accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

m 
x 4 
am 27. Juni in 47,7° N-Br. Im weiteren Verlauf der Reise waren südliche bis 
östliche Winde die vorwiegenden; dieselben brachten das Schiff nach Crookhaven, 
woselbst nach einer schnellen Reise von 28 Tagen geankert wurde. Hier erhielt 
der Kapitän Ordre, nach Hamburg zu segeln. Auch dieser letzte Theil der 
Reise konnte mit frischen westlichen Winden durch Kanal und Nordsee rasch 
zurückgelegt werden. Am 8. Juli passirte die Brigg Cuxhaven nach einer 
35tägigen Reise, von Barcelona aus. 
6. Reise der Stralsunder Bark „Fritz von der Lanken“, Kapt. Freese. 
Kapt. Freese führte auf seiner Reise von Wülmington nach Hamburg 
ein meteorologisches Journal für die Seewarte. KEr verliess mit seinem Schiffe 
„Fritz von der Lanken“ Smithville am 28, Mai 1878, Bei einer gewitterschwülen 
Luft war der Wind vorherrschend südsüdöstlich, worauf dann nach voran- 
gegangener Windstille nordwestliche Winde einsetzten, die aber nur mässig 
blieben und schon nach zwei Tagen durch mässige NE-Brise verdrängt wurden. 
Sich zu südlich haltend, um den grösstmöglichen Nutzen aus der Golfströmung 
ziehen zu können, setzie das Schiff später mit frischen SW-Winden die Reise 
fort, wobei 55° W-Lg am 9. Juni in 37,4° N-Br und 50° W-Lg in etwa 
39° N-Br am 12. Juni gekreuzt wurde. Am 11. Juni, um 2" p. m., traf Kapt. 
Freese eine schwarz- und weiss gestreifte Boje in 38° 33‘ N-Br und 52° 34‘ W-Lg 
an. Diese Boje, deren Glockenvorrichtung auf der Spitze gebrochen war, hatte 
eine ungefähre Höhe von 6m. Der Kapitän hielt dieselbe für die im Monat 
März vom Kap Hatteras vertriebene, sie wäre demnach in etwa drei Monaten 
1100 Sm mit der Golfströmung fortgetrieben. Der Wind war auf der ganzen 
Weiterreise bis in annähernd 17° W-Lg und 47° N-Br mit geringer Ausnahme 
ununterbrochen südwestlich und wehte dann hart aus NNW, wodurch das Schiff 
in die missliche Lage kam, zu weit leewärts vom Eingange zum Kanal zu ge- 
rathen. Am 28, Juni 12 Uhr Mittags war die astronomische Breite 47° 30‘ Nord, 
die Länge nach der Loggrechnung 8° 5‘ West; da sich aber später heraus- 
stellte, dass letztere annähernd 4° zu westlich war (dem Kapitän stand kein 
Chronometer zur Verfügung), und ausserdem das Schiff eine starke südliche 
Versetzung erlitt, so fand man sich um 8* p. m. desselben Tages an der West- 
küste Frankreichs, 6 Sn WNW von der Insel Croix. Es musste jetzt natürlich 
gegen den steifen NW gekreuzt werden; da aber glücklicherweise der Wind 
bald westlich und südlich lief, stand das Schiff am 2. Juli bereits vor dem 
Eingange des Kanals, der in 3 Tagen durchsegelt werden konnte. Mit steifen 
NW- und West-Winden wurde dann noch schliesslich die Nordsee durchlaufen, 
worauf der „Fritz von der Lanken“ nach einer 36tägigen Reise am 8. Juli 
Hamburg erreichte. 
7. Reise des Bremer Schiffes „Moltke“, Kapt. F. Tasche. 
Von Bremen auf einer Reise nach Philadelphia begriffen, passirte der 
„Moltke“ Lizard ax 1. Mai 1878, Der Wind, welcher zur Zeit sehr flau war, 
kam bald mässig westlich durch. Die auf der Route nördlich des Golfstromes 
unter im Allgemeinen günstigen Verhältnissen ausgeführte Reise berührte die 
folgenden Schnittpunkte: 20° W-Lg am 8. Mai in 48,4° N-Br, 30° W-Lg am 
10. Mai in 48,0° N-Br, 40° W-Lg am 15. Mai in 44,8° N-Br und 50° W-Lg 
in 42,8° N-Br am 18. Mai. Letzterer Schnittpunkt ist scheinbar zu südlich, 
indess zeigte die regelmässig beobachtete niedrige Temperatur des Wassers 
von nur 2° C., dass wenigstens zur Zeit der Golfstrom hier nicht vorhanden 
war. Es wurde fernerhin ein rw West-Kurs inne gehalten, so dass 60° W-Lg 
in 42,3° N-Br, also in der kalten Strömung, am 19. Mai geschnitten wurde. 
Am 23, Mai stand das Schiff in 70° W-Lg und 39,4° N-Br und am 26. Mai 
9a. m. wurde Kap Henlopen nach einer schnellen Reise von 24 Tagen passirt. 
Dem oben erwähnten mässigen Westwinde folgten zwischen ungefähr 15° bis 
35° W-Lg steife, vorherrschend nördliche Winde, welche bedingten, dass die 
Route eine ziemlich südliche wurde. Der Wind machte dann rechtdrehend 
einen Umlauf um die Windrose und wehte, als er wieder nach NW gekommen 
war, in ungefähr 39° W-Lgy und 45° N-Br mit der Stärke 9. Als der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.