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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere Mitteilungen, 
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des soeben erschienenen Kreises sich mit blitzartiger Geschwindigkeit aus dem 
wolkenartigen Schein des »Areturus« von O nach W fortbewegten und im hellen 
Schein des Planeten »Venus« endigten, Siehe Figur IIb. 
Nach etwa 5 Minuten bildete sich ein zweiter Kreis am Himmel mit 
derselben Färbung und Lichtstärke, dessen Peripherie gleichfalls aus rw. NO 
durch »Areturus« nach dem Planeten »Venus« bis rw. NW ging, aber nur in 
einer Höhe von etwa 70% Die kurzen Strahlen verschwanden hiernach und 
bildeten sich lange, blausilberne Lichtstrahlen, die aus der rechtweisenden Richtung 
NW und NO durch die beiden Peripherien der sich soeben gebildeten, etwa 5° 
breiten Kreise hinausschossen. Siehe Figur Ice. 
Diese Formation dauerte etwa 3 Minuten. 
Hiernach verschwanden die langen Strahlen, es bildeten sich wiederum 
kurze Strahlen von etwa 20° Länge, die durch die Peripherien der beiden Kreise 
mit einer außerordentlich großen Geschwindigkeit aus dem hellen Lichtschein 
im »Areturus« von © nach W sich fortbewegten und im hellen Lichthaufen bei 
dem Planeten »Venus« verschwanden. Die Formation stellt Figur IId dar, 
Als eine Kompaßpeilung der Kreise vorgenommen wurde, bemerkte ich, 
daß sich die Kompaßrose etwa 1 bis !/, Strich von © nach W bewegte und dann 
wieder zurückdrehte;!} diese Erscheinung dauerte so lange, bis die von O0 nach W 
laufenden Strahlen verschwunden waren. 
Nach 10 Minuten verschwanden die Kreise nebst Strahlen vollständig und 
blieben nur noch dieselben, blausilbernen Lichthaufen im »Areturus« und in der 
„Venus« nach, wie in Figur IIo angegeben ist. Diese Erscheinung war etwa 
80 Minuten sichtbar; hiernach wurden keine weiteren Formationen beobachtet, 
Der Himmel war zur Zeit des Nordlichts in NO, N und NW bis zu etwa 
15° Höhe leicht bewölkt, der Wind SW Stärke 1/2 und See leicht bewegt. 
Die für die drei Gestirne für 73 49" 55%0k X Zeit berechneten Höhen er- 
kennen »Areturus« = 8,6°, »Venus« =27.35° und »Mars« = 29.7°. 
O. Hennig, IL Offiz. D.S, »Barcelona«s, Hamb,-Am, Linie, 
Neuere Veröffentlichungen. - 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
Lecky, 5. T. S.: Wrinkles in practical navigation. 15% edition, revised and 
enlarged by W, Allingham, 8°% 814 pag. with 135 illustrations and plates. 
London 1908. G,. Philip & Son. 25sh. 
Leckys »Wrinkles« können als ein klassisches Werk in der nautischen Literatur bezeichnet 
werden und sind ohne Zweifel das populärste und am weitesten verbreitete Buch von denen, die sich 
mit der Navigation beschäftigen. Schon allein der Umstand, daß die vorliegende die 15. Auflage ist, 
die seit dem ersten Erscheinen im November 1881 notwendig geworden. legt hiervon ein heredtes 
Zeugnis ab. 
Die »Wrinkles« wollen nicht ein Lehrbuch der Navigation im eigentlichen Sinne des Wortes 
sein, sie haben sich vielmehr die Aufgabe gestellt, dem Navigateur in allen Fragen der Praxis ein 
treuer, nie versagender Ratgeber zu sein und ihn auf vielen anderen mit scinem Berufe in nahem Zu- 
sammenhang stehenden Wissensgebieten zu unterrichten und vertraut zu machen, welche auf den 
Narigationsschulen wegen Mangel an Zeit nicht genügend gepflegt werden können. In flotter, fast 
feuilNletonistischer und vielfach geradezu humoristischer Schreibweise wußte Lecky den Nautiker durch 
das gesamte Gebiet seiner Wissenschaft zu steuern und ihm alle »Kniffe« der Praxis mundgerecht zu 
machen. Er kannte so genau des Scemannes Art, daß man getrost sagen kamı, er habe ihm sein Buch 
‚auf die Hant« geschrieben. Lange mathematische Ableitungen und trockene Formeln, die den See- 
mann so häufig ein sonst vorzügliches Buch mißmutig bei Seite legen lassen, finden sich in dem ganzen 
Werke nicht. "Trotzdem sind alle Kapitel der astronomischen und terrestrischen Navigation, der 
1y Aus der eine große Unruhe der Kompaßrose zeigenden Bewegung um 1 bzw. ?/, Strich 
kann nicht geschlossen werden, daß die erdmagnetische Deklination oder ohne weiteres die Deviation 
um diesen Betrag sich geändert habe, Naturgemäß schwingt die Rose zunächst bei einer Störung des 
Erd- und Schiffsmagnetismus über die Ruhelage hinaus, die dieser Störung entsprechen würde. Diese 
Schwingungen werden sodann um so größer ausfallen, je mehr die Schwingungsperiode der Rose und 
die Perioden der magnetischen Störung miteinander oder mit einem Vielfachen der anderen Periode 
übereinstimmen. Vel. auch »Ann. d. Hryrdr. usw.« 1904. S, 486— 487, D. Red.
	        
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