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die mit kurzer Unterbrechung 6 Tage anhielten, worauf von etwa 39° W-Lg und
43,2° N-Br an, mit frischen SW-Winden wicder eine raschere Fahrt aufgenommen
werden konnte. Geschnitten wurde 30° W-Lg in 44,3° N-Br am 22, Juni und
20° W-Lg in 45,7° N-Br am 26. Juni. Der in den ersten Tagen nach NW
Jrehende Wind lief später abflauend südlich, bis er schliesslich in der Nähe der
Scilly - Inseln für die Dauer zweier Tago mässig aus SE wehte. Der darauf
einsetzende Westwind brachte das Schiff rasch durch den Kanal und die Nord-
sec, Nach einer Reise von 32 Tagen passirte die „Savannah“ das Weser-
Feuerschiff am 7. Juli.
2, Reise der Bremer Bark „Wieland“, Kapt. C. Vogelsang.
Die Bremer Bark ‚, Wieland“, Kapt. C. Vogelsang, verliess am 5. Novem-
ber 1876 Bremerhaven, um eine Reise nach New- York anzutreten. Am 8. No-
vember steuerte die Bark in den Kanal ein und passirte am 10. November
Lizard, An dem nächsten "lage begann der Kapitain mit der Führung des
meteorologischen Journals. In der Absicht, die Reise auf der Passat-Route zu
machen, wurde von vornherein bei lebhaftem SE-Winde und dickem regnerischenm
Wetter ein SW-Kurs gesteuert. Die Winde, welche später allerdings veränder-
lich, doch vorherrschend westlich waren, erlaubten dem Schiffe eine ziemlich gute
Fahrt südwärts, namentlich auch dadurch, dass sie nie in stürmischer Weise
auftraten. 40° N-Br wurde dabei am 23. November in 22,5° W-Lg geschnitten.
In den nun folgenden Tagen war der Wind sehr veränderlich in Richtung und
Stärke; or lief häufig südlich, weshalb das Schiff genöthigt war, über St. B.-Bug
zu liegen, und im Allgemeinen nur ein langsames Weiterkommen erzielte. In
octwa 25° N-Br und in 21° W-Lg schnitt man am 8. December die polare Grenze
des NE-Passats. Letzterer war zwar anfangs nur schwach, frischte aber an
den folgenden Tagen, während welcher der „Wieland“ mehrere Grade süd-
licher gelangte, lebhaft auf und begünstigte wesentlich das Schiff beim Absegeln
der Länge in etwa 22,5° N-Br. Nachdem der 60. Meridian erreicht war, wurde
der Passat veränderlich und schwach. Nunmehr wurde allmählich ein nordwest-
licher Kurs gesteuert, doch so, dass der 70. Längengrad, wie sehr zu empfehlen,
südlich von 30° N-Br, nämlich in 28,6° N-Br, geschnitten wurde, Trotz der so
günstigen Stellung, und obwohl der Wind in den ersten Tagen noch lebhaft,
ja sogar stürmisch aus SW wehte, konnte die Reise nicht so bald, als wohl
zu erwarten war, beendet werden, indem später einsetzende Westwinde dieselbe
verzögerten. Unter Anlothen näherte man sich am 8, Januar 1877 der Küste,
erblickte um 12% Mittags Barnegat und passirte am Nachmittage Sandy Hook,
nach einer für die Jahreszeit und in Betracht der gewählten Route guten
Reise von 58 Tagen.
Von New- York segelte der „Wieland“ am 21, Februar 1877 nach Anjer,
Bei lebhaften, oft stürmischen nordwestlichen Winden ging die Reise zunächst
unter gewöhnlichen Verhältnissen vor sich; das Schiff schnitt 30° N-Br am
6. März in 40,5° W-Lg, 4'2 Grad östlich von der von Maury angegebenen
Route und die Durchschnittsdauer derselben um 1,5 Tage übersteigend. Schon
an demselben Tage ging der NW-Wind in den Passat über, der aber schon
nach Verlauf von 5 Tagen .in 20° N-Br und 31,2° W-Lg wieder aufhörte;
an seine Stelle traten leichte Westwinde. Diese erreichten ihr Ende in
16° N-Br und 28° W-Lg, worauf hier erst der eigentliche NE-Passat zur
Geltung gelangte und sich bis 3° N-Br behauptete. Nach einer, einen Tag
anhaltenden Mallung zwischen 3°—1,5° N-Br trat der SE-Passat ein. Den
Aecquator passirte die Bark am 25. März in 26,8° W-Lg nach einer Reise von
32 Tagen. Die durchschnittliche Reisedauer Maury’s nach einem Schnittpunkte
etwa 3° westlicher beträgt 27,8 Tage. Die gefundene Meeresströmung war
N16°W 13 Sm. Der SE-Passat hielt sich in der ersten Zeit recht südlich,
doch nicht so, dass das Schiff genöthigt gewesen wäre, der Küste halber über
den andern Bug zu gehen; es schnitt 10° S-Br am 30. März in 32,3° W-Lg.
Die Strömung betrug in 4° S-Br 17 Sm nach WSW'!/4W und in etwa 6° S-Br
W'/4S 20 Sm. An den folgenden Tagen war dieselbe von keiner Bedeutung.
Nachdem zwischen 16° und 20° S-Br während 8 Tage Mallung geherrscht
hatte. kam der SE-Passat wieder durch. Dieser drehte allmählich van Ost nach