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zwischen den Scülly-Inseln und Kap Ushant herumzukreuzen, am 25. September
Dampf aufmachen und Kurs auf Kap Lizard nehmen. Abends wehte es bereits
aus NE, Stärke 3—4, worauf die Segel festgemacht und Kurs nach Plymouth
genommen wurde, Um 3* a. m. am 26. September kam das prachtvolle Leucht-
feuer von Kap Lizard in Sicht. Die Leuchtfeuer von Kap Lizard werden jetzt
durch einen elektrischen Apparat unterhalten, und wurde deren Schein auf mehr
als 35 Sm beobachtet.“
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Leipzig“, Korv.-Kapt. Paschen.
„ Reise von Honolulu nach Yokohama (2. Juni bis 5. Juli 1878).
Am 2. Juni benutzte Korv.-Kapt. (jetzt Kapt. z. See) Paschen den
höchsten Wasserstand, um unter Dampf den Hafen von Honolulu zu verlassen.
Sobald die Barre passirt war, wurden Segel gesetzt und die Schraube gelichtet,
Der Passat war, wie es in Lee der Inseln gewöhnlich der Fall zu sein pflegt,
in den ersten Tagen sehr flau; es wurde zuerst gesucht, etwas Süden zu machen,
um überhaupt frischeren Wind zu finden, dieser war jedoch nirgends recht
kräftig, so dass nur mittelmässige Fahrt gemacht werden konnte. Der
Kommandant der Korvette konnte über die in diesen Gegenden „Reported
Dangers“ nichts feststellen, da z. B. Palmer’s Riff und Klippe Krusenstern bei
Nacht passirt wurden.
Glücklicher war er mit der Marcus - Insel gewesen, welche gerade um
Mittag in Nord gepeilt wurde. Die Position wurde recht gut übereinstimmend
mit der Karte gefunden, d. h. in 154° O-Lg. Schon am Abend vorher, in
ca 100 Sm Abstand, machte sich die Nähe von Land durch zunehmende Schaaren
von Seevögeln bemerkbar. Der Kurs war recht auf die Position abgesetzt, doch
gelangte das Schiff durch Stromversetzung südlich von ihr; die in ziemlicher
Entfernung wahrnehmbare Brandung hielt den Kommandanten ab, näher zu gehen.
Die Insel kam auf ca 10 Sm Entfernung an St, B. in NNW in Sicht; sie ist
sehr niedrig, von 2 Sm Ausdehnung in der Richtung Ost— West und dicht mit
Buschwerk und einzelnen hervorragenden Bäumen bosetzt.
Die Festlegung dieser Insel ist um so werthvoller, als sie muthmaasslich
der Inbegriff sehr vieler, hier herum verzeichneten Inseln und so niedrig ist,
dass sie nach Ansicht des Kapt. Paschen in den seltensten Nächten zu sehen
sein wird, bevor man sich in der Brandung befindet.
Der Kurs wurde später auf den Felsen San Francisco gesetzt, sowohl um
dem Kuro-Siwo - Strom Rechnung zu tragen, als auch wo möglich die Lage
dieses so lange zweifelhaften und im Jahre 1876 in den „Nachr. f. Seef.“ (ad
No, 186) nach französischen Angaben festgelegten Felsen zu kontrolliren. Durch
Stromversetzung weiter abgebracht, wie beabsichtigt war, passirte das Schiff die
angegebene Stelle in ca 15 Sm Entfernung, es wurde aber nichts wahrgenommen,
trotz sehr klaren und sichtigen Wetters.”) Abends wurde die Insel Fatsizio
gemacht und von da der Kurs nach der Insel Vries gesetzt. Während der Nacht
wehte es sehr frisch aus SW, und das Wetter wurde so dick, dass vom Lande
nichts bemerkt werden konnte, als ein undeutlicher Schimmer in nächster Nähe.
Es wurde daher zunächst beigedreht, und, nachdem eine Observation Nach-
mittags Versetzung nach Ost gegeben hatte, westlich gedampft und am Morgen
des 5. Juli No-Sima-Leuchtthurm in ca 4 Sm Abstand bei diekem Wetter ge-
sichtet und nun Kurs in den Uraga-Kanal genommen. Mittags 1® ankerte die
Korvette auf der Rhede von Yokohama.
) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1878, pag. 243, 444.
2) Nach den Angaben von Kapt. z. See Graf von Monts, i. J. 1876 Kommandant S. M. S.
„Vineta*, ist dieser Felsen (oder Insel) San Francisco nicht vorhanden (s. „Ann. d, Hydr. etc.“, 1876,
pag. 491, und „Nachr. f. Seef,“, 1876, No. 716), Die Insel San Franeisco ist nach französischen
Angaben muthmaasslich identisch mit der Insel Smith in 31° 15‘ N-Br, 139° 52‘ O-Lg (s. „Nachr. f,
Seef.“, 1878, No. 918). A. dd. R.