 72 (2007), 65-103
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Buchten, Reflexion und Refraktion durch Bodentopographie, sowie „shoaling“ einzelner
Wellen und das Einholen vorderer Wellen einer Gruppe durch nachfolgende bei abneh
mender Tiefe. Insbesondere können auf dem Schelf verlässliche Laufzeiten angegeben wer
den. Nichtlineare hydrostatische Gleichungen überschätzen im flachen Wasser jedoch wegen
der Vernachlässigung der Dispersion die Energiedichte pro Flächeneinheit. Für einen breiten,
flachen Schelf wie die Nordsee ist wichtig, dass die Modelle auch die Dissipation durch Bo
denreibung berücksichtigen. Dadurch stehen für die Prozesse im unmittelbaren Küstenbe
reich der Deutschen Bucht wesentlich energieärmere Signale zur Verfügung als bei Küsten
mit schmalem, vorgelagertem Schelf. Allerdings führen numerische Verfahren fast immer zu
künstlicher zusätzlicher Energiedissipation.
Abb. 10: Zeitlicher Wasserstandsverlauf in Wiek mit zwei Modellen. Modell „Nordsee 10 km“ (grün),
Modell „Nordsee 2 km“ (rot) bei gleichem Eingangssignal (3 positive Einzelsignale, Periode 1800 s,
Wellenhöhe 5 m)
Abb. 11: Zeitlicher Wasserstandsverlauf in Cuxhaven mit zwei Modellen. Modell „Nordsee 10 km“
(grün), Modell „Nordsee 2 km“ (rot) bei gleichem Eingangssignal (3 positive Einzelsignale, Periode
1800 s, Wellenhöhe 5 m)