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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

Ayres kommend, dorthin, in der Regel muss man zum Ein- und Ausklariren mit 
dem Schiffsboot zur Stadt und braucht dann 3 Tage, um hinauf und zurückzu- 
kommen. In Gualeqguay sind bis jetzt noch keine Konsulate, man giebt die 
Schiffspapiere in Puerto Ruiz an die Succursale des Zollamtes ab; das Aus- 
klariren geschieht an ersterem Orte; nach Dr. V. Martin de Moussy zählte (ua- 
leguay vor 1864 7000 Einwohner, wurde aber an Wichtigkeit unter Gwale- 
quaychuw gestellt; der Werth der am Zollamt angegebenen Einfuhr betrug 1875 
232 717 Dollar, die Ausfuhr 706 729 Dollar. 
Gualeguay ist mit Puerto Ruiz durch die Primero Entre Rios-Bahn ver- 
bunden, ihre Länge beträgt 9,66km, die Spurweite 1,44m, von ersterem Ort 
geht ein Landweg und Telegraph nach Gualeguaychw, San Lorenzo (am Uruguay), 
Uruguay und weiter; von Puerto Ruiz führt Landweg und Telegraph nach Victoria, 
Diamante, Farana und weiter, Bei mittlerem Wasserstande kommen die Fluss- 
Schoner bis Puerto Ruiz, bei sehr hohem bis Santa Fe nahe bei Gualeguay. 
Um möglichen Irrthümern vorzubeugen, sei erwähnt, dass in der briti- 
schen Admiralitätskarte des Uruguay No. 1938 (Fit, VIII. No. 84), der nach 
Gualequaychu führende Fluss Gualequay statt Gualeguaychu genannt ist, im South 
America Pilot, Part. I. pag. 203 ist er richtig angegeben. Schiffe die bei Frey 
Bentos laden oder löschen, deren Frachtgüter aber von Gualeguaychw kommen, 
oder dorthin gehen, müssen auch in &@ualegqguay ein- und ausklarirt werden. 
Ferner mag erwähnt werden, dass der Nebenfluss des Uruguay, der Queguay, 
nördlich von Paysandu auch Qualeguay genannt zu werden scheint; ein noch 
nördlicherer Nebenfluss des Uruguay heisst Rio Zbicuy und in seinem oberen 
Theil Jbicuy guazu, welchen Namen man dem Anschein nach auch dem ganzen 
Fluss giebt. 
2. Zusätze zu der Beschreibung der Insel Tova im Golf von 
St. George, Ostküste von Patagonien.') Für Schiffsführer, welche in 
Tova Cove, bei der Insel Tova, ankern wollen, dürfte folgende uns zugegangene 
Mittheilung des Kapt. Hampstead, Führer des amerikanischen Vollschiffes 
„Elisabeth Hamilton“, von Werth sein. 
„Die Einsegelung wird durch eine, von der Besatzung eines dort 
stationirt gewesenen französischen Vermessungsschiffes errichtete Marke be- 
zeichnet, die auf der Ostspitze des Eingangs zur Bucht steht; sie ist vier- 
eckig, mit einem giebelförmigen Dache und einer Tonne auf dessen Spitze, 
3—4 Sm sichtbar. Man passirt diese Marke in ungefähr '/4 Sm Entfernung; 
dicht an Land sollen noch 5,5m Wassertiefe sein; das von der Westseite vor- 
schiessende Riff ist durch den auf ihm wachsenden Tang deutlich sichtbar. 
In Tova Cove können Schiffe, welche tiefer als 5,1m gehen, ankern;?) Kapt. 
Hampstead fand während seines viermonatlichen Aufenthaltes nicht weniger, 
als 8,3 m an seinem Ankerplatz, den er in der Mitte zwischen dem Eingang 
und dem Südstrand, aber ungefähr auf !/s der Entfernung von der Ost- 
und Westseite der Bucht gewählt hatte. Die Ostseite hat tieferes Wasser, als 
die Westseite; dort ist der Strand steinig und felsig, hier langsam ansteigend 
und sandig. — Mit dem Bedarf an Wasser war man gänzlich auf Regenwasser 
angewiesen; auf Tova-Insel selbst sah man Pinguine, Möwen und wilde Enten, 
auf dem gegenüberliegenden Festlande auch Landvögel und wilde Kaninchen. 
Falls man frisches Fleisch u. dgl. dringend bedarf, müsste man versuchen, es 
von Ship - Island oder Leones (16 Sm ONO von Tova entfernt) zu erhalten. 
Dort lebt ein Franzose, um Robbenschlag u. s. w. zu treiben, der auch Haus- 
thiere zu eigenem Bedarf zieht: der Hafen bei Shipn-Eiland ist gut für kleine 
Schiffe.“ 
Kapt. Hampstead macht noch darauf aufmerksam, dass Bustamento 
Bay nur einen sehr unsicheren Ankerplatz bietet; in der Zeit von 1846—1850 
sind dort (auf Dog-Eiland) eine grosse Anzahl Schiffe, man sagt ungefähr 100, 
verloren gegangen. 
3. Die für die Navigirung der Banka-Strasse nach der Karte als 
Landmarke zu benutzenden Hügel sind nach einer Angabe des Korv.-Kapt. 
Hassenpflug, Kommandant S. M. S. „Augusta“, für einen Fremden schlecht 
) S. „South America Pilot“, Part I, 1874, pag. 286. 
3 Hiernach ist die betreffende Angabe in 4S. Am. Pilot“. I. 1874. pay. 286. zu berichtigen.
	        
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