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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

A451 
Nous conseillons done, avant tout, de s’clever dans le SO. Si, au sortir de 
Valparaiso, on avait des vents de Nord, la route la plus rationelle serait le SO. 
Arrive par les meridiens de 88° a 90°, on pourra faire du Sud, mais, autant que 
possible, sans rien perdre ä l’Ouest jusqu' ä ce qu'on atteigne le 50. parallöle. 
Arrive ä ce point, on peut faire route directe sur le detroit de Magellan ou 
le cap Horn. 
Si l’on va au cap Pilar, il arrivera gEnEralement que l’on atterrira trop 
Sud; si on ne tient pas compte de linfluence de la branche du courant general 
qui, depuis le golfe de Peias, longe la cöte d’Amerique en courant au Sud.“ 
Von Wichtigkeit für eine schnelle Reise scheint es mir ausserdem, die 
Länge schon auf den niedrigeren Breiten, selbst mit einigem Verlust an Breite, 
gleich beim Verlassen des Hafens aufzusuchen, weil weiter südlich bei dem 
hohen unregelmässigen Seegang und bei den sehr kräftigen Böen es ungleich 
schwerer hält, die nothwendige Länge zu erreichen. 
S. M. S. „Elisabeth“ hatte vom 25. Juni bis zum 5. Juli, wo wir 83° W-Lg 
auf 451/2° S-Br erreichten, abwechselnd mit sehr veränderlichen Winden und 
Stillen zu kämpfen. Die Winde setzten meistens flau in NW ein und gingen, 
sowie sie etwas kräftiger wurden, in wenigen Stunden schon über West, nach 
SW, meistens bis SSW herum, so dass ich mich zweimal genöthigt sah, bei 
Windstille und hoher SW-Dünung, welche die Segel fürchterlich strapazirte, 
Dampf in zwei Kesseln aufmachen zu lassen, um bei diesen Stellen langsam 
dampfend wenigstens etwas West-Länge zu gewinnen. 
Vom 6. bis 9, Juli wurden bei sehr schlechtem Wetter und ungemein 
hohem Seegang bei günstigeren Winden (NW—SW) einige gute Etmale zurück- 
gelegt. Am 10. Juli kamen wir bei hartem Südsturm fast einen Breitengrad 
zurück und standen Mittags am 11. Juli 30 Sm nördlicher, als wir am 9. Juli 
gestanden hatten. Am 11. Juli schnitten wir, bei frischem NW, 50° S-Br auf 
ungefähr 81° W-Lg in der Hoffnung, nunmehr die Winde soweit westlich zu 
behalten, dass das Kap Horn passirt werden könne; da der Wind aber sehr 
bald wieder nach SSW herumging, hätte das Schiff wenigstens auf 90° W-Lg 
stehen müssen, um in einer günstigen Position zum Passiren des Kaps zu sein, 
Die Temperatur betrug meistens nicht über 3° C., Nachts zuweilen 0° C.,, 
und die, an so niedrige Temperatur nicht mehr gewöhnte Besatzung litt ungemein. 
Vermehrt wurde dieser unbehagliche Zustand noch durch die anhaltende Nässe, 
schwere Böen mit Schnee und die beim fortwährenden Windwechsel wild durch- 
einander laufende See. 
Als wir am 12. Juli ein gutes Besteck erhalten hatten und das steigende 
Barometer Aussicht auf besseres Wetter und weiteren Südwind gab, entschloss 
ich mich, die Magellan-Strasse anzulaufen. Schon in der darauffolgenden Nacht 
ging aber der Wind in wenigen Stunden, als wir schon dicht unter der Küste 
waren, wieder nach NW zurück, und brachte dickes Wetter und die gewöhn- 
lichen Regenböen, welche jede Aussicht benahmen. 
Wie schon Kapt. z. See Frhr. v. Reibnitz (s. „Hydr. Mitth.“, 1875, pag. 448) 
hervorhebt, liess ein aufmerksames Beobachten des Barometers uns mit grosser 
Sicherheit diese Windwechsel, wenn auch nur auf kurze Zeit, im Voraus erkennen. 
Im Vertrauen auf meine gute Besteckrechnung segelte ich die Directions-Inseln 
(Evangelistas) an!) und drehte das Schiff in deren Nähe bis zum Tagesanbruch 
bei. Als es bei Sonnenaufgang nach einer starken Schneebö etwas aufklarte, 
hatten wir denn auch die Genugthuung, diese Inseln, etwa 6 Sm entfernt, genau 
in der erwarteten Richtung zu finden. 
Der Seegang hatte bei sehr starken NW-Böen (7—9), welche sich mit 
der hohen SW-Dünung Kkreuzten, vor der Strasse bedeutend zugenommen, so 
dass das mit raumem Winde segelnde Schiff nahezu über den Relingen Wasser 
schöpfte. Die Vorsichtsmaassregel, alle unnöthigen Gewichte, als Leesegel, Bram- 
und Oberbramraen, Leesegelsgut und Spieren und dergleichen aus der Takelage 
zu entfernen, erwies sich unter diesen Umständen als sehr nützlich. 
1) Die Evangelistas sind eine vorzügliche Ansegelungsmarke und namentlich ist deren Erkennen 
in der Beleuchtung bei schlechtem Wetter von grossem Werthe. In der diesem Artikel beigegebenen 
Tafel sind ausser der von S. M.S. „Elisabeth“ gemachten Vertonung der Evangelistas einige charak- 
teristische Vertonungen wiedergegeben, welche von S.M. S. „Gazelle“, Kapt. z. See Frhr. v. Schlei- 
nitz, im Jahre 1876 in der Magellan-Strasse ausgeführt worden sind. A. d. R.
	        
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