„
bin
Der Kommandant berichtet über diese Reise von Valparaiso nach Monte-
video wie folgt:
„Die Windverhältnisse fand ich, wie dies auch nach den Segelanweisungen
für die Monate Juni und Juli zu erwarten war, so ungünstig, als nur irgend
möglich. Juni und Juli sind die besten Monate, um von Osten nach Westen um
Süd - Amerika herumzukommen, da die Winde vorherrschend südliche und süd-
westliche Richtung haben und östliche Winde in diesen Monaten häufiger vor-
kommen, als in den übrigen zehn Monaten des Jahres.
Die englischen Segelanweisungen geben nur ganz allgemeine Anleitungen
über die von Valparaiso zum Kap Horn einzuschlagende Route, Als Regel
heisst es: man soll so weit westlich gehen, bis man mit den südwestlichen
Winden das Kap Horn doubliren kann. Diese SW-Winde neigen aber je nach
den Jahreszeiten mehr nach Süden oder Westen und bestimmen daher von
selbst den Längengrad, bis zu welchem man nach Westen zu gehen hat. Die ein-
schlägigen Windbeobachtungen finden sich in Find 1ay’s „South Pacific Directory“
jedoch nicht so eingehend angegeben, wie solches für eine rationelle Bestimmung
der Route wohl wünschenswerth ist.
Etwas mehr Anhalt dafür, wie weit man westlich zu gehen hat, bieten
nachstehende Routenbestimmungen.
1. Labrosse sagt in seiner Segelanleitung für den Stillen Ocean (ed.
J. U. Miller, Ltn. U. S. N., Washington, 1875, pag. 140):
„Die von Valparaiso nach Süden bestimmten Schiffe werden meistens
südliche Winde antreffen, mit Ausnahme in der Regenzeit, während welcher sie
durch Norder unterbrochen werden.
Als allgemeine Regel gilt, dass man 35° S-Br wenigstens in 80—82° W-Lg
schneiden soll, und dass, je weiter sich das Schiff in einer westlichen Position
befindet, desto leichter sich das Kap Horn doubliren lässt.
” Im Januar und Februar schneide man 35° S-Br in 82° W-Lg, 40° S-Br
wenn möglich in 80—85° W-Lg und 50° S-Br zwischen 81° und 82° W-Lg.
Im März schneide man 35° S-Br in 80° bis 80° 30‘ W-Lg, versuche 40°
S-Br in 80—83° W-Lg zu schneiden und steuere von hier aus südlich.
Im April, Mai und Juni schneide man 35° S-Br in 78—80° W-Lg, und wird
dann meistens im Stande sein, 40° S-Br in 80—83° W-Lg schneiden zu können.
Im Juli und August schneide man 35° S-Br in 81—82° W-Lg und 40°
S-Br in 82—83° W-Lg.
Im September, Oktober, November und December schneide man 35° S-Br
soweit wie möglich westlich, wenn angängig bis zu 82° und 85° W-Lg, und
schneide auf diesem letzteren Meridian 37° S-Br. In dieser Jahreszeit reichen
die Südwinde bis zu 40—42° S-Br. Die westliche Route ist in diesen Monaten
antschieden die beste.
Die für die verschiedenen Jahreszeiten hier angeführten Schnittpunkte be-
zeichnen ungefähr den Kurs, welchen die vorherrschenden Winde einschlagen,
Die Segelschiffe werden daher stets gut thun, sich soweit westlich zu halten,
als es die Winde gestatten. Gemischte Schiffe haben nicht nöthig, einen so
grossen Umweg zu machen; für diese genügt ein Kurs, welcher 35° S-Br in
nahezu 78° W-Lg und 40° S-Br in 80° W-Lg schneidet, wenn sie sich im Be-
darfsfall der Maschine bedienen.“
2, Der chilenische Fregatten-Kapitän M. E. Chardonneau fasst in seinem
Werke: „Instructions nautiques sur les cötes du Chili et de la Bolivie“ (Paris,
Impr. nat. 1873) seine Segelanweisung von Valparaiso nach dem Kap Horn in
folgender Weise, welcher ich, soweit die Erfahrungen einer einmaligen Passage
zu einem allgemeinen Urtheil berechtigen, vollkommen beistimme. Jedenfalls ver-
dienen sie den Vorzug, da sie für diese Route eine kurze und bestimmte Anweisung
yeben, welche ich in Findlay’s „South Pacific Directory“ und in den anderen
mir zur Verfügung gewesenen Segelanweisungen vergeblich gesucht habe:
„Cette traversege, qui exige une vingtaine de jours, est ennuyeuse et pEnible.
Nous conseillons, en partant de Valparaiso, de prolonger la bordee de bäbord
pendant 200 lieues au moins et d’atteindre 88° ou 90° Ouest. Il arrivera quel-
quefois qu'’on passera au Nord de Juan Fernandez et de Mas a Fuera; mais avec
des vents dependant de la partie du Sud on ne doit pas, par ces paralleles
/30° ou 35°), chercher ä faire du Sud sans faire en meme temps de l’Ouest,