accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

457 
hatte. Das Barometer stieg in demselben Augenblicke, als die Bö einsetzte.) Die 
Böen aus NNW bis NW, welche um 4* a, m, am 19, August hervorbrachen, 
waren von fast orkanartiger Heftigkeit, während auch die See um 2* a, m. ebenso 
gewaltig schwer aus NW lief, wie vorher aus Süd bis SE. Der Himmel blicb 
bezogen, während jedoch der Regen rasch nachliess, Von 5% a. m. ab liess die 
Gewalt des Sturmes mit weiter westlich drehenden Winden nach; um 8* a. m. 
stand das Barometer auf 750mm (auf 0° red. 748 mm s. Tabelle), stieg dann 
aber nur sehr langsam und in der Folge nicht über 755mm. Um diese Zeit 
kamen auch die letzten schweren Böen herüber.”) 
Am 20. August setzte der Wind seine Drehung nach Süd fort, bei einem 
konstanten Barometerstand von 755,5mm (auf 0° red. 753,3mm). Die Böen 
nahmen am Abend an Stärke wieder zu. Am 21. August war das Wetter den 
ganzen Tag regnerisch; die Böen waren heftig und diese, sowie das wieder 
stetig fallende Barometer, der nach SE gehende Wind und die aus verschiedenen 
Richtungen sehr zunehmende Dünung liessen eine Wiederholung des stürmischen 
Wetters erwarten. Aber dieses trat in Wirklichkeit nicht ein. Das Barometer 
erreichte am 22. August um 7* a.m. seinen niedrigsten Stand, 740mm (auf 0° red. 
738 mm); bis zu dieser Zeit ging der Wind immer nördlicher, drehte dann jedoch 
von NNE bis SE auf kurze Zeit, mit rasch bis zu 747mm (auf 0° red. 745mm) 
steigendem Barometer, und drehte am Nachmittag mit langsam steigendem Baro- 
meter wieder nach NE zurück. Der Himmel behielt anhaltend ein stürmisches 
Ansehen, die See folgte der Windrichtung. Dieser meist steife NE- bis Nord- 
wind hielt sich bei halbklarem Wetter bis zum 24. August Mittags auf 11° W-Leg, 
bei dem für diese Windrichtung niedrigen Barometerstand von 756mm (unred.), 
dann seizte er seine Drehung fort und war bereits am 25. August Morgens 
wieder auf SSE angelangt; das Wetter war schmierig und das Barometer bis zu 
750,0mm (unred.) gefallen. 
Im Laufe des 25. August war der Wind noch bis SE (rw ESE), Stärke 
4—B5, und am 26. August bis auf Ost herumgegangen, während das Barometer 
auf 750,0mm (unred.) stehen geblieben war. 
In der Zeit vom 16. bis 26. August hatte der Wind von NE aus drei 
volle Drehungen durch den ganzen Kompass gemacht, und zwar gingen dieselben 
immer gegen die Sonne vor sich, also über Nord—W est— Süd-—Ost., Am Schlusse 
jeder Drehung wurde ein Minimum des Barometerstandes beobachtet, nämlich 
nach der ersten Drehung 730mm, nach der zweiten 740mm und nach der dritten 
750mm. Zwischen der ersten und zweiten Drehung stieg das Barometer bis auf 
750,7 mm, zwischen der zweiten und dritten Drehung bis 757,3mm. Der höchste 
Barometerstand — 770mm — ist drei Tage vor dem ersten Minimum verzeichnet; 
in diesen Tagen versegelte das Schiff aber nur 150 Sm nach Osten. 
Auf der ganzen Reise von Halifax nach Plymouth, welche 25 Tage und 
8 Stunden in Anspruch nahm, haben wir, für die Jahreszeit, jedenfalls sehr un- 
gewöhnliche Windrichtungen angetroffen; es wehten nämlich Winde von SzE 
über Ost bis Nord in 305 Stunden. und Winde von NzW über West bis Süd 
in 303 Stunden.“ 
1) An dem in meinem Privatbesitz befindlichen Aneroid konnte ich während dieser Zeit 
interessante Beobachtungen anstellen. Dasselbe war in der letzten Stunde von 28,85” auf 28,65“ 
heruntergegangen und begann, als der Wind anfıng sich zu drehen, in raschen Schwingungen zwischen 
28,65“ und 28,80“ zu pumpen, während es bis dahin nur um 0,04” ausgeschlagen hatte. Sobald wir 
in die hintere Seite des Sturmwirbels eintraten, hörten diese Schwingungen auf, und begann nun das 
Steigen, welches noch rascher vor sich ging, wie vorher das Fallen. 
%) Einen sehr überzeugenden Beweis, dass das Schiff sich während des Sturmes im KTeise 
herumgedreht hatte, lieferten mehrere Rieme oder "Theile des fortgeschlagenen Kutters, welche am 
19. August. 24 Stunden nach ihrem Verluste, hei dem Schiffe vorbeitriehen, 
Ana. d. Hydr., 1878, Heft X (Oktaber).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.