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verhältnissmässig reiner und geruchfreier. Das Hinterland von Limasol ist
malerischer, als dasjenige von Larnaka, weil die zum Theil mit Büschen be-
wachsenen Berge näher der Stadt liegen und allmählich zum Strande abfallen.
Auch der Ankerplatz ist besser, als bei Larnaka; man findet querab von
der Stadt auf 22 bis 13m Wassertiefe gut haltbaren Ankergrund, nur die hier
häufig stehende Dünung ist unangenehm. Der Ankerplatz ist gegen SO ganz
frei, aber diese Winde wehen selten länger, als 2 bis 3 Stunden, und gehen
dann nach SW und West um. In der Nähe des Ankergrundes befinden sich
keine Untiefen, Da sich jedoch weder eine Mole, noch Landungsbrücke daselbst
befindet, ist das Landen im Winter häufig mit grossen Schwierigkeiten verknüpft.
Das hier zu erhaltende Fleisch, Gemüse, Brod und Wein sind gut, dagegen ist
das Wasser im Sommer nicht besonders, da der Strom, welcher im Winter die
Stadt durchschneidet, im Sommer trocken fällt. Im Winter muss man weiter
von Land ab, als im Sommer, ankern.
Von Limasol erstreckt sich die Küste 29 Sm weit ostwärts bis zum Kap
Kiti; an dieser Küstenstrecke treten die Berge bis an den Strand, und darf
man sich derselben nicht auf weniger als 27m Wasser nähern. An dieser
ganzen Küstenstrecke findet man keinen Ankerplatz, keinen Schutz, auch keinen
Proviant.
Auf dem Kap Kıti brennt an einem, auf einem Hause befindlichen Maste
ein weisses festes Feuer, welches 8 Sm weit sichtbar ist.
Larnaka. Ungefähr 6% Sm nördlich von Kap Kiti liegt die Haupt-
hafenstadt Larnaka. Die dazwischen liegende, von einigen Klippen umsäumte
Küste besteht aus einem Kiesstrand, hinter welchem sich eine Ebene ausbreitet,
in welcher mehrere Salzwasser-Lagunen sind.
Die Stadt wird durch einen kleinen Salzwasser-See in zwei Theile ge-
theilt, von denen die am Strande befindliche Marina heisst; in ihm befindet sich
der Bazar und die Kaufhäuser, Das eigentliche Larnaka ist in kurzer Entfer-
nung nördlich davon. Die Strassen sind ungepflastert und die Häuser von
ungebrannten Ziegeln, welche nicht einmal weiss getüncht sind, so dass die
Stadt trotz ihrer Gärten ein unfreundliches Ansehen hat. Am Nordende von
Marina ist ein grosses Lazareth, und in dessen Nähe befindet sich an einem
Mast, welcher auf einem Hause angebracht ist, ein rothes festes Feuer, welches
4 Sm weit sichtbar ist. Vom Ufer erstreckt sich eine kleine Mole, welche bei
stillem Wetter zum Landen benutzt wird.
Vor der Stadt Marina und auch bei dem Lazareth befinden sich gute
Ankerplätze, welche jedoch gegen südliche und östliche Winde ungeschützt sind.
Bei schweren SE-Stürmen im Winter brandet die See gewöhnlich schon auf
9 bis 11m Wassertiefe. Der Ankergrund ist jedoch gut, und kann ein Schiff mit
gutem Ankergeschirr jeden Sturm abreiten, nur die kurze See und hohe Dünung
machen für Schiffe das Liegen zu solcher Zeit unangenehm. In 1 Sm Abstand
von der Stadt Marina sind 14,6 bis 20m Wasser, weiter nach See zu 22
bis 33m; in der letzten Wassertiefe ankern die grossen Schiffe. Unter 18m
Wassertiefe ist der Grund stellenweise hart und nicht so gut haltbar. Inner-
halb der 18m-Linie flacht das Wasser sehr rasch ab. Während des Winters
ist das Landen oft unmöglich und bei Sommerzeit zuweilen während der See-
brise, aber Abends ist es dann immer windstill. Die Seebrise weht hier längs
der Küste von Süden.
Proviant-Gegenstände jeder Art und gutes Wasser kann man hier zu
mässigen Preisen haben. Bei diesem Ort befinden sich die besten Salzwerke von
Cypern, aber wegen der die Stadt umgebenden Sümpfe ist das Klima in der
Sommerzeit nicht gesund.
Von Larnaka erstreckt sich die Küste östlich und biegt bis zu dem, 14 Sın
entfernten Kap Pilas nördlich etwas um und erstreckt sich dann noch 12 Sm
bis zum Kap Grego (Greco), der SO-Spitze von Cypern. Das letztere Kap ist
niedrig, hervorspringend, in seinem Hintergrunde ist ein 122m hoher Abhang.
Die Küste zwischen den beiden eben erwähnten Kaps ist felsig.
Vom Kap Grego erstreckt sich die Küste zuerst eine beträchtliche Strecke
NNW und biegt dann bis zum 3 Sm entfernten Kap Eläa östlich um und
bildet die Famagosta-Bucht.