176
hauptsächlichsten Hafen- resp. Ankerplätze der Insel Cypern an, nämlich Larnaka,
Limisso, Famagosta und Kerynia.
Bevölkerung. Nach einer Schätzung des österreichischen Konsuls
Zwiedenek (1877) beträgt die Einwohnerzahl von Cypern 250000 Seelen (da-
von 170000 Griechen, 60000 Muhamedaner). Eine neuere englische Schätzung
giebt 220000 Einwohner (darunter 55000 Muhamedaner), Zur Helle (1877)
aber nur 144 000.
Beschreibung der Küste. Von dem Kap Arnauti (Epiphani), der
NW-Spitze von Cypern, bis zu dem Kap Bianco erstreckt sich die beinahe
45 Sm lange Küste zuerst in der Richtung SSO und dann südöstlich. Die Küste
ist grösstentheils hoch und felsig und, wo solches nicht der Fall ist, besteht sie
aus niedrigem Sand- oder Felsenstrand, welcher von Felsen und Klippen ein-
geschlossen wird. An einigen Stellen erstrecken sich diese Untiefen Yı bis
1 Sn weit in See. Hin und wieder sind offene sandige Buchten, in welchen
im Sommer kleine, einheimische Fahrzeuge ankern können. Die ganze Küsten-
strecke ist vollständig gegen West und SW offen, und da auf den Riffen und
Untiefen die See heftig brandet, so bietet die Küste keinen für das Landen
einladenden Anblick,
Papho oder Bafa liegt an der oben beschriebenen Küstenstrecke
in 34° 45‘ N-Br und ist ein von zwei Molen gebildeter unbedeutender Hafen,
welcher jetzt beinahe versandet ist. In der Hafeneinfahrt sind 1,2 bis 2,4m
and innerhalb derselben 3 bis 3,7m Wassertiefe. Kleine Fahrzeuge finden in
liesem Hafen, mit Ausnahme bei SE-Stürmen, Schutz; da der Hafen gegen SE
offen ist, so steht bei diesen Winden eine hohe Dünung hinein. Die Spitze
Papho ist an einem verfallenen Fort zu erkennen. Wenn man genöthigt ist,
bei der Küste zu ankern, findet man 2'% Sm in SO%4S von Papho unter den
Moulia-Klippen Schutz. Auf diesen Klippen steht auch bei dem ruhigsten Wetter
stets Brandung, man findet aber auf 11 bis 20m Wasser in der südöstlichen
Einfahrt des Fahrwassers, welches die Klippen von der Küste trennt, wenigstens
in der Sommerzeit genügenden Schutz gegen die alsdann herrschenden west-
lichen Winde. Aus der Umgegend dieses Ankerplatzes kann man einigen
Proviant erhalten.
Die Küste zwischen dem Kap Bianco und dem Kap Zephgari bildet die
Episkopi-Bucht; in dieser in der Richtung SW verlaufenden Küste befinden sich
viele kleine sandige flache Buchten, in denen eine hohe Dünung auf den Strand
läuft; deshalb finden die einheimischen kleinen Fahrzeuge nur einen unsicheren
Ankerplatz weiter nach See zu. An dieser Küstenstrecko ist weder Trinkwasser,
noch Proviant zu erhalten, Die Umgebung des Kap Zephgari ist felsig und
zerklüftet, und es erstrecken sich Untiefen bis 1 Sm westlich und südlich
von demselben.
Die Halbinsel Akroteri unterbricht den Küstenverlauf, erstreckt sich 5 Sm
züdwärts, ist 3 bis 5 Sm breit und ihre Westspitze bildet das Kap Zephgari und
ihre Ostspitze das Kap Gata (Gatto). Die zwischen diesen beiden Kaps liegende
Küste ist die südlichste der Insel Cypern, und da das Südende der Halbinsel
vedeutend höher ist, als die in der Nähe befindliche Küste, so erscheint sie,
von Westen gesehen, wie eine Insel. Auf der Halbinsel ist eine grosse Salz-
wasser-Lagune.
Auf dem steilen und hohen Kap Gata steht ein Leuchtthurm, mit einem
weissen festen Feuer, mit Blinken, alle zwei Minuten ein Blink; dieses Feuer
ist 15 Sm weit sichtbar. Beim Umsteuern des Kaps muss man sowohl die
Nähe des Kaps, als auch die Küste vermeiden.
Akroteri-Bucht. Die Küste bildet östlich des Kap Gata eine nach SO
zu offene, aber gegen westliche Winde geschützte Bucht. In derselben kann
man, 1 Sm vom Lande entfernt, in mässigen Wassertiefen und gut haltbareın
Ankergrund ankern.
Limasol (Limisso) ist eine, ungefähr 6 Sm nördlich von Kap Gata in der
Akroteri-Bucht liegende Stadt, welche parallel mit dem Strande erbaut ist; die
Häuser derselben sind nur niedrig. Die Stadt zeigt im Allgemeinen einen
türkischen Charakter, besitzt einen bedeutenden Bazar und hat viel Aehnlich-
keit mit dem weiter unten zu erwähnenden Haunthafenorte Larnaka, nur ist sie